Barça gegen Osasuna: Javi Gracia verzockt sich

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Die Generalprobe für El Clásico am nächsten Wochenende ist geglückt! Der FC Barcelona spielt sich in einen Rausch und schießt Osasuna mit 7:0 aus dem Camp Nou. Der Gast konnte der katalanischen Spielgewalt an diesem späten Nachmittag überhaupt nichts entgegensetzen und war bereits nach kurzer Zeit geschlagen. Trainer Gracia entschied sich für ein mutiges Vorgehen seiner Mannschaft, doch am Ende ging der Schuss nach hinten los.

Na, so lässt es sich leben! Der FC Barcelona fegte über CA Osasuna hinweg wie ein Tornado und ließ vor El Clásico nächste Woche noch mal richtig die Muskeln spielen. Die Gäste waren völlig überfordert und brachten bis auf ein irreguläres Abseitstor zu Beginn der Partie kaum etwas zustande. Dabei hatte Trainer Gracia noch vor der Partie erzählt, dass er besonderen Wert auf eine ausbalancierte Spielweise seiner Mannschaft lege. Und tatsächlich versteckte sich Osasuna nicht hinter einer 4-5-Deckung, sondern hatte den Mut zum Risiko. Ihre Aufstellung sah so aus: Andrés – Damiá, Arribas, Loties, Oier – Loe, F. Silva – Armenteros, Torres, Cejudo – O. Riera.

Osasuna mit dem Mut zum Risiko

Über weite Strecken formierte sich CA Osasuna in einer 4-2-3-1-Defensivformation, die überraschend offensiv interpretiert worden war. Cejudo war weitgehend von Defensivaufgaben ausgenommen, und auch der Verbindungsspieler Torres arbeitete nicht annähernd so stark zurück wie die beiden Sechser. Das war auch gewissermaßen das Problem von Osasuna: Es gab defensiv nicht genügend Ressourcen, um dem Barça-Feuerwerk Einhalt zu gebieten. Armenteros, Loe und Silva formierten einen überwiegend engstehenden Dreier-Mittelfeldverbund in großer Nähe zur Viererabwehrkette. Aufgrund der Bewegungen der Barça-Spieler verschob die Mittelfeld-Dreierreihe häufig stark nach links und deckte den Raum gut ab. Im zweiten Spielfelddrittel gab es jedoch wenig Präsenz auf der rechten Außenbahn. Cejudo rückte häufig ein und war ohnehin nicht damit betraut, die rechte Seite abzusichern. Silva musste weite Wege zurücklegen, um Oier zu Hilfe zu kommen – es drohte eine gefährliche Gleichzahl- oder Unterzahlsituation. Erstaunlicherweise waren die Innenverteidiger von Osasuna, Loties und Arribas, sehr positionstreu und rückten in der ersten Halbzeit nur selten von ihrem Posten ab. Auch in Ansehung einer gefährlichen Situation auf den Flanken machten sie wenige Anstalten, ihren Außenverteidigern zu Hilfe zu kommen.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass über die linke Seite von Barça viel ging. Das schöne Distanztor von Iniesta war auch Osasunas Verteidigungsverhalten geschuldet. Das Dreiermittelfeld verschiebt stark nach links und rechts öffnet sich Raum für Andrés, der von den festhaftenden Innenverteidigern nicht angegangen wird. Bei Pedros Durchmarsch vor Messis Tor in der ersten Hälfte kommt die hohe Verteidigung von Osasuna hinzu – ein Ausdruck ihrer mutigen Spielweise.

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Barça defensiv stark und offensiv überragend

Und wie stand es offensiv um Osasuna? Viel Mut zum Risiko bedeutet nicht automatisch viele Chancen. Genau genommen fand Osasuna bis auf eine Ausnahme offensiv kaum statt. Cejudo, Torres und Riera suchten zwar einander, waren ständig in Bewegung, um Anspielstationen zu generieren; es rückten auch Spieler wie Silva, Damiá und Oier nach – doch am Ende fehlte einfach die Klasse, um sich gegen geistesgegenwärtige und spielstarke Katalanen durchzusetzen. Barça war zu jederzeit Herr des Geschehens und wankte selbst dann nicht, wenn Osasuna in Gestalt von Cejudo die Flanken überlagern wollte. Auch die hohen Bälle auf Riera als Bandenspieler parierte der Gastgeber hervorragend.

Es war ein starker Auftritt des FC Barcelona, der Mut macht im Hinblick auf das Clásico in der nächsten Woche. Tata Martino ließ diesmal Cesc Fàbregas und den Brasilianer Neymar auf der Bank, stattdessen stürmten Pedro und Alexis. Ihr Einsatz und ihre Passion waren nur das i-Tüpfelchen einer Mannschaft, die vor Ideen und Mobilität nur so strotzte. Kein Vergleich mit der Spielweise vor einer Woche! Die Bewegung im Spiel ist zurück und auch die Körpersprache ist eine andere. Trotzdem gibt es noch Raum für Verbesserung: Beim Offensivpressing stimmte die Zuordnung und das Positionsspiel nicht immer. Zweimal brachte Osasuna das Mittelfeld relativ einfach hinter den Ball, weil manch ein Spieler nicht immer konzentriert war. Letztlich waren diese kleinen Fauxpas’ angesichts der Führung nicht entscheidend. Gegen Real Madrid darf man sich solche Nachlässigkeiten jedoch nicht erlauben. Im Bernabéu aber wird aller Voraussicht nach ohnehin eine Mannschaft mit erhöhter Mittelfelddichte auflaufen.

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