Ernesto Valverde stellt Pep Guardiolas Rekord ein

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Mit dem 2:0-Erfolg gegen Eibar hat es der FC Barcelona am gestrigen Abend geschafft, einen von Pep Guardiola aufgestellten Rekord aus der Saison 2010/11 einzustellen. Die Katalanen sind seit mittlerweile 31 Ligaspielen infolge ohne Niederlage. Es ist also auch ein Rekord, der seinen Anfang zum Ende der Amtszeit von Luis Enrique genommen hat. Wir blicken zurück, indem wir den Beginn dieser Erfolgsserie beleuchten und auf die Ursachen dieser Serie blicken, denn: welche Änderungen waren nötig, diese Serie zu ermöglichen?

Luis Enrique machte gegen Real Sociedad den Anfang

In der Saison 2016/17 wurde der damals eher unerwartete Weg gen Rekordeinstellung beschritten: Nachdem man gegen Malaga eine Niederlage hinnehmen musste und sich deshalb die Titelchancen minimiert haben, gewann man gegen Real Sociedad danach knapp mit 3:2 im Camp Nou. Bis zum Saisonende sollte es in der Liga daraufhin regelrecht einen Sieg nach dem anderen hageln, was allerdings keinen Titelgewinn nach sich zog, auch wenn man den Clásico mit 3:2 im Bernabéu für sich entscheiden konnte. Mit nur einem Titel (Copa del Rey) beendete man daraufhin die Saison 2016/17. Luis Enrique trat in der Folge als Barça-Trainer zurück, sodass sich die Blaugranas auf die Suche eines neuen Trainers machen mussten.

Ein holpriger Start mit Ernesto Valverde

Und man sollte schnell fündig werden: Der FC Barcelona streckte seine Fühler nach Bilbao, wo bis dahin Ernesto Valverde die Mannschaft trainiert hat. Mit Valverde hat man somit einen weiteren Trainer verpflichtet, der bereits eine Vergangenheit bei den Katalanen hat: Von 1988 – 1990 spielte Valverde für die Blaugranas und erzielte in insgesamt 22 Spielen acht Tore.

Der Start mit Barcelona sollte allerdings alles andere als positiv verlaufen: Bereits in den ersten Pflichtspielen gegen Real Madrid in der Supercopa hatte man durchaus deutlich das Nachsehen, was eher für aufgeregte und pessimistische Gemüter bei den Culés sorgte, denn stellte man sich nach dem Abgang von Neymar und dem bis dahin eher mangelhaft verlaufenen Transferfenster, wie man es schaffen könne, mit diesem Kader eine möglichst erfolgreiche Saison zu spielen. Für die Katalanen gab es regelrecht negative Zukunftsprognosen und diesem Druck soll der Ex-Athletic-Bilbao-Trainer standhalten, der bis dato noch nie eine Mannschaft dieser Klasse trainiert hat?

Eine klare Handschrift ist zu erkennen: Der Fokus liegt auf der Defensive

Es scheint so, als hätte Valverde die vergangene Spielzeit des FC Barcelona genauestens verfolgt und sich auf seine neue Aufgabe vorbereitet, indem er die Defizite des FC Barcelona herauskristallisiert und dann korrigiert. Unter Luis Enrique war vor allem die letzte Saison in defensiver Hinsicht alles andere als souverän – daran konnte auch das gefürchtete Trio ‚MSN‘ nicht viel ändern. Insbesondere ging zum damaligen Zeitpunkt die Dynamik als auch die Absicherung im Mittelfeld abhanden, sodass die Katalanen bei Angriffen des Gegners durchaus ein Loch zwischen den Defensiv- und Angriffsreihen hatten, welches ihnen des Öfteren zum Verhängnis wurde.

Mit dem Abgang von Neymar hatte Valverde außerdem eine freiere Hand bei der Systemauswahl und sah nun die Möglichkeit, seine Lieblingsformation bei Barça spielen zu lassen: Das 4-4-2. Lustigerweise wurde ebenjenes System auch unter Luis Enrique gespielt, sobald man den Weg in Richtung Defensive antrat, mit dem Unterschied, dass Neymar sich regelmäßig nach hinten bewegt hat. Der Brasilianer hat allerdings seine Fähigkeiten eher in der Offensive als darin, die Defensivordnung aufrechtzuerhalten, auch wenn er sich durchaus bemüht hat. Wie schon Messi und Alba erkannt haben, ist durch den Wechsel von Neymar in dieser Hinsicht eine positive Entwicklung zu vernehmen: Man hat nun mehr Mittelfeldspieler parat, die dazu in der Lage sind, Defensivaufgaben wahrzunehmen und die Grundordnung im 4-4-2 zu wahren, indem man vor allem dynamischer agiert als noch in der Vorsaison. Immerhin zeigen sich die Mittelfeldspieler des FC Barcelona in dieser Saison auch in der Offensive von einer definitiv besseren Seite als zuletzt. Die Folge dieser Umstrukturierungen sieht wie folgt aus: Nach Atlético Madrid (neun Gegentore) haben die Blaugranas in den Top-fünf-Ligen mit nur elf Gegentoren die stärkste Defensive, wobei hier angemerkt sein muss, dass Atlético Madrid noch ein Spiel weniger hat. Ein Wert, der sich allemal sehen lassen kann. Zum Vergleich: In der letzten Spielzeit hatte man zum selben Zeitpunkt neun Gegentore mehr hinnehmen müssen.

Ungefährdet an der Tabellenspitze

Nun befindet sich der FC Barcelona alles andere als erwartet ungefährdet an der Spitze der Liga. Der charismatische Trainer hat es unter anderem durch sein goldenes Händchen bei den Einwechslungen und seiner damit verbundenen Stärken im Ingame-Coaching geschafft, eine Konstanz beim FC Barcelona herbeizuführen, die es zuletzt in der Saison 2010/11 unter Pep Guardiola gegeben hat. Seit dem Beginn der Liga-Saison hat man insgesamt 62 Punkte sammeln können. Hierbei gewann man in den bisherigen 24 Spielen 19 Mal und spielte lediglich fünfmal Unentschieden, zuletzt zweimal infolge gegen Espanyol Barcelona und Getafe. Mit teilweise zweistelligem Vorsprung stehen Ernesto Valverde und Co. vor Atlético Madrid, Valencia und Real Madrid, sodass durchaus davon ausgegangen werden kann, dass am Ende der Saison der Ligatitel zurück in die katalanische Metropole kommt. Weiterhin ist aufzuführen, dass man auch in der Copa del Rey im Finale steht und dort auf den FC Sevilla treffen wird. In der Champions League spielen die Blaugranas demnächst im Achtelfinale gegen den FC Chelsea. Es fehlt in der Liga noch ein Sieg, um einen neuen Rekord aufzustellen.

Was haltet ihr von Valverdes bisheriger Leistung? Habt ihr derartige Ergebnisse erwartet oder überraschen sie euch?

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