Frenkie de Jong selbstkritisch: „Habe mein Top-Niveau nicht oft erreicht“

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Frenkie de Jong spielt derzeit keine überzeugende Saison beim FC Barcelona. In einem Interview mit NOS sprach er nun über die seiner Meinung nach nicht immer gerechtfertigte Kritik ihm gegenüber. Doch er zeigte sich auch selbstkritisch bezüglich seines Spiels. Sorgen, dass er unter Xavi nicht mehr erste Wahl sein wird, hat er unterdessen keine.

Frenkie de Jong über seine bisherige Saisonleistung beim FC Barcelona

Frenkie de Jong hat beim FC Barcelona derzeit keinen leichten Stand. Nachdem der Niederländer im Sommer 2019 für kolportierte 86 Millionen Euro an die spanische Mittelmeerküste wechselte, erwarteten viele von ihm, mit der Zeit eines der Gesichter des FC Barcelona zu werden.

Wenngleich de Jong bei Barça in den letzten – für den Klub oftmals nicht einfachen – Jahren einige ansprechende Leistungen zeigte, so lässt sein absoluter Durchbruch nach wie vor auf sich warten. Dafür muss sich der 24-Jährige nicht selten Kritik anhören, sowohl von Fans als auch von den Medien. Unter anderem darüber sprach der Mittelfeldspieler nun in einem Interview mit dem niederländischen Sender NOS.

De Jong: „Man ist entweder sehr gut oder sehr schlecht“

„Heutzutage ist man entweder sehr gut oder sehr schlecht“, kritisierte de Jong dabei die heutige Sportberichterstattung. „Ich mag Fußball, also lese ich auch all diese Artikel. Mir fällt auf, dass viele Leute miteinander reden. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie sich die Spiele gar nicht ansehen. Oder sie schauen zu und übernehmen dann die Meinung der Kommentatoren oder Analysten.“

Allerdings zeigte sich der Niederländer dabei mit Blick auf die aktuelle Saison auch durchaus selbstkritisch. „Ich habe kein absolutes Tief, aber in dieser Saison auch nicht sehr oft mein Top-Niveau erreicht. Wenn man nur mittelmäßig spielt, kann auch das gut sein. Aber für die Leute ist es oft sofort schlecht.“

Weniger Torbeteiligungen: De Jong sieht seine Stärke mit Ball

De Jong fällt aktuell auch weniger auf, weil er nicht mehr so oft an Toren beteiligt ist wie noch zuletzt. Kam er in der abgelaufenen Spielzeit auf sieben Tore und ebenso viele Vorlagen, steht er in der aktuellen Saison gerade einmal bei vier Scorerpunkten. „Ich glaube, ich kann mehr zeigen und viel mehr in das Team einbringen. Ich kann viel mehr auffallen“, zeigte sich der 24-Jährige selbstkritisch.

„Ich bin besser, wenn ich viel an den Ball komme“, führte er weiter aus. „Während der ersten Phase [eines Angriffs], aber auch gleich danach. Es gab Zeiten, in denen ich länger warten musste. Dass ich derjenige war, der erst in der Schlussphase [eines Angriffs] den Ball hatte. Dann hatte ich manchmal ganze Phasen, in denen ich gar nicht an den Ball gekommen bin. Ich glaube nicht, dass das meine Stärke ist.“

„Barça ist nicht mehr der beste, aber immer noch der schönste Klub der Welt“

Zuletzt war Frenkie de Jong unter Xavi nicht immer erste Wahl, in der Copa del Rey gegen den Athletic Club wurde er beispielsweise nur eingewechselt. Sorgen macht sich der Mittelfeldspieler deswegen jedoch keine. „Das heißt nicht, dass ich übergangen werde. In den letzten drei Jahren habe ich fast nie auf der Bank gesessen. Aber natürlich sitzt man ein paar Mal in der Saison auf der Bank, weil es so viele Spiele gibt.“

In diesen drei Jahren beim FC Barcelona hat de Jong auch einiges rund um den Klub mit ansehen müssen, wie die gezwungenen Abgänge von Luis Suárez und Lionel Messi, zahlreiche Trainerentlassungen und den Umstand, dass Barça derzeit kein absoluter Top-Klub in Europa mehr ist. „Manchmal war ich überrascht“, gab de Jong zu. „Aber ich denke immer noch dasselbe über Barcelona. Er ist zwar nicht der beste, aber immer noch der schönste Klub der Welt.“

Bastian Quednau
Schreibt über spanischen Fußball, leidet mit dem FC Schalke 04 und den Jacksonville Jaguars.
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