Der nächste Gegner im Fokus: Rayo Vallecano

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Nach der unglaublichen Wende in der Champions League wird beim FC Barcelona nun sicherlich erst einmal wieder alle Konzentration auf die Liga gerichtet. Dabei darf man sich auf Besuch aus Madrid freuen: Rayo Vallecano, eine der Überraschungsmannschaften dieser Spielzeit, will das Camp Nou bestimmt nicht ohne Punkt verlassen. Die Mannschaft von Paco Jémez, für welche der Klassenerhalt schon so gut wie in der Tasche ist, kann sogar von einem internationalen Startplatz träumen. Schon am letzten Wochenende bekamen es die Spieler mit Barcelona zu tun – allerdings mit Espanyol und auch auf heimischem Platz.

Spielverlauf Rayo Vallecano – Espanyol Barcelona

Zum ersten Mal Gefahr in den Strafraum der Madrilenen brachte Sergio García. Ihm landete ein schlecht weggefausteter Ball vor den Füßen. Da er keine freie Schussbahn hatte, versuchte er es mit einem Lupfer, bei dem Rubén seinen Fehler aber wettmachen konnte (8‘). Noch besser sogar: Er leitete schnell einen Gegenangriff ein, bei dem Leo Baptistão alle stehen ließ, sich mit einer Körpertäuschung Platz verschaffte, in die Mitte flankte und dort Alejandro Domínguez fand – dieser konnte Vallecano dann nach gerade einmal neun Minuten in Führung bringen. Bald darauf hätte ein unnötiger Ballverlust die Mannschaft aber in Verlegenheit bringen können. García kam hier zum Abschluss, aber erneut hatte Rubén die Kugel sicher (12‘). Doch auch Domínguez durfte ein zweites Mal gefährlich werden, als er nach einem als Pass ausgeführten Freistoß den Ball hart aufs Tor brachte, was aber nur eine Ecke bescherte (23‘). Bei Espanyol strahlte wieder einmal nur García Gefahr aus, verschoss aber klar, als Rubén zu weit vor dem Tor stand (28‘). Nachdem er noch gegen Baptistão den entscheidenden Schritt schneller war (41‘), passierte Kiko Casilla dann der gleiche Fehler wie seinem Gegenüber. Er war etwas zu weit vor dem Tor und Piti zog deshalb aus 20 Metern ab, doch die Fingerspitzen des Torhüters verhinderten, dass Vallecano schon vor der Pause erhöhen konnte (45‘).

Nach dem Wiederanpfiff waren es vorerst nur die Gastgeber, die gefährlich wurden. Der quirlige Leo Baptistão brachte den Ball nach einem Solo aus spitzem Winkel aufs Tor, erhielt aber nur einen Eckball (47‘). Bei diesem hämmerte der eingewechselte José Carlos das Leder Volley auf den Kasten, doch wieder parierte Casilla (47‘). Eine äußerst undankbare Aufgabe bekam der Gäste-Keeper bei einem Freistoß: Erst sehr spät konnte er sehen, dass niemand an den geflankten Ball kommt, fing ihn aber trotzdem mit Bravour ab (51‘). Als nächstes entschärfte er dann, als der völlig freie Baptistão ihn nach Pass von Piti umkurven wollte (53‘). Dann endlich hatte auch García mal wieder das Glück, dass der Ball irgendwie vor seinen Füßen landete. Vielleicht war er darüber zu sehr erschrocken; zumindest verzog er den Schuss völlig (60‘). Mit Wakaso hatte dann auch nochmal ein anderer Spieler von Espanyol eine Abschlusschance. Da sich aber gleich drei Abwehrspieler in den Schuss warfen, blieb auch dieser ohne Torerfolg (70‘). Der zu Beginn der zweiten Halbzeit so starke Casilla schaffte es nun, sein Torhüter–Zeugnis eigenhändig wieder zu zerreißen. Erst verschlief er es, den Ball rechtzeitig zu passen oder wegzuschlagen, sodass er dem anstürmenden Domínguez nur noch in die Beine schießen konnte. Glücklicherweise prallte der Ball von dort ins Toraus (75‘). Gleich darauf spielte Figueras einen Pass in den freien Raum, bei dem sich Casilla völlig verschätzte und dann nicht mehr verhindern konnte, dass Piti die Kugel ins Tor kullern ließ (77‘). 2:0 stand es also schon und Piti wollte nochmal nachlegen, aber sein Distanzschuss wurde dieses Mal sicher gehalten (83‘). Den Schlusspunkt setzte Rubén mit einer Parade eines Volleyschusses, den Stuani nach einer verlängerten Flanke aufs Tor gefeuert hatte (91‘).

Statistik

Tore: 2(1) – 0(0)

Ballbesitz: 64% – 36%

Schüsse (aufs Tor): 14(9) – 8(3)

Ecken: 7 – 7

Fouls: 13 – 16

Abseits: 1 – 1

Spielweise und Taktik

Rayo agierte in einem 4-2-3-1 System, welches durch eine sehr fluide Spielweise aber nur selten wie auf dem Papier aussah. Auffällig war die stark offensive Ausrichtung der beiden Außenverteidiger, die sich in jeden Angriff einzuschalten versuchten. Im Gegenzug halfen die beiden defensiven Mittelfeldspieler häufig hinten aus – mal zwischen den Innenverteidigern, mal selbst auf der Außenposition. Die Flügelspieler hatten einen starken Drang dazu, in den Strafraum zu rücken, was natürlich durch die Außenverteidiger kompensiert wurde. Der Stürmer ließ sich häufig bis auf die Höhe des offensiven Mittelfeldspielers fallen, um eine zusätzliche Anspielstation zu bieten. Je nach Situation spielten die beiden aber auch als zwei Stürmer nebeneinander im Strafraum. Positionsmäßig war also alles sehr wechselhaft.

Insgesamt war Rayo Vallecano um Spielkontrolle bemüht und die machte ihnen Espanyol auch nicht wirklich streitig. Trotzdem hatten sie aufgrund des starken Pressings des Gegners Probleme, das Spiel in dessen Hälfte zu verlagern. Schon die Verteidiger wurden sehr früh angegriffen, wodurch es schwierig wurde, sich bis zum Strafraum zu kombinieren. Einmal dort angelangt zeigte Rayo aber gute und schnelle Spielzüge, mit denen sie Espanyol einige Male sehr gefährlich wurden. Gerade in der zweiten Halbzeit, in der die Gäste etwas mehr riskieren mussten, war die Verteidigung teilweise noch unorganisiert, was den Gastgebern noch mehr Möglichkeiten bot. Besonders überzeugen konnte der junge Leo Baptistão, an dem mittlerweile sogar schon Clubs wie Atlético Madrid und Manchester United interessiert sein sollen. Er war ballsicher, lief viel und ließ auch gerne mal mit einem Sprint ein paar Verteidiger stehen.

Die defensiven Pflichten erfüllte Rayo alles in allem gut, was aber zugegebenermaßen auch nicht besonders schwer war. Der einzige gefährliche Spieler von Espanyol war Sergio García, den man häufig sogar mit zwei Mann versuchte aus dem Spiel zu nehmen. Trotzdem blieb ein langer Ball auf den katalanischen Stürmer die erste Wahl bei gegnerischen Angriffen, wodurch diese dann meist schnell verpufften. Einige Male probierten es die Gäste auch mit einem Kombinationsspiel, welches aber mit einem sehr intensiven Pressing in die Knie gezwungen wurde. Wenn Espanyol mal gefährlich wurde, lag das selten an einer vorangegangenen guten Aktion, sondern eher an hergeschenkten Möglichkeiten gepaart mit etwas Glück.

Insgesamt überzeugte Rayo Vallecano in diesem Spiel sowohl offensiv als auch defensiv und brachte den Sieg sicher über die Bühne. Ob sie auch Barça ein Bein stellen können, wird man dann auf dem Platz sehen.

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