Noten | Araujo im Beast Mode, Coutinho und Demir zahnlos

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FC Barcelona kam gegen Granada am 5. Spieltag nur zu einem 1:1, bei dem die Blaugrana zwar Kampfeswille zeigte, aber wenig Ideen. Ronald Araujo ging voran, der Rest des Teams war eher stets bemüht. Die Spielerkritik und Noten.

 Marc-André ter Stegen

Ter Stegen machte beim 0:1 nicht unbedingt eine glückliche Figur. Kam bei der Flanke weder richtig heraus um sie abzufangen, noch deckte er sein Tor. Stand so halbherzig im Niemandsland – bleibt er im Tor, hält er Duartes unplatzierten Kopfball wohl sogar. Eine Parade zeigte er in der Folge, ansonsten hatte der Deutsche an diesem Abend nichts zu tun. Barçawelt-Punkte: 4

 Sergiño Dest

„Er war stets bemüht“ kann man einigen Barça-Akteuren am Montagabend ins Zeugnis schreiben, gerade Sergiño Dest. Der Rechtsverteidiger probierte viel, doch ihm gelang wenig. Besonders seine Flanken (16 an der Zahl!) waren richtig schwach, nur eine davon fand einen Abnehmer. Immerhin werden alle Beteiligten gesehen haben, woran Dest in den kommenden Wochen arbeiten muss. Barçawelt-Punkte: 4

 Ronald Araujo

Fünf Kopfball-Chancen durch einen Abwehrspieler sieht man wahrlich nicht alle Tage – die fünfte war dann endlich drin und rettete Barça einen Punkt. Ronald Araujo war Barcelonas gefährlichster Angreifer an diesem Montagabend. Entschlossenheit, Kampfgeist, Siegeswille und Torgefahr – Araujo verkörperte all dies. In der Abwehr einmal nicht ganz auf der Höhe bei einer Chance Molinas in Hälfte eins, ansonsten war Araujo im „Beast Mode“. Ganz klar unser Man of the Match. Barçawelt-Punkte: 9, MOTM

 Eric Garcia

Eric Garcia bildete mit Araujo etwas überraschend das Innenverteidigerpärchen, hatte an diesem Abend hinten eigentlich alles im Griff – und musste so viel nach vorne verteidigen und denken und auch immer wieder aktiv das Spiel in des Gegners Hälfte gestalten. Dass hierin seine Stärke liegt, sah man immer wieder. Garcia antizipierte oft im Gegenpressing gut, war defensiv vor allem in Hälfte zwei nicht gefordert. Barçawelt-Punkte: 6

 Alejandro Balde

Der Youngster durfte Jordi Alba als Linksverteidiger ersetzen, musste allerdings bereits in der 42. Minute angeschlagen vom Feld. Bis dahin machte Balde auf seiner Seite einen ordentlichen Job, konnte allerdings keine großen Akzente setzen. Für ihn kam Oscar Mingueza ins Spiel. Barçawelt-Punkte: 6

 Sergio Busquets

Beim 0:1 agierte Busquets nicht gut im Sechzehner gegen Escudero. Auch in der Folge agierte der Kapitän schlampig, immer wieder verrutschten ihm seine sonst eigentlich sicheren Spielverlagerungen und weiten Pässe. 81 Prozent Passgenauigkeit klingt für andere Spieler vielleicht nicht schlecht, für Busquets‘ Verhältnisse ist das kein guter Wert, mehr noch: es war die schlechteste Passquote aller Barça-Spieler. Wurde erneut vorzeitig ausgewechselt, was erneut Bände spricht. Barçawelt-Punkte: 3

 Frenkie de Jong

Frenkie de Jong verlor beim 0:1 Gegenspieler Duarte aus dem Blick, dieser schlich sich in seinem Rücken weg und köpfte unbedrängt ein. In der Folge wirkte der Niederländer besonders motiviert, seinen Fehler wieder gut zu machen, aber wirklich viel glückte ihm nicht. De Jong bestritt zwar einige Zweikämpfe und gab 100 Prozent, doch ohne wirklichen Ertrag. Barçawelt-Punkte: 4

 Sergi Roberto

Der zuletzt viel gescholtene Sergi Roberto wollte sich gegen Granada auf seiner Stammposition im zentralen Mittelfeld rehabilitieren. Nach einer Ecke setzte er die Kugel gefühlvoll an die Latte, was allerdings sein einziger Höhepunkt der Partie bleiben sollte. Insgesamt erwies sich Roberto zwar als ballsicher, konnte gegen den tief stehenden Gegner aber fast keine Ideen im Spiel nach vorne einbringen – Kreativität ist nicht unbedingt seine Stärke. Zur zweiten Halbzeit stellte Koeman um und brachte den physisch starken Mittelstürmer Luuk de Jong, Sergi Roberto musste weichen und konnte bei den Fans an diesem Abend kaum Pluspunkte sammeln. Barçawelt-Punkte: 4

 Philippe Coutinho

Pluspunkte konnte auch Coutinho keine sammeln. Der Brasilianer gab nach neunmonatiger Verletzungspause sein Startelf-Comeback, blieb aber in 60 Minuten Spielzeit absolut zahnlos auf links. Keine Schüsse aufs Tor, keine Schlüsselpässe, keine erfolgreichen Dribblings – und somit kein gelungenes Comeback. Ist Coutinho noch rostig nach langer Verletzung, oder ist das schlicht seine Leistungsfähigkeit dieser Tage? Wohl beides. Gegen Granada war das auf jeden Fall viel zu wenig. Barçawelt-Punkte: 2

 Yusuf Demir

Demir startete auf dem rechten Flügel und war da auch immer bemüht, aber eben auch glücklos. Der Ex-Rapidler rannte sich immer wieder fest, konnte ebenso wie Coutinho keine ertragreichen Offensivaktionen (Schüsse, Vorlagen) hinlegen. Wird sicherlich noch einige Zeit brauchen, sich an die La-Liga-Luft zu gewöhnen. Barçawelt-Punkte: 3

 Memphis Depay

Einen schweren Stand hatte auch Memphis Depay. Eine Halbzeit lang als alleiniger Zentrumsstürmer aufgeboten, merkte man Depays Tendenz an, trotzdem immer nach halblinks auszuweichen – so stand er immer mal in den gleichen Räumen wie Coutinho. Als Neuner fühlt sich der Holländer nicht ganz so wohl, das sah man. In Ermangelung an ein durchdachtes Offensivspiel hatte es Depay aber auch sehr schwer. Barçawelt-Punkte: 5

 Oscar Mingueza

Oscar Mingueza ersetzte noch im ersten Durchgang Alejandro Balde, ordnete sich allerdings auf der rechten Seite ein – Sergiño Dest ging auf links. Traf mit einer Flanke die Oberkante der Latte, schaufelte ansonsten im zweiten Durchgang gefühlt alle vier Minuten eine Hereingabe in die Mitte – ohne Ertrag. War mehr Flankenläufer denn Außenverteidiger. Sorgte immerhin stets für Unruhe und brachte die nötige Energie. Barçawelt-Punkte: 6

 Luuk de Jong

Der Niederländer feierte gegen Granada mit Beginn der zweiten Halbzeit sein La-Liga-Debüt für die Katalanen, als er Sergi Roberto ablöste. Sollte als Abnehmer der vielen Flanken fungieren, doch sein Stellungsspiel respektive die Flanken waren nicht gerade optimal. Als endlich eine Flanke in Form einer Memphis-Ecke genau auf seinen Kopf segelte, köpfte der Niederländer die hundertprozentige Chance aus drei Metern über das Gehäuse. Es war de Jongs auffälligste Aktion. Barçawelt-Punkte: 2

 Gavi

Kam nach 60 Minuten rein, um Barças Zentrumsspiel anzukurbeln. Sonderlich viel war vom 17-Jährigen nicht zu sehen, bis er mustergültig die Flanke auf Araujos Kopf zirkelte und so das 1:1 vorlegte. Barçawelt-Punkte: 6

 Riqui Puig

Genauso wie Gavi sollte auch Riqui Puig Barça im Mittelfeld Energie, Passgenauigkeit und Ideen einflößen. Konnte in 16 Minuten Spielzeit wenig ausrichten – immerhin bekam Puig aber mal wieder dringend benötigte Einsatzminuten. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Gerard Piqué

Barças Notnagel an diesem Abend – und zwar im Sturm. Wurde explizit als Mittelstürmer eingewechselt, sorgte vorne auch immer wieder für Chaos und Action und beschäftigte so Granadas Hintermannschaft. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Trainer Ronald Koeman

Ronald Koeman setzte wieder auf ein 4-3-3, allerdings an diesem Abend auf ein zahnloses. Demir auf rechts und Coutinho auf links konnten kaum etwas ausrichten, das kreative Flügelspiel lahmte extrem, was freilich keine Kritik an Koeman sein soll. Also probierte es der holländische Übungsleiter mit einer für Barça-Verhältnisse mindestens ungewohnten Taktik: Flanken. Und zwar jeder Menge Flanken. Gegen Granada war das spätestens nach der Pause Barças Plan A, B und C. Die Barça-untypische Herangehensweise wird vielen Culés sauer aufstoßen – immerhin führte eine der zahllosen Flanken zum Ausgleich. Mehr Fußball und Plan mit Ball darf man sich aber schon wünschen, auch von einer stark dezimierten halben Jugendauswahl. Immerhin: Wille, Einsatz und Kampfesgeist stimmten bei Koemans Barça. Barçawelt-Punkte: 4

 Erklärung zur Punktevergabe

10 Punkte: Weltklasse
9 Punkte: sehr gute Leistung
8 Punkte: gute Leistung
7 Punkte: ansprechende Leistung
6 Punkte: durchschnittliche Leistung
5 Punkte:
unterdurchschnittliche Leistung
4 Punkte: unbefriedigende Leistung
3 Punkte: schwache Leistung
2 Punkte:
ungenügende Leistung
1 Punkt: Totalausfall


Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt

6 Kommentare

  1. Bitte Bitte Laporta, hol einen richtigen Coach und nicht Roberto Martinez. Wenn es klappt, dann meinetwegen Xavi, aber bitte keinen Martinez. Das wäre dann der zweite gescheiterte Everton Coach, der jetzt bei der Nationalelf ist. Er scheint leider der Favorit zu sein.

    Immerhin scheint Koemans Entlassung wohl besiegelt zu sein. Aber meine Freude wäre doch ziemlich getrübt, wenn dafür Roberto Martinez übernimmt ….

    • Ich wusste gar nicht dass Martinez auch bei Everton gescheitert ist. Haha ein weiterer Grund warum man ihn nicht holen sollte.

      Aber es wird auf ne Flasche hinauslaufen. Laporta denkt sich, dass die Flasche vielleicht mehr bewirken kann als Koeman, darum die Verzweiflungstat. Niemals kommt mitten in der Saison eine gescheite Lösung. Ten Hag kann man vergessen und Xavi hat schon vor der Saison abgelehnt weil die Zeit noch nicht gekommen ist. Warum sollte er dann kurze Zeit später in einer viel schwierigeren Situation kommen wo die Kacke jetzt mächtig am dampfen ist? Was soll sich bei ihm denn so schnell geändert haben? Dann wäre er doch besser schon im Sommer gekommen wo es noch ruhiger war. Fällt mir schwer zu glauben dass Xavi seine Meinung ändern wird. Es lag doch in seiner Hand und er wollte nicht. Ich denke es wird Martinez oder besser gesagt er ist am wahrscheinlichsten.

      • Naja die Hoffnung bei Xavi ist eben, dass Laporta jetzt was langfristiges sucht. Das wird er auch Xavi klarmachen. Entweder jetzt oder vielleicht erst in 3-4 Jahren. Bei Koeman wusste Xavi, dass er spätestens 2023, wahrscheinlich früher (so kommt es ja jetzt auch) nochmal gefragt wird und konnte deshalb im Sommer entspannt absagen. Die Situation hat sich jetzt aber geändert. Außer es kommt Martinez. Dann können wir im Sommer wieder anfragen :D

        • Und genau das wäre dann wieder richtig teuer. Martinez holen dann feuern so dass wieder ne Abfindung fällig wäre, ne lass mal. Lieber ne Übergangslösung holen wo man sich wieder trennen kann wenn es nicht klappt. Martinez gibt Belgien sicher nicht auf um bei Barca nur auf Bewährung zu bleiben. Der pocht auf nen längeren Vertrag und wenn er dann gefeuert wird dann wirds teuer. Noch schlimmer wäre es wenn Martinez nicht liefern und dann ne weitere Saison bekommt weil man sich die Abfindung erst mal sparen will. Dann hat man einfach mal bis 2023 getrödelt weil es der selbe Unsinn wird wie jetzt mit Koeman.

  2. So, hier bin ich wieder.

    Das Spiel war natürlich eine Nullnummer (auch wenn es 1-1 ausging) und darf bzw. sollte so nicht mehr passieren. Das Spiel noch zu drehen wäre gerade in Bezug auf das ähnlich schlechte Bayern Spiel wichtig gewesen. Jetzt steht die Mannschaft wieder im Feuer der Medien und an Koemans Stuhl wird weiter gesägt. Dieser ist taktisch offensichtlich sehr limitiert (was er selbst auch schon zugegeben hat). Wenn ich aber höre, wer da als Ersatz im Gespräch ist, wird mir ganz übel. Bielsa, Conte, Martinez, jetzt noch Leute wie Cocu, Pirlo und Löw :D Alles außer Xavi und Ten Hag sollten wir ganz schnell wieder von der Kandidatenliste streichen, ansonsten kann Lord Koeman gerne weiter machen. Die beiden werden während der laufenden Saison aber sowieso nicht kommen. Man sollte auch nicht vergessen, dass wir aktuell mit Memphis nur einen einzigen Stürmer haben. De Jong ist eine Pflaume und Demir ist 18. Bei Coutinho wieder das übliche Problem: seine Position gibt es im 4-3-3 immer noch nicht (welch Wunder). Fati soll in 7-10 Tagen sein Comeback geben, wir brauchen ihn dringender denn je. Araujo sollte, wenn fit, jedes Spiel machen. Unfassbar robuster und harter Verteidiger, ich glaube kein Stürmer spielt gerne gegen ihn. Balde, Gavi und Demir fand ich ganz gut. Bin gespannt wie das langfristig aussehen wird.

    Meine Aufstellung (wenn alle fit sind) wäre so:

    Fati – Memphis – Dembele
    . Pedri
    . De Jong
    . Busi
    Alba (oder Balde) – Pique (oder Garcia) – Araujo – Dest
    . MATS

    Dembele brauchen wir allein schon für die Geschwindigkeit und seine Überraschungsaktionen, außerdem braucht Dest einen richtigen Flügelspieler vor sich. Fati und Memphis wechseln sich als Linksaußen und Stürmer immer ab und tauschen die Positionen bei Bedarf. Das Mittelfeld stellt sich von alleine auf, wobei ich mittlerweile nicht mehr von der Möglichkeit abgeneigt bin, De Jong anstatt Busi auf die 6 zu stellen. Ich halte De Jong als 8er zwar immer noch für besser, allerdings ist er trotzdem unser bester 6er. Auf seine freigewordene 8er Position kann man dann eventuell Gavi stellen (oder noch besser, einen physischen Neuzugang, Pogba?). Ich habe gelesen, dass wir all die Jahre unsere Linksverteidiger (Cucurella, Miranda, Firpo etc.) verkauft haben, weil wir alles auf Balde setzen. Könnte sich, bei der gezeigten Leistung in seinem jungen Alter, als die richtige Entscheidung herausstellen.

    Wir stecken seit ca. 2017 in einer sportlichen Kriese. Das sind 4 Jahre. Ich glaube dennoch, dass wir den Tiefpunkt überwunden haben, nur sind wir nicht wieder auf einen Schlag konkurrenzfähig. Es dauert jetzt bestimmt nochmal 3-4 Jahre, bis wir wieder zum erweiterten Favoritenkreis für die CL gelten. Kein Trainer dieser Welt würde jetzt sofort etwas aus dieser Mannschaft rausholen. Es braucht einfach Zeit. Am Ende der Saison kann man über einen Trainerwechsel nachdenken.

    • Tabellentechnisch kommt de Tiefpunkt erst noch u wenn man die Champions league verpasst u Ende der Saison noch mal eine grosse Neuverschuldung kommt,dann dauert es bis zum absoluten Tiefpunkt noch mal 9 Monate.

      Xavi denke ich wäre als Krisentrainer ein grosses Risiko.
      Da würde ich eher Pirlo nehmen.
      Auf ersten Blick untauglicher,auf den zweiten ist er es gewohnt aufs Maul zu kriegen,mag technischen Fussball u könnte Barca aber auch etwas defensive beibringen.
      COnte wäre ein Desaster.
      Der würde immer nur

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