Barça gastiert bei Schlusslicht Leganés: Aguirre baut den Abwehrriegel auf

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Auf dem Papier ist der FC Barcelona beim Gastspiel bei CD Leganés der klare Favorit, sind die Pepineros doch abgeschlagen Letzter. Doch Leganés geht mit neuem Trainer die Mission Klassenerhalt an und hat unter Neu-Coach Javier Aguirre schon das erste Erfolgserlebnis eingefahren. Barça muss derweil im Butarque auf vier Stammspieler verzichten.

Die Länderspielpause ist vorbei, der FC Barcelona ist (endlich) wieder im Einsatz: Am Samstag zur Mittagsstunde (Anstoß ist bereits um 13 Uhr) gastiert der spanische Meister bei CD Leganés. Auf dem Papier stellt der Madrider Vorortklub eine machbare Aufgabe für Messi und Co. dar. Leganés ist abgeschlagen Tabellenletzter, brachte in sieben Heimspielen gerade einmal einen Sieg im heimischen Estadio Municipal de Butarque zustande (bei nur vier mickrigen Toren). Überhaupt hat Leganés mit nur sieben erzielten Treffern den schwächsten Angriff in La Liga (gemeinsam mit Espanyol und Celta Vigo) und zudem die zweitlöchrigste Defensive (22 Gegentore).

Doch Barça sei trotzdem gewarnt: Letzte Saison gab es an gleicher Stelle eine peinliche 1:2-Pleite, als die Katalanen sich nach dem frühen Führungstor in Sicherheit wogen, nach der Pause aber in einen Sekundenschlaf verfielen und das Spiel binnen einer Minute aus der Hand gaben – ein ähnliches Muster also, wie es auch diese Saison schon zu bestaunen war, zuletzt sehr schmerzhaft bei der Niederlage in Levante (1:3).

Leganés: Mit neuem Trainer zur Mission Klassenerhalt

Leganés wird diese Partie also sicherlich im Hinterkopf haben, die Pepineros haben zwar als krasser Außenseiter nichts zu verlieren, sind aber trotzdem unter Druck: Denn sie brauchen dringend Punkte, ihr Abstand auf das rettende Ufer beträgt bereits beträchtliche sieben Punkte. Für das Unterfangen Klassenerhalt hat der Verein jüngst auch den Trainer getauscht: Mauricio Pellegrino wurde entlassen, in Javier Aguirre ein neuer und erfahrener Coach eingestellt. Unter Aguirres Anleitung wurde direkt im ersten Spiel auch ein kleines Ausrufenzeichen gesetzt, denn Leganés holte am letzten Spieltag ein beachtliches Remis beim Gastspiel bei Real Sociedad (1:1) – sogar nach Rückstand wohlgemerkt.

Aguirre ist dabei Pragmatiker alter Schule, die defensive Stabilität wird auch gegen Barça natürlich an erster und wohl sogar zweiter Stelle stehen. Beim Auswärtsspiel bei La Real agierte Leganés nämlich mit einer Fünfer-Abwehrkette, machte San Sebastian so das Leben schwer. Die Hausherren hatten zwar 66 Prozent Ballbesitz, aber wenig Ideen gegen das Bollwerk und kamen insgesamt nur auf zehn Torschüsse. Eine ähnliche taktische Auf- und Einstellung darf man von Aguirres Mannen also auch gegen Barça erwarten: Defensiv geschlossen verteidigen und dann vorne auf Nadelstiche, Standards oder den lieben Gott (oder Martin Braithwaite) hoffen.

Aguirre: Messi bei Freistößen „der Beste der Welt“

Verteidigung first, das wird die Devise der Hausherren sein – doch dabei gilt es, keine Fouls vor dem Sechzehnmeterraum zu begehen. Natürlich wegen Lionel Messi. „Wir müssen versuchen, unnötige Fouls vor dem Strafraum zu vermeiden“, sagte Aguirre vor dem Spiel, denn bei Freistößen sei Messi „der Beste der Welt“. Von Freistößen kann man Barça abhalten, doch wie hält man La Pulga sonst auf? „Jeder sucht nach einer Antwort, wie man Messi aufhalten kann – doch die gibt es nicht!“, so Aguirre. 

 

Alba, Semedo und Lenglet fehlen verletzt – Roberto gesperrt

Messi wird im Butarque natürlich wieder am dem Feld stehen, bei drei anderen Stammspielern sieht das anders aus: Die Katalanen gehen das Unterfangen Auswärtssieg ohne Jordi Alba und Nelson Semedo an, beide laborieren an Muskelverletzungen. Clement Lenglet zog sich unter der Woche eine Wadenblessur zu, auch er wird den Trip nach Madrid verpassen. Somit sollte Samuel Umtiti neben Gerard Piqué starten. 

Zudem fehlt Ersatz-Rechtsverteidiger Sergi Roberto aufgrund einer Gelb-Sperre, so dürfte das Außenverteidigerpärchen also von Junior Firpo und Moussa Wagué gebildet werden – zumindest wenn man Ernesto Valverdes Aussagen auf der Pressekonferenz glauben schenken darf. Ivan Rakitic ist derweil wieder fit, der Kroate hatte die Länderspiele aufgrund einer Achillessehnenblessur verpasst, hat vom Verein aber rechtzeitig das medizinische grüne Licht erhalten.

Arthur aus dem Kader gestrichen

Im Mittelfeld darf man gespannt sein, in welcher Verfassung Arthur und Frenkie de Jong von ihren Länderspielreisen zurückgekehrt sind. Arthur kam in den Freundschaftsspielen gegen Argentinien (in Israel) und Südkorea (in den Vereinigten Arabischen Emiraten) jeweils von Beginn an zum Einsatz – und wurde am Freitagabend dann prompt aus dem Kader gestrichen.

Auch de Jong hat das volle Pensum absolviert, er stand bei beiden Länderspielen gegen Nordirland und Estland in der Startelf, jedoch dürfte der Niederländer in Leganes starten. Immerhin stand Sergio Busquets nur in einem der beiden Länderspiele Spaniens auf dem Feld. 

Wochen der Wahrheit für Barça: Rotation als Schlüssel

Durchgehend im Einsatz war beispielsweise auch Antoine Griezmann für Frankreich, er absolvierte beide Partien für Les Bleus über die volle Distanz. Derweil konnte Ousmane Dembélé in Barcelona an seiner Match-Fitness arbeiten, der Flügeldribbler war von Didier Deschamps nicht ins französische Aufgebot berufen worden. Gut möglich also, dass im Butarque Dembélé sein Können von Beginn an unter Beweis stellen darf.

Das Fitnesslevel seiner Nationalspieler muss Trainer Ernesto Valverde richtig ab- und einschätzen, gerade mit Blick auf die kommenden englischen Wochen, denn schon am Mittwoch kommt es in der Champions League zum Schlüsselduell mit Borussia Dortmund, anschließend reist Barça am kommenden Wochenende zu Atlético Madrid. In diesen Wochen der Wahrheit stellt Leganés den vermeintlich kleinsten Stolperstein dar. Zumindest auf dem Papier.

Dieser Artikel wurde Freitagabend aktualisiert

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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