Der nächste Gegner im Fokus: FC Villarreal

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Nachdem La Liga aufgrund der Pokalspiele eine Woche pausiert hat, empfängt der FC Barcelona am Samstag nun den FC Villarreal. Der Aufsteiger spielt derzeit über allen Erwartungen und kann sich sogar Hoffnungen auf den vierten Champions-League-Platz machen. In ihrem letzten Liga-Spiel empfing das „Gelbe U-Boot“, wie sie genannt werden, den FC Málaga, für welchen die Saison bisher noch nicht wirklich rosig verläuft. Trotz allem sollte die Partie aber keine so klare Sache werden, wie man zunächst hätte vermuten können.

Spielverlauf FC Villarreal – FC Málaga

Der FC Villarreal hatte ein wenig Probleme, ins Spiel zu finden, konnte das Geschehen aber anschließend kontrollieren. Auf die erste Großchance in einer auch insgesamt recht chancenarmen Partie musste man aber recht lange warten. Dann ging es schnell, als Bruno den Ball in der Vorwärtsbewegung von Málaga eroberte und sofort auf Uche durchsteckte. Dieser musste sich allerdings dem Torhüter der Gäste geschlagen geben (23‘). Nur ein paar Minuten später hatte er die nächste Topmöglichkeit: Cani setzte sich auf dem linken Flügel durch, passte nach innen auf Costa, der hochpräzise vor das Tor flankte – doch der Nigerianer köpfte schwach am Tor vorbei (27‘). Doch danach war es soweit für den FC Villarreal! Costa konnte seinem Gegenspieler früh den Ball abnehmen, schickte Cani nach vorn; dessen Hereingabe kam perfekt zwischen zwei Verteidigern rein, wo Bruno den Ball locker ins rechte untere Eck schlenzte (32‘).

In der zweiten Hälfte erhöhte Málaga zunehmend die Angriffsintensität und hatte die Riesenchance zum Ausgleich: Eliseus Distanzschuss konnte Asenjo nur prallen lassen, sodass Morales zum Nachschuss kam, der allerdings von den Beinen des Keepers abgelenkt neben das Tor ging (67‘). Kurz vor Schluss stand Giovani dos Santos dann kurz vor der Entscheidung des Spiels zugunsten von Villarreal. Ein Freistoß von Bruno aus dem Halbfeld flog über alle hinweg und fand am rechten Pfosten den Kopf des Mexikaners – doch Willy Caballero hielt hervorragend (90‘). Letzteren fand man anschließend noch auf der anderen Seite im Strafraum, als Málaga noch einen letzten Eckball bekam. Anderson brachte die Kugel rein, der angreifende Torhüter kam fast mit dem Kopf ran, doch hinter ihm übernahm es Weligton, der das Leder unhaltbar in den Kasten köpfte (94‘).

Statistik

Tore: 1(1) – 1(0)
Ballbesitz: 40% – 60%
Schüsse (aufs Tor): 7(3) – 8(3)
Ecken: 9 – 8
Fouls: 12 – 11
Abseits: 5 – 3

Spielweise und Taktik

Der FC Villarreal spielte erneut in einer 4-4-2-Formation, die personell wie folgt besetzt war: Torwart war Asenjo; in der Vierer-Abwehrkette spielten von rechts nach links Mario, Musacchio, Paulista und Costa. Das zentrale Mittelfeld bildeten Trigueros und Bruno, welche zu ihrer rechten Aquino und zu ihrer linken Cani hatten. Uche und Pereira waren im Sturm positioniert. Dos Santos, Star der Mannschaft, nahm vorerst auf der Bank Platz und kam erst nach 60 Minuten in die Partie.

Villarreal hatte die Partie in der ersten Hälfte weitgehend unter Kontrolle. Die Spieler aus Málaga wurden bei ihrem Aufbauspiel schon früh mit einem guten Pressing gestört. Dieses diente primär nicht der Balleroberung, verhinderte allerdings hervorragend, dass der Gegner sich auf dem Spielfeld kontrolliert nach vorn bewegen konnte. Wenn die Andalusier allerdings in die Hälfte von Villarreal eindringen konnten, wurde die Intensität des Pressings kontinuierlich erhöht. Somit war Málaga entweder zu Rückpässen gezwungen oder zu riskanten Aktionen, die meist einen Ballverlust mit sich führten. Die Spieler des ‚Gelben U-Bootes‘ verschoben sich nicht zuletzt dank guter Laufarbeit immer gut, sodass sie in Ballnähe klar in Überzahl waren. Interessant zu beobachten war, dass die Viererkette im Mittelfeld immer erhalten blieb. Um die beiden Stürmer beim Pressing zu unterstützen, musste zwar immer ein Akteur aus dem Mittelfeld mit nach vorn rücken, wurde aber sofort durch einen Abwehrspieler ersetzt. Somit deckte Villarreal jederzeit die ganze Breite des Feldes ab und es taten sich weder Lücken in der Mitte auf noch hatte ein Málaga-Spieler auf dem Flügel freie Bahn.

In die Offensive ging der FC Villarreal zunächst nicht überstürzt heran, sondern hielt den Ball in den eigenen Reihen. Sobald sie sich dem Tor des Gegners näherten, feilten die Spieler aber nicht lange, sondern suchten möglichst schnell Wege, das Spiel schnell zu machen. Dabei kombinierte man Räume schaffende Soli mit schnellem und präzisem Kurzpassspiel. Hier ist anzumerken, dass diese Vorgehensweise in diesem Spiel wenig effektiv war, da Málaga eine sehr gute Defensivarbeit zeigte; doch in vielen vergangenen Spielen war diese Art und Weise ein entscheidender Faktor für viele Torraumszenen. Noch gefährlicher war der FC Villarreal aber, wenn sie zu einer frühen Balleroberung kamen und ihr schnelles Umschaltspiel einsetzen konnten. Wie schon gesagt, spielten sie an vorderster Front kein besonders intensives Pressing, allerdings konnte die Schlagzahl auch urplötzlich erhöht werden, wenn der Gegenspieler in eine ausweglose Situation geraten war. Auch bei abgefangenen Konterversuchen konnte das ‚Gelbe U-Boot‘ sich bietende Räume sehr gut nutzen. Um das Angriffsspiel zu unterbinden, ging Málaga oft auch sehr robust in die Zweikämpfe – die Ironie an der Sache ist, das sich zwei ihrer Akteure bei Fouls der eigentlich sehr disziplinierten Abwehrspieler von Villarreal verletzten.

In der zweiten Hälfte wollte Málaga gegen den Rückstand kämpfen und spielte nun mutiger und besser nach vorne. Villarreal ließ sie dabei gewähren und zog sich nun relativ weit in die eigene Hälfte zurück. Offensiv schaltete Villarreal sehr zurück; auch der eingewechselte Giovani dos Santos hatte nur wenige Momente, in denen er gefährlich werden konnte. In der Verteidigung wurde der Gegner jetzt erst ab ca. 30 Metern vor dem Tor ernsthaft angegriffen. Da die Spieler aber um den eigenen Strafraum herum extrem dicht standen, gab es kaum ein Durchkommen für die Andalusier. Aber ein paar Mal schaffte es Málaga doch, die Abwehr zu durchbrechen und in den Strafraum einzudringen. Dort sah Villarreal zwar etwas unkoordiniert aus, es gelang ihnen aber trotzdem, sich aus den Situationen zu befreien. Ein ähnliches Problem stellte sich allerdings auch über 90 Minuten bei Standartsituationen des Gegners ein. Fast nie stimmte die Abstimmung und korrekte Positionszuweisung im eigenen Sechzehner. Bestes Beispiel dafür ist der Gegentreffer in der letzten Aktion bei einem Eckball, als fast der gegnerische Torhüter zum Kopfball kam und anschließend der Torschütze viel näher zum Ball stand als sein Gegenspieler und den Ball so relativ einfach aufs Tor bringen konnte.

Alles in allem ist der FC Villarreal ein hochgefährlicher Gegner, den man unbedingt ernst nehmen sollte. Wenn die Spieler einen guten Tag erwischen, können sie mit ihren frischen und mutigen Angriffen praktisch jedem Gegner gefährlich werden. Nicht umsonst ließen sowohl Real Madrid als auch Atlético Punkte gegen den Aufsteiger liegen.

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