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Bojan Krkić Pérez

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  • #591700
    Injensta
    Teilnehmer

    Auch wenn er seine Fußballschuhe an den Nagel hängt, ist er nicht automatisch gesund und kann ohne seelische und körperliche Schmerzen ein sorgenfreies Leben genießen.

    Ersetz das Krankheitsbild Depression durch Krebs, HIV oder MS. Würde Bojan eine dieser Krankheiten haben, würdest du ja auch nicht schreiben: Der hat 2-3 Millionen, der kann aufhören, dann ist der Krebs von alleine weg.

    Vielleicht ist noch verständlicheres Beispiel: Ein junger Mensch ist den schrecklichen Auswüchsen und Umständen eines Krieges ausgesetzt, was bei ihm zu Panikattacken und Angstzuständen führt. Jetzt hat er das Glück das wieder Frieden in sein Leben einkehrt, aber die Angstzustände verschwinden nicht. Selbst wenn er jetzt 2-3 Millionen geschenkt bekommt, wird er weiter unter seiner Krankheit leiden und kein schönes Leben führen können, trotz Frieden, trotz Geld.

    Bitte befass dich, wenn du deine Meinung hier im Forum kundtun möchtest, erst mit der Thematik und poste nicht irgendwelche Thesen, die wissenschaftlich und medizinisch nicht haltbar sind.

    #591695
    konfuzius
    Teilnehmer

    @INSANE

    Wenn ich darauf antworten darf – ich zumindest spreche die möglichen Fälle an, die schon vermögend sind. Also ein Bojan braucht sicherlich kein zweites Standbein. Wenn er, nehmen wir nur mal an, jetzt aufhören würde, hätte er sicherlich locker 2-3 Millionen Euro in Form von Geld oder Immobilie. Mit 27 Jahren und 2-3 Millionen Vermögen, was soll da bitte noch passieren? Und wenn er dann wirklich so krank ist wie er es bekundet, dann muss er sich das auch nicht mehr antun.

    #591693
    Insane
    Teilnehmer

    Was ist denn wenn Fußball ihr Leben sein muss,weil sich diese Spieler in ihrer „Jugend“ nicht darüber gekümmert haben ein zweites Standbein aufzubauen falls es mit dem Fußball nicht klappt.

    Somit wäre es ganz und garnicht einfach mit dem Fußball aufzuhören.

    #591689
    Herox
    Teilnehmer

    Du kannst meine Meinung betiteln, so wie du willst, das juckt mich ehrlich gesagt gar nicht.

    Dann hätte ich noch eine Frage an dich: warum ziehen diese Fußballer dann nicht den Schlussstrich? Warum hören sie nicht auf, diesen Beruf auszuüben? Spätestens wenn man gezwungen ist, Medikamente zu nehmen und sich damit zu vergiften, muss man merken, dass hier etwas komplett aus dem Ruder gelaufen, denn ansonsten wäre man einfach nur komplett bescheuert. Warum zieht man sich nicht aus dem Fußballgeschäft zurück??? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es der psychischen Gesundheit weiterhin förderlich ist, da noch mitzumachen (Druck durch Öffentlichkeit aufgrund der Natur des Profifußballs in der Weltspitze und der Summen, die da fließen). Komm mir jetzt auch nicht damit, dass sie den Fußball so sehr lieben, dass es ihr Leben ist. Man kann auch den Fußball spielen und genießen, ohne Profi zu sein. Genau das ist es, was mich bei diesen Leuten stört.

    #591688
    konfuzius
    Teilnehmer

    Gut, das mag sein, dass man Symptome als Parameter nimmt. Dennoch kann man Symptome auch simulieren. Verlässlich sind diese Werte nicht wirklich, meiner Meinung nach.

    Aber um nicht vom eigentlichen Thema abzukommen – ich rede keine Krankheit klein, erwähne nur, dass unter Umständen finanzieller Reichtum viel Leid lindern kann bzw. zumindest von anderen Problemen fernhalten kann. Und das ist nicht zu unterschätzen, wenn man an einer starken Krankheit leidet.

    #591684
    Injensta
    Teilnehmer
    Konfuzius wrote:
    Wir reden aneinander vorbei. Depressionen kann man nicht messen.

    Das glaube ich auch, denn Depressionen kann man messen, dafür gibt es Kriterien.

    „Der Schweregrad wird nach ICD-10 gemäß der Anzahl Symptome eingeteilt: Leichte Depression: zwei Hauptsymptome und zwei Zusatzsymptome Mittelschwere Depression: zwei Hauptsymptome und drei bis vier Zusatzsymptome Schwere Depression: drei Hauptsymptome und fünf oder mehr Zusatzsymptome.“

    Quelle: Wikipedia

    #591683
    konfuzius
    Teilnehmer

    Wir reden aneinander vorbei. Depressionen kann man nicht messen.

    Viele in der Gesellschaft leiden darunter und müssen ihren Job weiterführen, obwohl sie gerne aufhören würden. Ein Millionär jedeoch muss es nicht.

    Und nichts anderes habe ich gesagt. Und wer ernsthat an Depressionen leidet, sodass er nicht arbeiten kann, der wird es so oder so nicht weiterführen können. Darüber muss man nicht mal reden. Es gibt nicht ohne Grund Menschen, die sich im Anschluss betrinken, um dieses Leid zu ertragen gescheitert zu sein.

    Von Heilung war nie die Rede und schon gar nicht, dass Geld heilt! Ich bitte daher, nicht irgendwelche Gedanken zu interpretieren.

    #591682
    Injensta
    Teilnehmer

    Ich möchte allen, die sich ernsthafter mit dem Thema befassen wollen, diesen tollen Podcast (Rasenfunk) empfehlen:

    https://youtu.be/OJ6FjaurSio

    Es gibt z.B. auch eine weitere Folge, die aufzeigt, dass nicht jeder Fußballer mit seinem ersten Profivertag automatisch finanziell ausgesorgt hat.

    Hier herscht ja auch oft eine Blickweise vor, die nur die Top-Spieler sieht, bei denene alles karrieretchnisch gut verlaufen ist. Die vielen gescheitertet Jugendlichen oder auch gestandede Spieler vergisst man leider leicht, wenn man vom Profigeschäft Sport spricht. Neben der CL gibt es halzt auch die Dritte Liga, die Spieler denen dort mit 20 Jahren durch eine Verletzung ihre weitere sportliche Laufbahn zerstört wurde.

    #591681
    Injensta
    Teilnehmer

    Jetzt schreibe ich doch noch mal was, da offenkundig eine falsche Vorstellung und Unwissenheit über solche Erkrankungen in weiten Teilen der Gesellschaft und auch hier im Forum zugrunde liegt.

    Das Ende einer Profikarriere führt nicht automatisch zum Ende einer psychischen Krankheit.

    Wenn man es aus sozialen, gesellschaftlichen, humanistischen Aspekten ernst meinst, sollte man psychische Krankheitsbilder respektieren und sie bitte nicht mit einem gesunden Dönerverkäufer (unabhängig von seinen finanziellen und persönlichen Umständen) vergleichen. Das ist Äpfel-Birnen-Logik.

    Schlechte Laune, selbst finazielle Schwierigkeiten sind nicht automatisch eine depressive Erkrankung. Die kann man nämlich auch bekommen, wenn man monitär weich gebettet ist, ein soziales Umfeld etc. hat – kurz gesagt, sie kann jeden treffen.

    Die Aussage, er kann weiterhin sein Leben gut leben ist absolut falsch. Mit einer psychischen Erkrankung kann man sein Leben nicht gut leben, es geht einem schlecht, sehr schlecht, ob man will oder nicht. Daran ändert Geld oder die Frage, ob man Arbeit hat oder nicht, gar nichts.

    Es kann natürlich für die Genesung oder eine Besserung bei einer psychischen Erkrankung hilfreich sein, wenn man nicht zusätzlich noch finanzielle Sorgen hat, die einen zusätzlich belasten. Auch kann eine solche Erkrankung natürlich durch den Verlust der Arbeit, Familienangehörigen oder Schulden ausgelöst werden.

    Es ist aber nicht so, dass finanzielle Sorgen/Arbeitslosigkeit = psychische Erkrankung bedeuten, ebenso wie Geld/Erfolg = keine psychische Erkrankung bedeuten.

    Bei einer Krebserkrankung argumentiert ja auch niemand, dass es dem Millionär damit besser geht als dem Verkäufer im Supermarkt.

    #591680
    konfuzius
    Teilnehmer

    @Nessi

    Ich denke, hier redet keiner die Gesundheit klein und stellt auch nicht die Gesundheit an zweiter Stelle. Man sollte sich nur mal vor Augen führen, dass jeder Mensch mit 15 oder 16 sich entscheiden muss, was er werden möchte.

    Druck hin oder her, wenn ich mit 17 einen Profivertrag bekomme und meine ersten 100.000 Euro in der Tasche habe, dann habe ich extrem Blut geleckt und möchte auf diese Summen nicht verzichten. Und nichts anderes ist das bei Profisportlern. Die ziehen das nicht aus Nächstenliebe zum Sport durch, sondern weil viel Geld verdient wird.

    #591679
    konfuzius
    Teilnehmer

    @Injensta

    Aberwitzige Erwiderung! Wenn du meine Einstellung widerlich findest, müsstest du das gesamte Arbeitssystem und Leistungssystem in Europa widerlich finden.

    Und wer meinen Text lesen und verstehen kann, der wird auch mitbekommen haben, dass der Inhalt meiner Aussage im Text nicht meine Einstellung ist, sondern dass dies der Lauf der Dinge ist. Ferner habe ich sogar gesagt, dass Millionäre Vorteile haben, die ein Normalo nicht hat.

    Insofern kann ein Millionär ohne Bedenken Schluss machen und sich Auszeit nehmen ohne finanziell ruiniert zu sein. Er kann weiterhin sein Leben mehr als gut leben. Ein Normaler hingegen hat aber seinen sozialen Abstieg signiert, sobald er wegen einer Krankheit einen Job nicht machen kann. Denn arbeitslos ohne Vermögen ist was anderes und arbeitslos mit Vermögen wieder etwas ganz anderes!

    #591678
    Anonym

    Als Außenstehender sagt sich das so leicht. Aber als Fußballer arbeitet man über Jahre darauf hin, ein Profi zu werden. Eine „normale“ Jugend hat doch kaum jemand von denen genießen dürfen. Und mit jedem Spiel mit den Profis wird der Druck größer, wahrscheinlich fühlt man sich da auch allein gelassen. Wer weiß, wie die Familie, die Berater, die Freunde, die Mannschaftskollegen da reagieren, wenn man dann einfach so die Reißleine zieht?! Keine Ahnung, was Sebastian Deisler heute so macht. Aber als er sein Karriereende verkündet hat, da hat sich die Presse doch das Maul drüber zerrissen.

    Das Problem ist doch, dass da die Vereine mehr in die Pflicht genommen werden sollten. Früher war das Ganze vielleicht gar nicht so präsent. Ich denke aber, dass das bei André Gomes anders abgelaufen ist und da auch ausreichend Unterstützung vom Verein da war.

    Darüber hinaus, wenn man die Schuhe wegen so einer Sache an den Nagel hängt, dann ist es eh schon zu spät. Das ist doch nix anderes als eine Krankheit, die nicht einfach so verschwindet.

    Vielleicht sollten sich auch mal Fans, Presse und Verantwortliche hinterfragen, ob sie richtig handeln. Ich weiß noch, wie laut der Aufschrei damals Babak Rafati versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. Letztes Wochenende hat sich Erzgebirge Aue vom Schiedsrichter betrogen gefühlt, was da teilweise durch die Presse gegangen ist, das ist einfach nur beschämend gewesen. :ohmy:

    #591677
    Injensta
    Teilnehmer

    Ich finde es absolut widerlich und zugleich traurig, wie hier von Herox und Konfuzius argumentiert wird.

    Warum ich dieses so finde, möchte ich gar nicht weiter ausführen, da solltet ihr bitte (und jeder andere mit dieser Einstellung) noch mal in euch selbst gehen, vom Verstand her überlgen und vom Herzen fühlen, ob das Leid einer Krankheit mit Geld ausgeglichen werden kann?!

    #591676
    konfuzius
    Teilnehmer

    @Herox

    Danke, dass du meinem Fazit zustimmst.

    Ich möchte mal eine Begegnung mit einem Dönerverkäufer aus jüngster Zeit erzählen.
    Wir kamen irgendwie ins Gespräch. Er sagte, er habe bisschen schlechte Laune, weil er heute nichts gegessen habe und Döner etc. kann er nicht mehr sehen. Da er zudem 12 Stunden jeden Tag im Laden steht, hat er auch kein gescheites soziales Leben.

    Auch habe er keine Verwandschaft in seiner Nähe und fühle sich alleine. Dann sagte ich, heirate doch und gründe dir eine Familie.

    Er sagte daraufhin schmunzelnd, ich arbeite 12 Stunden am Tag und 6 Tage die Woche und komme so gerade über die Runden. Heirat? Sowas ist für mich in diesem Leben, Stand jetzt, keine Chance.

    Mit dieser Erzählung wollte ich nur mal verdeutlichen, was schlimmer sein kann – psychischer Druck plus finanzielle Knappheit.

    Ich habe mit solchen Menschen, und dies kann uns auch betreffen, eher Mitgefühl als für einen wie Bojan, der ausgesorgt hat und über Leistungsdruck redet. Sowas nehme ich absolut nicht ernst. Wie mein Vorrednder sagte, dann höre ich mit dem Beruf als Fussballer auf und lebe mit meinem jetzigen Vermögen mein Leben. Aber kann sich das der oben besagte Dönerverkäufer erlauben? Nein! Er hat keine Option……Oder….doch…Obdachloser oder Sozialhilfeempfänger…Ja, hätte ich längst vergessen, unser eins hat doch noch Wahlmöglichkeiten…

    #591672
    Herox
    Teilnehmer

    Druck kann durchaus einen Menschen psychisch komplett zerstören. Ich finde es richtig, dass er das öffentlich anspricht.

    Was ich aber nicht verstehe ist, wieso zieht er (und andere auch, denen es genauso geht) dann nicht einfach einen Schlussstrich, da er für den Beruf Profi-Fußballer ungeeignet ist. Bei so viel Aufmerksamkeit und bei so viel Kohle kann man damit rechnen, dass sich da mit dem Druck nicht viel ändern wird. Er liebt Fußball, ok, das kann man aber auch spielen, wenn man nicht diesen Beruf ausübt. Insoweit finde ich das dann insgesamt ein bisschen heuchlerisch, denn schließlich zeigt er, dass ihm der Fußball auch vor allem dank des Geldes wichtig ist. Die Gesundheit aufs Spiel zu setzen, wow, also das kann ich absolut nicht nachvollziehen.
    Quasi die positiven Seiten (Luxus usw.) haben wollen, aber mit den negativen Effekten oder Herasforderungen nichts zu tun haben. Hier fehlt mir auch oft Selbstkritik. Bojan ist und war ein extrem talentierter Spieler. Die Experten haben ihm nicht umsonst eine große Zukunft vorhergesagt. Da muss er auch mal sich selbst fragen, wieso er aus seinem Talent nicht viel gemacht hat.

    Insgesamt finde ich das Fazit von Konfuzius absolut richtig.

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