Neto patzt folgenschwer: Barça verschenkt bei Alavés in Überzahl Punkte

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Der FC Barcelona kommt gegen Deportivo Alavés nicht über ein enttäuschendes 1:1 hinaus. Zwar konnte Antoine Griezmann seinen ersten Saisontreffer erzielen, doch auch in Überzahl kann Barça die aufopferungsvoll kämpfenden Basken nicht schlagen.

Trotz zuletzt zwei Siegen in der Champions League stand der FC Barcelona in der Liga unter Zugzwang. Nach den Niederlagen gegen den FC Getafe und Real Madrid standen bei den Katalanen aus den letzten drei Spielen so nur ein magerer Punkt zu Buche.

Vor der Partie im baskischen Vitoria bei Deportivo Alavés rangierte man in der Tabelle mit sieben Punkten nach fünf Partien nur auf dem 13. Rang, ganze neun Punkte hinter den Königlichen (die zu dem Zeitpunkt jedoch auch schon zwei Spiele mehr als die Blaugrana absolviert haben).

Gegenüber der Partie unter der Woche gegen Juventus Turin stellte Ronald Koeman nur wenig um. Ansu Fati und Sergio Busquets rückten für Pedri und Miralem Pjanic in die Anfangsformation, während Gerard Piqué, der in der Königsklasse ein Rot-Sperre absitzen musste, für den verletzten Ronald Araújo in die Startelf zurückkehrte.

Fati und Griezmann verziehen

Die Gastgeber spielten gleich von Beginn an gut mit, dennoch gehörte die erste Chance den Katalanen. Clément Lenglet schickte Ansu Fati mit einem schönen Pass hinter die Defensivreihe der Babazorros, doch das Geburtstagskind traf den Ball beim Abschluss nicht perfekt, sodass dieser am langen Pfosten vorbeiging (13. Minute). Das hätte eigentlich direkt das Führungstor sein müssen.

Barça versuchte nun, mehr Kontrolle über die Partie zu bekommen, doch das konnte Alavés auch zum Kontern nutzen. In der 17. Minute scheiterte Edgar Méndez nach schnellem Umschaltspiel an Neto, der die Kugel im Nachfassen sichern konnte.

Die nächste gute Gelegenheit gehörte dann wieder den Gästen. Nach einer schönen Kombination von Lionel Messi und Antoine Griezmann landete der Ball am linken Strafraumeck bei Ansu Fati, der ihn zurück auf Griezmann legte, der Abschluss des Franzosen aus aussichtsreicher Position ging jedoch weit am Tor vorbei (20.).

Barça ideenlos, Neto patzt

Das nächste Mal richtig gefährlich wurde es nach 23 Minuten: Die Katalanen bekamen einen Freistoß 20 Meter vor dem Tor der Gastgeber zugesprochen. Neben Torhüter Fernando Pacheco positionierten sich außerdem noch zwei Verteidiger auf der Linie, wo Florian Lejeune Messis flachen Schuss gerade so vor dem Einschlag im Tor abwehren konnte.

Aus dem Spiel heraus tat sich Barça jedoch weiterhin schwer, Chancen gegen Alavés’ Fünferkette zu kreieren. Die Hausherren warteten währenddessen weiterhin auf ihre seltenen Kontergelegenheiten. Ein solcher Konter wurden in der 31. Minute eigentlich schon von Clément Lenglet entschärft, doch als Gerard Piqué den Ball auf Neto zurückspielte, rutsche Barças Schlussmann dieser bei der Annahme durch die Beine, sodass der anstürmende Luis Rioja die Kugel wegspitzeln konnte und ihn ohne Mühe im leeren Tor unterbrachte. 

Mit dem 0:1-Rückstand ging es dann auch in die Halbzeitpause. Insgesamt war es eine schwache und ideenlose erste Hälfte der Katalanen, die aufgrund eines bösen Schnitzers von Neto völlig unnötig ins Hintertreffen geraten sind.

Griezmann mit seinem ersten Saisontreffer

In der Kabine reagierte Koeman gleich dreimal. Miralem Pjanic, Pedri und Francisco Trincão kamen für Sergio Busquets, Clément Lenglet (beide bereits Gelb-verwarnt) und Ousmane Dembélé in die Partie. Barça agierte in den zweiten 45 Minuten also mit einer deutlich offensiveren Formation als zuvor, Koeman beorderte zudem Frenkie de Jong wie schon gegen Juventus in die Innenverteidigung.

Und die Katalanen erhöhten nun den Druck, machten sich das Leben aber auch selbst schwer, indem sie sich immer wieder festspielten und die Dinge verkomplizierten. In der 62. Minute machte es Alavés der Blaugrana dann jedoch etwas einfacher, denn nach einem hohen Bein gegen Piqué sah der bereits verwarnte Jota die Gelb-Rote Karte.

Und nur wenige Sekunden später zappelte der Ball dann auch endlich im Netz der Hausherren. Griezmann erlief einen hinter die Abwehr von Alavés gespielten Ball und chippte die Kugel im Eins-gegen-Eins dann abgeklärt über den herauslaufenden Pacheco (63.) zum Ausgleich. Für den Franzosen war dies die erste Torbeteiligung in der laufenden Saison.

 

Knappe 180 Sekunden später hatte Messi sogar die große Gelegenheit, die Gäste in Führung zu bringen. Seinen Abschluss im Strafraum entschärfte Pacheco jedoch mit einer guten Parade.

Trotz Schlussoffensive kein Treffer

In der 71. Minute traf Griezmann erneut, dieses Mal wurde das Tor jedoch aberkannt, weil Vorlagengeber Trincão sich zuvor hauchdünn im Abseits befunden hat. Danach wurde es jedoch vorerst etwas ruhiger, ehe Barça das Tempo in den Schlussminuten noch einmal anzog.

In der 87. Minute scheiterte der eingewechselte Sergiño Dest nach einem Freistoß an Pacheco. Keine 60 Sekunden später entschärfte Pacheco auch einen gefährlichen Fernschuss von Pjanic, ehe Piqué in der 89. Minute eine große Doppelchance hatte (einmal per Kopf und einmal traf er in aussichtsreicher Schussposition den Ball nicht). 

Trotz Powerplays und Schlussoffensive – Barça hatte insgesamt 14 Ecken, das Schussverhältnis betrug schlussendlich 25 zu 4 für die Katalanen – gelang dem FC Barcelona kein Treffer mehr. Das 1:1 ist Barças viertes siegloses Ligaspiel in Folge, womit der Rückstand auf Real nunmehr acht Punkte beträgt. Ein völlig unnötiger Punktverlust für die Mannschaft von Ronald Koeman, der auch entsprechend konsterniert auf der Bank dreinblickte.

Bastian Quednau
Schreibt über spanischen Fußball, leidet mit dem FC Schalke 04 und den Jacksonville Jaguars.
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