FC Malaga – FC Barcelona 22.01.2012

StartLa LigaFC Malaga - FC Barcelona 22.01.2012
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Mit einem glänzend aufgelegten und herausragenden Lionel Messi lässt der FC Barcelona den Gastgebern keine Chance. Ohne Kapitän Puyol, Xavi und Fabregas gewinnen die Katalanen bei Malaga mit 4:1. Eine gelungene Generalproble für das Clasico am Mittwoch.

Mit drei Toren avancierte Lionel Messi zum Matchwinner. Zwei dieser Glücksmomente waren herrliche Sololäufe vorausgegangen, die einen Gegner nach dem anderen aussteigen und das Tor sekündlich näher rücken ließen. Und dennoch konkurrieren diese beiden schönen Ereignisse nicht alleine um den schönsten Moment im Spiel. Beim Führungstreffer trotzte der kleine Argentinier der Schwerkraft und verzückte die Zuschauer mit Qualitäten, die ihm immer noch zuweilen – zu Unrecht – aberkannt werden. Dass Messi über eine ausgezeichnete Kopfballtechnik verfügt, ist nicht mehr abzustreiten.

Fahrlässige Chancenauswertung

Die Begegnung nahm nur sehr langsam Fahrt auf und wurde vom Gastgeber nur wenig intensiv geführt. So ergaben sich großzügige Räume für den FC Barcelona, die Sanchez in der Anfangsphase mit einem Kopfball nach Flanke von Thiago zur Führung hätte nutzen können. Ein Schuss von Messi, nachdem er einen Gegenspieler ins Leere laufen ließ, passierte nur knapp den rechten Pfosten. Auch der FC Malaga kombinierte in nicht gerade beengten Verhältnissen und kam durch Isco zum ersten Torschuss, der jedoch von Valdez mit einer tollen Parade entschärft worden ist. Unmittelbar darauf kam Isco in der 16. Minute zu einer Doppelchance nach einer Ecke, fand jedoch wiederum in dem glänzend parierenden Valdez seinen Meister. Wenig später vergab auf der Gegenseite Pique völlig frei stehend nach einem Freistoß eine Großchance zur Führung; sein Kopfball ging am linken Pfosten vorbei. Die nächsten Minuten gestalteten sich ein wenig zäh, und der FC Barcelona versuchte sein Glück mit Distanzschüssen von Iniesta und Thiago, denen es allerdings an Präzision mangelte. Erst in der 30. Minute gab es wieder eine tolle Aktion zu bewundern. Messi spielt einen Pass von Weltklasseformat auf Abidal, der jedoch den Ball und damit einen Hochkaräter verstolpert. In dieser Situation war Abidal einfach nicht geistesgegenwärtig, nicht konzentriert genug, wie auch zum Teil in der Defensive, als er im Anschluss an diese Möglichkeit Van Nistelrooy ziehen ließ, welcher beinahe an eine gefährliche Hereingabe herangekommen wäre. Kurz darauf konnte aber Messi die Überlegenheit der Blaugrana in etwas Zählbares ummünzen. Adriano schlug eine Flanke in die Mitte des Strafraums, in den sich der dreifach ausgezeichnete Weltfußballer  – sträflich vernachlässigt – hineinbegeben hat und mit dem Kopf die Führung besiegelte. Das war der verdiente Lohn für ein erfrischend leichtes Offensivspiel.

Die Messi-Show nimmt seinen Lauf

Nach dem Seitenwechsel sollte das Leistungsgefälle noch deutlicher werden. Der ohnehin sehr passive Gastgeber konnte sich ob des katalanischen Pressings nicht mehr befreien und strauchelte von einer Verlegenheit in die andere. Bereits die erste hiervon führte zur Vorentscheidung in der Partie. Einen Schuss von Thiago zentral außerhalb des Strafraums konnte der Keeper noch klären, aber die Gefahr nicht bereinigen. Adriano kam links an den Ball und beförderte ihn sofort zurück in den Strafraum, wo der einschussbereite Thiago bereits wartete, aber wieder den Ball nicht im Tor unterbringen konnte. Den vom Torwart ausgehenden Abpraller verwertete schließlich Sanchez wenige Minuten nach Wiederanpfiff zum 2:0. Für Malaga, das den frühen Gegentreffer noch nicht gänzlich verdaut hat, kam es aber noch schlimmer. Ein gewisser Dribbelkünstler Namens Lionel Messi verspürte das Bedürfnis, seine Kunst auch mit den Fans des FC Malaga zu teilen und setzte zu einem unnachahmlichen Sololauf an, bei dem der Ball erst wieder zur Ruhe kam, nachdem er von dem Tornetz von seinem unbedingten Vorwärtsdrang befreit wurde. Das sollte allerdings noch nicht das Ende seiner Bestrebungen gewesen sein. In der 74. Spielminute lenkte das Phänomen einen Freistoß an die Unterkante der Latte und verpasste damit nur knapp das dritte Tor an diesem Abend. In nahezu jeder Spielszene stand Lionel Messi im Mittelpunkt. Zehn Minuten vor dem Ende der Partie krönte er seine außergewöhnliche Vorstellung mit dem dritten Erfolgsmoment in weniger als eineinhalb Stunden, dem wieder ein Dribbling zum Dahinschmelzen vorangegangen war. Mathijsen konnte Messi nicht halten, niemand konnte das. In der Schlussphase musste der FC Barcelona noch ein Gegentor durch Rondon hinnehmen, weil sich nach dieser deutlichen Führung zum Ende hin Nachlässigkeiten eingeschlichen haben, die angesichts des Vorsprungs aber verkraftbar waren. Beinahe hätte Messi in der Nachspielzeit noch weitere Tore erzielt, die des Guten dann aber doch zu viel gewesen wären. Schließlich steht im Verlauf der Woche auch noch ein Spiel an, bei dem der Gegner unter Umständen auch einen Bedarf an Messi-Toren haben könnte. Eine tolle Mannschaftsleistung in der Ferne mit einem Spieler, der immer hervorragt. Visca el Barca!

 

Raphael L.

Spielestatistik

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