Luis Enrique schwört auf das Spiel aller Spiele ein und glaubt an sein Barça

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Am Samstag ist es endlich wieder soweit. Die zwei polarisierendsten Vereine der Welt treffen beim größten Sportereignis des Jahres aufeinander. Ein historisches Duell, bei dem die Formkurve der letzten Wochen keine Rolle spielt, sondern die Tagesform das Zünglein an der Waage sein kann. Luis Enrique kann seine Vorfreude nur schwer unterdrücken und versorgte die Reporter mit reichlich interessanten Antworten.

Wie fühlt sich Luis Enrique ein Tag vor dem Spiel?

„Großartig. Nicht nur wegen dem anstehenden Spiel, das sehr attraktiv ist und von uns allen als sehr speziell angesehen wird, sondern auch aufgrund unserer aktuellen Position und dem Fitnessstand unserer Spieler.“

Kann der FC Barcelona im Clásico auf Leo Messi zählen? „Er trainiert wieder mit der Mannschaft und die Zeichen stehen im Allgemeinen gut. Das sind wunderbare Neuigkeiten für uns. Eine Trainingseinheit steht heute noch an und dementsprechend gibt es noch Dinge, die angesprochen werden müssen. Er wird nicht 100% fit sein, das ist direkt nach einer Verletzung unmöglich. Dennoch ist er ein sehr wichtiger Spieler und uns tut es gut, zu wissen, dass er sich erholt hat.“

Wann wird Lucho entscheiden, ob Messi von Beginn an spielt oder nur eingewechselt wird? „Solche Sachen habe ich noch nicht wirklich geplant. Ich werde heute und morgen mit ihm darüber reden. Anstoß ist um 18:15 Uhr, spätestens eine Stunde davor steht die Entscheidung fest.“

Nach welchen Kriterien entscheidet Lucho diese Situation? Geht er seinem Ermessen nach oder hört er auf das Wort der Spieler? „Beim Training achte ich besonders auf die Spieler, die gerade von einer Verletzung zurückkehren. Als Trainer kann man viele Dinge feststellen, aber am Ende ist es der Spieler, der wirklich weiß, wie er sich fühlt. Ich kann Ihnen sagen, dass er gewartet hat und sich immer mehr auf sein Comeback gefreut hat. Unabhängig davon, ob er morgen spielt oder nicht, ist seine Genesung eine Erleichterung für uns. Mir persönlich würde es besser gefallen, wenn er spielt.“

Eine Rückkehr auf den Platz scheint für Leo Messi also im Bereich des Möglichen. Wie sieht es mit Ivan Rakitic aus? „Ivan befindet sich in einer ähnlichen Situation wie Leo. Die Verletzung ist nicht so langwierig, er trainiert seit einigen Tagen wieder mit und macht gute Fortschritte. Wir werden heute nach dem Training miteinander sprechen. Das Training wird aufgrund des Clásicos morgen in physischer Hinsicht nicht sonderlich anspruchsvoll und wir werden sehen, wie die Spieler darauf reagieren. Mit Ivan kehrt ein weiterer wichtiger Spieler ins Team zurück.“

Piqué schwärmte neulich, ein Clásico würde ihn sehr erregen, Iniesta wäre gerne ein Motorrad. Welche Gefühle löst das Spiel aller Spiele bei Lucho aus? „Ich bin ein Eisberg (lacht).“

Ist das Momentum eher auf der Seite vom FC Barcelona oder von Real Madrid? „Die Leute übertreiben es kurz vor dem Clásico gerne mal. Ich werde unseren ewigen Rivalen nicht verteidigen und dieses Spiel wird nicht über die Meisterschaft entscheiden, unabhängig vom Ergebnis. Natürlich wollen wir die Madrilenen schlagen und das Auswärtsspiel gibt uns einen Extraschub. Es ist das bestmögliche Szenario für jeden Barça-Spieler, um die Fans glücklich zu machen. Also lasst uns hoffen, dass alles sportlich verläuft und wir das morgige Spiel genießen können. Wir werden unser Spiel so gut wie möglich durchziehen.“

Die Leute übertreiben es kurz vor einem Clásico gerne mal

Laut Rafa Benítez ist Real Madrid morgen der Favorit. Stimmt Lucho dieser Aussage zu? „Es macht keinen Unterschied, ob ich zustimme oder nicht. Wir spielen morgen, um die drei Punkte zu ergattern und ihr Potenzial zu minimieren, von dem sie sehr viel haben. Wir wissen, wie stark Real Madrid auf allen Positionen besetzt ist. Es interessiert mich nicht, wer im Vorfeld als Favorit gehandelt wird. Ich verlange nur von meinem Team, dass sie ihr Bestes geben, wovon ich überzeugt bin. Mal sehen, ob wir sie schlagen können.“

Die Terroranschläge in Paris haben die ganze Welt erschüttert. Konnte Luis Enrique sich überhaupt auf das anstehende Spiel konzentrieren? „Das Thema beschäftigt aktuell viele Leute, mich inbegriffen. Allerdings habe ich mich dadurch nicht ablenken lassen. Terrorismus ist ein Problem, mit dem wir noch viele Jahre zu kämpfen haben werden. Mich beschäftigen die verschärften Sicherheitsvorkehrungen nicht, ich achte nur auf den Fußball.“

Laut Luis Enrique ist das Spiel morgen nicht entscheidend für die Meisterschaft. Geht es in einem Clásico nicht um mehr als nur drei Punkte? „Es ist erst der 12. Spieltag. Letztes Jahr haben wir im Bernabéu verloren, anschließend im Camp Nou das Spiel und später die Meisterschaft gewonnen. Natürlich ist das ein sehr anspruchsvolles Spiel, aber es entscheidet, wie gesagt, nicht über den Ligatitel.“

Bei Real kehren ebenfalls einige Spieler von Verletzungen zurück. Wie haben sie die Haltung zum Spiel beeinflusst? „Wir richten unsere Spielweise nicht nach Einzelspielern unserer Gegner aus. Es gibt einige Muster, an die man sich anpassen muss und sie haben auch Spieler, die spielen könnten oder eben nicht, also wird ihre Aufstellung einen Unterschied machen und vielleicht werden wir deswegen einige Sachen feinabstimmen müssen. Wir gehen dieses Spiel an wie jedes andere auch. Ich hoffe, dass auf beiden Seiten die bestmöglichen Spieler zur Verfügung stehen werden, weil die Show dadurch so viel besser wird.“

Der Clásico findet nach einer Länderspielpause statt. Sind die Spieler noch müder als sonst? „Ja, dieser Umstand ist nicht besonders erfreulich, aber Real Madrid befindet sich in einer ähnlichen Situation. Das sind junge Menschen, die sich an solche Reisen gewöhnt haben. Der Clásico an sich ist eine derart große Motivation für die Spieler, dass solche Reisestrapazen schnell vergessen sind.“

Das letzte Ligaspiel hat Real Madrid gegen den FC Sevilla verloren. Wird sich diese Niederlage auf den Clásico auswirken? „Nein, ich achte nicht wirklich auf die vorherigen Ergebnisse, die unser Gegner erzielt hat. Natürlich möchte ich den direkten Rivalen immer verlieren sehen. Das wird aber nicht passieren und vor allem bei einem Spiel, mit dem so viele Emotionen verbunden werden, spielen die Resultate der vergangenen Wochen keine große Rolle. Real Madrid wird von Beginn an hellwach sein und versuchen, uns das Leben schwer zu machen. Wir werden versuchen, dagegenzuhalten und sie vor große Probleme zu stellen.“

Über die Niederlage im Bernabéu aus dem letzten Jahr: „Real Madrid hatte die guten Chancen, die sie sich herausgespielt haben, genutzt. Man kann nichts sagen, wenn das gegnerische Team besser gespielt hat. Nun haben sie einen neuen Trainer, was die Umstände ein weiteres mal verändert. Für uns ist es allerdings auch eine neue Saison und wir haben ebenso einige Dinge verändert.“

Piqué darf sich auf ein Pfeifkonzert im Bernabéu freuen. Wird dieser Clásico grenzwertiger als in der jüngeren Vergangenheit? „Das Bernabéu verhöhnt einige Barçaspieler, aber wir handhaben es im Camp Nou genauso. Als Folge dieser Buhrufe erhoffen sich die Fans eine schlechtere Leistung des Gegners. Meiner Meinung nach ist das unschön, aber es gehört zum Fußball dazu. Wir erwarten nicht, dass wir im Bernabéu nicht ausgepfiffen werden, das wäre lächerlich. Solange solche Sachen im Bereich des Vertretbaren bleiben und wirklich was mit dem Spiel zu tun haben, kann ich damit leben. Ich denke auch, dass es den Spielern gefällt. Hoffen wir morgen auf ein Fußballfest.“

Buhrufe sind unschön, gehören aber zum Fußball

Über den Bestechungsvorwurf, der vor kurzer Zeit in Spanien kursiert ist: „Als dieses Gerücht aufkam, sagte ich, dass man diesen Vorfall genau untersuchen sollte. Bis jetzt wurde noch kein Urteil gefällt und ich kann es mir nicht leisten, meine Zeit mit Gerüchten zu verschwenden. Ebenso wenig achte ich darauf, wer für dieses Spiel als Linienrichter eingeteilt wurde, wer der Schiedsrichter ist, ob sie einen, zwei oder gar sechzehn Linienrichter dabei haben. Ich weiß, dass dieses Spiel von professionellen Schiedsrichtern geleitet wird und konzentriere mich nur darauf, wie ich mein Team auf dieses Spiel einstellen kann.“

Lucho hat das Rom-Derby schon miterlebt. Ist der Clásico das brisanteste Derby ohne einen wirklichen Favoriten? „Der Clásico neigt dazu, keinen Favoriten zu haben. Selbstverständlich ist es schwerer, auswärts zu gewinnen, besonders gegen eine starke Mannschaft wie Real Madrid. Es ist immer sehr reizend, auswärts gegen unseren direkten Konkurrenten zu gewinnen. Wir versuchen, mit schönem Fußball zu überzeugen. Beide Teams verfügen über Spieler, die diesen speziellen Druck gewohnt sind. Vergleicht man das mit dem Rom-Derby, gibt es dort ähnliche Stadien, die randvoll besetzt sind, um hochklassigen Fußball zu sehen. Morgen ist eine gute Möglichkeit, um ein wundervolles Spiel zu sehen.“

Werden wir bei Messis Rückkehr im Bernabéu das beste MSN-Trio aller Zeiten sehen? „Ich erwarte immer die bestmöglichen Leistungen von jedem einzelnen Spieler. Wenn ein Kaliber wie Lionel Messi fehlt, ist es klar, dass andere Spieler einspringen und der Mannschaft so gut es geht helfen müssen. Diese Aufgabe haben die Spieler hervorragend gelöst. Nun kommen einige wichtige Spieler zurück in die Mannschaft und wir können Messi wieder bestaunen.“

Real Madrid ist vor allem wegen ihrem schnellen Konterfußball und ihrer Lufthoheit gefährlich. Sind sie in diesen Disziplinen besser als Barça? „Madrid hat viele Stärken. Sie sind unter anderem gut im Kurzpassspiel, bei langen Bällen, im Umschaltspiel und bei ruhenden Bällen. Sie gehören zweifellos zu den weltbesten Mannschaften. Doch ich glaube nicht, dass sie besser sind als wir und das sage ich als Trainer ihres Rivalen. Wenn wir nicht unser Bestes geben, können sie uns schlagen wie im letzten Jahr. Das erwartet man von einem Team, das die selben Ziele verfolgt wie wir. Für unsere Spieler gibt es kein motivierenderes Spiel. Wir wissen, dass am Ende nur eine Mannschaft die Liga gewinnen kann. Wenn wir genügend Zuversicht entwickeln und weiterhin die Spiele gewinnen, ist es umso besser.“

Wenn wir nicht unser Bestes geben, können sie uns schlagen wie im letzten Jahr

Fühlt sich Sergio Busquets eher auf einer defensiven oder auf einer offensiven Position wohl? „Sergio kann sowohl im zentralen Mittelfeld als auch in der Innenverteidigung spielen. In meinen Augen ist er aber im zentralen Mittelfeld am besten aufgehoben, da er dort seine unvergleichbare Qualität optimal ausspielen kann. Theoretisch könnte ich ihn auch hinter den Spitzen aufstellen, weil ich einfach weiß, dass er seine Aufgabe gut erledigt. Besonders gut gefällt er mir auf der Sechs als Dreh- und Angelpunkt. Es ist mir eine Freude, mit ihm zu arbeiten, ob auf oder neben dem Platz. Mit der Art und Weise, wie er den Fußball und seine Professionalität lebt, ist er ein echter Vorzeigeprofi für jeden Fußballer.“

Wie entspannt sich Luis Enrique am Tag vor dem Clásico? Ich bin zurzeit wohl in der besten Verfassung meiner Trainerkarriere. Ich schlafe wie ein Stein, da können Sie meine Frau fragen.“

Luis Enrique gehört zu den wenigen Spielern, die sowohl für die Blancos als auch für die Blaugranas aufgelaufen sind. Wo hat es ihm am besten gefallen? „Für Barcelona zu spielen war ohne Zweifel der Höhepunkt meiner Karriere.“

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