Dembélé erlöst Barça durch spätes 1:0 gegen Valladolid

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In einer hart umkämpften Partie zwang der FC Barcelona ein bissiges Real Valladolid denkbar spät in die Knie. Die Blaugrana tat sich enorm schwer, am Ende sorgte Ousmane Dembélé für den Lucky Punch in der 90. Minute. Mit dem immens wichtigen 1:0-Sieg rückt man somit bis auf einen Punkt an Atlético Madrid heran.

Bis auf einen Punkt ist der FC Barcelona an Tabellenführer Atlético Madrid herangepirscht, die Pflichtaufgabe gegen Real Valladolid wurde aber wesentlich schwerer als erwartet, es bedarf eines späten Lucky Punches von Ousmane Dembélé wenige Minuten vor Abpfiff.

Die Rollenverteilung war dabei vorab klar: Für die Katalanen kam ein Punktverlust zu Hause gegen den derzeitigen Tabellensechzehnten nicht in Frage, wenn man im Meisterrennen endlich entscheidend aufholen wollte. Bei einer Niederlage würde die Blaugrana zudem hinter Real Madrid zurückbleiben, das am Samstag mit 2:0 gegen Eibar gewonnen hatte.

Gegen den Underdog aus Valladolid ließ Trainer Ronald Koeman von Beginn an seine derzeit beste Elf auflaufen. Offenbar wollte er nicht riskieren, den nach einer Länderspielpause beinahe schon obligatorischen Ausrutscher zu kassieren. Vor Marc-André ter Stegen verteidigten wieder einmal Mingueza, de Jong und Lenglet in der Dreierkette, während Alba und Dest auf den Außen alle Freiheiten im 3-4-3 hatten. Pedri und Busquets bildeten das zentrale Mittelfeld, an der vordersten Front agierten Messi, Griezmann und Dembélé.

Bemerkenswert war zudem die Tatsache, dass Koeman die beiden von der Gelbsperre bedrohten de Jong und Messi von Beginn an aufbot. Bei einer weiteren gelben Karte wären diese beiden Spieler für das nächste Ligaspiel und somit den Clásico gesperrt. Ein Ausfall von nur einem der beiden wäre eine herbe Schwächung in Hinblick auf das brisante Duell mit den Madrilenen, die vor diesem Spiel einen Punkt vor den Katalanen lagen.

Wackliger Spielbeginn und Glück für Barça

Die ersten paar Minuten begannen beide Teams gleich sehr aktiv, nach zwei Minuten gab Valladolid ein erstes ungefährliches Schüsschen ab. Man merkte den Gästen jedoch an, dass sie sie sich verstecken wollten. So musste Lenglet nach fünf Minuten per Kopf vor Kenan Kodro klären. Im Gegenzug kam Dembélé nicht mehr an eine scharfe Hereingabe Albas heran. In der 9. Minute wackelte dann auf einmal das Gebälk – und zwar aufseiten Barcelonas. Bei einer hohen Hereingabe Jankas von der rechten Seite fühlte sich niemand in blaugrana für Kenan Kodro zuständig, der wuchtig an die Latte köpfte, ter Stegen wäre machtlos gewesen.

Das rüttelte die Katalanen dann ein wenig wach, Mingueza nach einer Ecke und Messi mit einem Freistoß näherten sich dem Tor von Ex-Barcelona-Spieler Jordi Masip, dem Keeper der Gäste, an. Insgesamt wurde das Spiel aber etwas zerfahren, Barça war besonders in der Rückwärtsbewegung zu unaufmerksam. Somit überließ man Valladolid weitaus mehr Spielanteile, als sich das Koeman mit Sicherheit gewünscht hatte. Gerade zwischen der 20. und der 30. Minute war Valladolid entschieden torgefährlicher als die Katalanen.

Roque Mesa hatte in der 24. und 25. Minute beispielsweise zwei Abschlussmöglichkeiten, die er aber nicht nutzen konnte. Generell rückte Valladolid bei Kontern schnell und geschlossen auf und brachte somit Barcelonas Hintermannschaft öfters in Bedrängnis.

Pedri mit dem Pfostenschuss

Außer einem akrobatischen Versuch von Messi (27.) und einem harmlosen Kopfball von Dembélé (32.) konnten die Hausherren keine offensiven Akzente setzen. Viele ungewöhnliche Pass- und Stellungsfehler verhinderten ein ums andere Mal ein strukturiertes Angriffsspiel. Real Valladolid war hingegen perfekt auf das Vorgehen der Blaugrana eingestellt und antizipierte die gegnerischen Aktionen immer wieder hervorragend.

Es dauerte dann bis zur 45. Minute, als es die beste Chance Barças gab: Pedri und Messi kombinierten sich in den gegnerischen Strafraum, die Gäste bekamen aber gerade noch so ein klärendes Bein dazwischen. Der weggespitzelte Ball fiel dann Pedri vor die Füße, der direkt abzog und präzise das linke untere Eck anvisierte. Jordi Masip konnte den Ball aber gerade noch so an den Pfosten lenken..

Koemans neue Taktik erfolgreich

Koeman wechselte nach der Pause zwar nicht das Personal, änderte dafür allerdings etwas an der taktischen Grundaufstellung. Frenkie de Jong, der auch schon in der ersten Halbzeit immer wieder nach vorne gerückt war, spielte nun endgültig im zentralen Mittelfeld. Durch sein Hervorrücken bildeten Lenglet und Mingueza nun zu zweit die Innenverteidigung, gemeinsam mit Alba und Dest wurde das defensiv dann zur klassischen Viererkette und einem 4-3-3.

Die Umstellung fruchtete direkt, der FC Barcelona kam drückend überlegend aus der Kabine. Mehr Ballkontrolle und mehr Bewegung im letzten Drittel brachten einen erheblichen Zuwachs an Gefahr. Mehr als zwei Distanzschüsse von Alba und Lenglet und einem Messi-Freistoß in die Mauer sprangen in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff aber nicht heraus.

Wie schon in der ersten Halbzeit hatten dann aber die Gäste die erste große Chance. Olaza setzte sich auf Barças rechter Abwehrseite stark gegen Dembélé und Pedri durch, die hier aber auch viel zu passiv agierten. Den Schuss donnerte Olaza dann aber ans Außennetz.

Im direkten Gegenzug versuchte sich Messi aus der Distanz, Masip parierte problemlos. Nach 59. Minuten hatte auch die Blaugrana die erste Großchance: Messi schickte Dembélé auf die Reise, der flach links abschloss. Masip hielt aber klasse, den Rebound brachte Griezmann dann aus schwieriger Position per eingesprungenem Kopfball nicht mehr aufs leere Tor, die Kugel ging Zentimeter daneben.

Brechstange funktioniert nicht

In den Folgeminuten versuchte es der FC Barcelona fast schon mit der Brechstange. Man schoss aus allen Lagen und Positionen, wirklich gefährlich wurde es dabei aber nicht. Zweimal Messi (64. und 71.) und einmal Trincão (66.) probierten Distanzschüsse, die Masip alle entschärfen konnte. Hereingaben von Alba (69.) und Dest (73.) fing Valladolids Keeper ebenso ab. Auch die Einwechslungen von Braithwaite, Trincão, Araújo und später Moriba konnten zunächst nicht den Unterschied ausmachen.

Große Aufregung herrschte auf einmal in der 80. Minute, als Valladolids Mittelfeldspieler Óscar Plano nach einem taktischen Foul von hinten an Dembélé die (sehr harte) Rote Karte sah. 

In Unterzahl ging es den Gästen nun nur mehr darum, hinten die Null zu halten. Auf der anderen Seite intensivierte Barcelona die Bemühungen, ohne dabei aber zwingend vor den Kasten von Masip zu kommen.

Dembélé mit dem Lucky Punch

Als niemand mehr daran glaubte, gelang aber doch noch der erlösende Siegtreffer. Die Katalanen standen mittlerweile sehr hoch und besetzten durchgehend Valladolids Strafraum. De Jong brachte in der 90. Minute den Ball hoch in die Mitte, wo Araújo die Kugel per Kopf mit Glück und Gegnerkontakt zu Dembélé verlängerte. Der Franzose nahm den Ball direkt volley und schweißte das Ding ins kurze Eck – das vielumjubelte und befreiende 1:0.

Mit diesem späten Siegtreffer konnte der FC Barcelona also doch noch den dringend benötigten Pflichtsieg einfahren und Atlético Madrid noch mehr in Bedrängnis bringen. Der Titelkampf in LaLiga ist nun endgültig offen, Barça hat nur noch einen Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Atlético. Bereits im nächsten Spiel, dem Clásico am Samstagabend, wird sich entscheiden, ob Real Madrid oder Barcelona als erster Verfolger in den Saison-Endspurt geht.

 

Michael Weilch
Treuer Culé seit Beginn der Ära Messis und der festen Überzeugung, dass Barça "més que un club" ist. Hofft, dass sich die Blaugrana auf ihre historischen Wurzeln besinnt und gerade in heutigen Zeiten ein Leuchtbild für Demokratie und Chancengleichheit darstellt - der Grund, warum der FC Barcelona eben nicht "nur" ein Fußballverein ist. Motto: "Tots units fem força!"
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