FC Villarreal – FC Barcelona: 3 Brennpunkte zum Spiel

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4:4 spielte der FC Barcelona am Dienstagabend beim FC Villareal und ließ somit den 10-Punkte-Vorsprung zu Atlético Madrid auf acht Punkte schmelzen, bevor es am kommenden Samstag zum Kracher zwischen beiden Klubs im Camp Nou kommt. Im Vergleich zum Duell gegen Espanyol rotierte Ernesto Valverde auf vier Positionen durch und nahm Gerard Piqué, Ivan Rakitić, Nélson Semedo und Lionel Messi heraus. Die heutigen drei Brennpunkte sollen einmal genutzt werden, um zu erläutern, wie sich diese Wechsel auswirkten, inwiefern sich das Spiel in allen drei Mannschaftsteilen veränderte und warum sich Valverde damit deutlich verschätzte.

Umtiti für Piqué

Mit Gerard Piqué hat der FC Barcelona einen der besten Innenverteidiger weltweit im Kader. Eine bemerkenswerte Ruhe und Sicherheit, sowohl in der Abwehrarbeit, als auch im Eröffnungs-und Offensivspiel zeichnet “Piquenbauer”. Gegen Villareal durfte er pausieren und ein anderer, der gemeinhin zu den besten Defensivspezialisten des Planeten gezählt wird, durfte für ihn reinrotieren. Die Rede ist von Samuel Umtiti, welcher an der Seite von Clément Lenglet beginnen durfte. Zu Beginn strahlte der Franzose noch eine sehr große Unsicherheit aus, was unter anderem zu einem haarsträubenden Fehlpass in der achten Minute führte, der fast den Rückstand zur Folge hatte. Bei den ersten beiden Gegentoren und anderen gefährlichen Aktionen seitens Villareals traf ihn relativ wenig Schuld, da dies insbesondere als eine Folge der taktischen Ausrichtung von Valverde in der Verteidigung und im Mittelfeld gewertet werden kann. In der Defensive bildeten Lenglet und Umtiti bei Ballbesitz in der Regel eine Dreierkette mit dem zurückrückenden Busquets, sodass Alba und Roberto ins Mittelfeld rückten. Bei gegnerischen Kontern war es Umtitis Aufgabe, die rechte Seite zuzumachen. Die Bälle bei den Gegentoren wurden jedoch aus Kontern heraus entweder in das gegnerische Sturmzentrum (beim ersten Tor) oder auf die linke Seite (beim zweiten Tor) gespielt, sodass Umtiti nicht viel ausrichten konnte, da er relativ weit von den gefährlichen Zonen entfernt war. Hier hätte ein vierter Mann sicherlich gut getan, war die Dreierkette in diesen Situationen doch heillos überfordert. Zu oft gerieten Lenglet und Umtiti dabei in Laufduelle mit den gegnerischen Flügelstürmern, welche in der Regel schneller waren. Doch warum spielte Barça überhaupt mit einer Dreierkette?

Roberto für Semedo, Vidal für Rakitić

Die anderen drei Wechsel waren vor allem als Reaktion auf das Schonen von Lionel Messi zu verstehen. Zunächst einmal rotierte Sergi Roberto für Nélson Semedo in die Defensive der Katalanen. Seine Aufgabe war es, aus der Abwehr ins Mittelfeld zu rücken und Messis offensive Impulse, sowie das spielerische Element, welches La Pulga dort zur Entfaltung bringen kann, zu übernehmen. Er sollte sich dort für das Weiterleiten des Balles zu den Stürmern verantwortlich zeigen. Besonders gut war dies beim 1:0 zu begutachten, als Roberto Malcom mit einem wunderschönen Pass auf dem rechten Flügel bediente. Doch Lionel Messi ist ja nicht nur aus dem Mittelfeld heraus gefährlich, sondern übernimmt auch (bekanntlich) viele Aufgaben an vorderster Front und hat eine enorme Präsenz im Sturm, sowie eine enorm wichtige Funktion als Scorer. Für Luis Suárez allein wäre es in so einem Fall wohl extrem schwer, den Torgaranten Lionel Messi allein im Sturmzentrum zu ersetzen. Valverdes Lösung bestand darin, Arturo Vidal für Ivan Rakitić zu bringen. Der Chilene ist bekannt dafür, sich regelmäßig aus dem Mittelfeld zu lösen und ins Sturmzentrum einzuschalten. Dies tat er auch in dieser Partie und so spielte Barça zeitweise mit einem Doppelsturm, was jedoch nur bedingt funktionierte, da der Chilene relativ wenig Gefahr im Spiel nach vorne ausstrahlte und Suárez nicht seinen besten Tag erwischte. Rakitićs organisatorische Aufgaben sollten von Busquets und Arthur übernommen werden, womit diese jedoch zu zweit größtenteils überfordert waren. Vor allem in der Absicherung gegnerischer Konter war dies bemerkenswert, wobei sie nie genug Druck auf den ballführenden Gegenspieler bekommen haben (beim dritten und vierten Gegentor zu sehen).

Malcom für Messi

Wenn Messi nominell auf dem rechten Flügel spielt, befindet er sich in der Realität recht selten auf diesem. Der Flügel wird dann in der Regel vom aufrückenden Außenverteidiger bespielt. Dadurch, dass Sergi Roberto mit Aufgaben im Mittelfeld beschäftigt war, musste also ein echter Flügelspieler her. Diesen hat Valverde mit Malcom zum Glück im Kader und diesen brachte er auch. Der Brasilianer absolvierte dabei zu Beginn eine sensationelle Partie. Er spielte immer wieder seine Geschwindigkeitsvorteile sowie Dribblingfähigkeiten aus und bearbeitete den rechten Flügel konstant stark. Der Lohn: Ein Tor und eine Vorlage. Mit zunehmender Spieldauer tauchte aber auch er Schritt für Schritt ab, wodurch er es seinen Kollegen im Sturm, Luis Suárez und Philippe Coutinho gleich tat. Grundsätzlich war das aber eine Leistung, auf der man die nächsten Wochen aufbauen kann. Wer weiß, was möglich gewesen wäre, wenn der Brasilianer in einer funktionierenden und eingespielten Mannschaft hätte auflaufen dürfen.

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