PK | Koeman klagt über zu großen Barça-Kader: “32 Spieler? Das ist unmöglich!”

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Ronald Koeman nimmt kein Blatt vor den Mund und beschwert sich bei der Pressekonferenz vor dem Duell mit dem FC Getafe über den beim FC Barcelona immer noch zu großen Kader. Den Transfer-Frust einiger Fans kann der Trainer nachvollziehen, bei Ansu Fati tritt er auf die Bremse.

Vor der ersten Unterbrechung des Vereinsfußballs durch die Nationalmannschaften in dieser Saison will sich der FC Barcelona gegen den FC Getafe keine Blöße geben (Sonntag, 17 Uhr, live im Ticker bei Barçawelt). Vor dem dritten Spieltag der Primera División stand Trainer Ronald Koeman den Journalisten am Samstagmittag zum Pressegespräch zur Verfügung.

Ronald Koeman…

…über das bevorstehende Liga-Duell mit Getafe: “Das Bild, das Getafe in den ersten beiden Spielen abgegeben hat, war positiv. Gegen Sevilla hatten sie sich Zuhause etwas mehr verdient. Es ist eine wettbewerbsfähige Mannschaft, die ihre Waffen hat. Wir müssen von Anfang an sehr konzentriert und sehr aggressiv auftreten, um zu gewinnen. Das ist das, was wir wollen.”

…über die Bedeutung, für die Meisterschaft im Camp Nou nicht wieder unnötig Punkte zu verlieren: “Es ist immer wichtig, Zuhause Spiele zu gewinnen. Letzte Saison haben wir in scheinbar leichten Spielen ziemlich viele Punkte liegen gelassen. Aber es gibt keine einfachen Partien in diesem Wettbewerb. Natürlich muss man Zuhause stark sein, gerade mit Fans im Stadion, die man zufriedenstellen muss. Im ersten Heimspiel haben wir großartig gespielt und ein sehr gutes Bild abgegeben. So wollen wir weitermachen.”

…über enttäuschte Fans angesichts der Top-Transfers anderer Klubs, während Barça auf dem Markt nicht mehr wirklich aktiv ist: “Auf einer Seite verstehe ich das, es ist etwas frustrierend. Andererseits muss man realistisch sein. Der Klub kann da ökonomisch bedingt mit anderen Vereinen wie Paris, City oder United nicht mithalten. Wir wissen das, heute ist das so, man muss das akzeptieren und arbeiten, um das zu ändern. Es wird aber seine Zeit brauchen, es ist keine Sache zwischen heute und morgen. Ich habe immer gesagt, dass man realistisch bleiben und um die Situation des Klubs wissen muss. Man kann nicht immer das fordern, was man in diesem Klub in anderen Zeiten gefordert hat. Wir verändern Dinge, indem junge Spieler ihre Chancen bekommen. Ein Pedri mit 18 ist etwas anderes als ein Pedri mit 28. Genauso auch Nico und die anderen jungen Spieler benötigen Zeit, um ihre Bestform zu finden. Wenn wir unsere nicht zur Verfügung stehenden Spieler zurückerlangen, und da sprechen wir von sieben, acht Spielern, die Stammkräfte sein können und was eine Menge ist. Aber trotzdem sind wir hoffnungsvoll und überzeugt davon, ein gutes Team zu haben.”

…über Akteure wie Samuel Umtiti oder Miralem Pjanić, auf die er nicht setzt: “Es ist nicht gut, über Namen zu sprechen. Der Klub weiß ganz genau, welche Vorstellungen ich als Trainer dieses Klubs habe und mit wem ich weiter zusammenarbeiten will. Ich bin aber ein Trainer, der die Spieler, die einen Vertrag haben, respektiere. Jeder Einzelne aus dem Team weiß allerdings genau, auf wen wir setzen und wer es schwer haben wird, zum Einsatz zu kommen. Für einige Spieler ist es sehr, sehr schwer, was weder gut für sie noch gut für uns ist. Wenn wir dann auch noch alle Spieler zurückhaben, die uns derzeit nicht zur Verfügung stehen, werden wir 31, 32 Spieler haben. Das ist unmöglich! Wie soll ein Trainer ein Team mit 32 Spielern führen? Ich habe meinen Trainerschein gemacht, aber nicht mit 32 Spielern.”

…über die noch offene Rückennummer 10 und den neuen Besitzer: “Ich weiß es nicht, mich interessiert es auch nicht. Es ist eine Angelegenheit des Klubs.”

https://www.youtube.com/watch?v=WzIx3PLxxm0

…über die Champions-League-Gruppe mit dem FC Bayern, Benfica und Dynamo Kiew: “Am Wichtigsten ist, die Gegner zu analysieren. Mir ist es egal, ob wir am Ende Zuhause oder auswärts spielen und auch egal, gegen wen es dann geht. Es ist eine starke Gruppe mit viel Historie, zudem auch attraktiv, da ich ein Jahr lang Trainer von Benfica war. Es ist einer der großen Klubs auf der Welt und es ist schön, auf ihn zu treffen. Dynamo Kiew kennen wir, da wir letzte Saison schon gegen sie spielten. Wir müssen gut in Form sein und von Spiel zu Spiel schauen.”

…über die Saison, die womöglich als Umbruch-Saison herhalten muss: “Ich bin kein Befürworter dessen, daran zu denken, nichts zu gewinnen. Bei diesem Verein muss man immer eine Gewinner-Mentalität zeigen. Aber man muss realistisch sein, dass wir momentan anders als andere Mannschaften nicht darum kämpfen können, die Besten der Welt zu sein. Wir versuchen, uns als Mannschaft zu verbessern, im Kollektiv zu arbeiten. Es hängt nicht vom besten Spieler der Welt ab, sondern liegt an der Mannschaft, an ihrer Mentalität. Wir arbeiten daran, uns individuell und kollektiv zu verbessern und dann nehmen wir das Maximum in Angriff.”

…über Nationalspieler wie Ronald Araújo, die in Südamerika keine zwei Tage vor dem 4. Spieltag in La Liga noch Länderspiele haben werden: “Es gibt Schwierigkeiten, weil in Südamerika an anderen Tagen gespielt wird, was aus meiner Sicht verrückt ist. Es sind nicht die gleichen Termine wie hier in Europa, was verrückt ist – vor allem wegen der Reisedistanz für die Spieler. Es ist nicht im Interesse der Klubs, die die Spieler aber bezahlen. Man muss sich hier in Spanien deswegen mit allen Klubs zusammentun. Sie müssen noch einmal darüber sprechen und entscheiden.”

…über die körperliche Verfassung von Ansu Fati: “Man darf sich von den Bildern nicht täuschen lassen. Ich denke, Ansu fehlt noch ziemlich viel, um auf dem höchsten Level wieder mithalten zu können. Wir sprechen von einem Spieler, der sieben, acht Monate nicht auf dem Platz stand. Das gewinnt man nicht mit zwei, drei Wochen zurück. Ich will mich auf kein genaues Datum konzentrieren. Ich habe in der Presse gelesen, dass es zum Sevilla-Spiel so weit sein könnte (11. September; d. Red.). Vergesst es! Er wird nicht dabei sein, er braucht noch mehr Trainingseinheiten, mehr Kraft, eine noch bessere Physis. Wir wollen den Spieler dann für eine sehr lange Zeit haben, daher werden wir keinerlei Risiken bei Ansu eingehen.”

 

…über Ilaix Moriba, der vor einem Abgang steht: “Ich möchte nicht weiter über Ilaix sprechen, ich habe meine Meinung bereits abgegeben. Es ist eine Sache zwischen dem Spieler und dessen Leuten sowie dem Klub. Die interessierten Klubs müssen das Geld zahlen, was wir fordern. Was ich zu der Situation sagen wollte, habe ich schon gesagt.”

…über Pjanić, der noch abwandern könnte, jedoch für das Getafe-Spiel im Kader steht: “Es verbleiben noch wenige Tage, um einigen Spielern noch einen Abgang zu ermöglichen. Pjanić ist einer davon, der nach etwas sucht. Seine Einstellung ist aber sehr gut, daher steht er im Kader. Wir haben die Möglichkeit, 23 Spieler in den Kader zu nominieren und es erscheint mir wenig respektvoll, wenn ich nur 20 berufe und diese Spieler außen vor lasse.”

…über Alex Collado, auf den er weiterhin nicht setzt: “Es gibt keinen Unterschied zu Pjanić. Alex Collado kennt seine Situation ganz genau, für ihn ist die Konkurrenz sehr groß. Er muss nach etwas Ausschau halten, um zum Einsatzzeiten zu kommen.”

…über Real Madrids nahende Verpflichtung von Kylian Mbappé: “Mich besorgt es nicht. Wenn Madrid das Geld hat, sollen sie ihn verpflichten. Er ist einer der besten Spieler der Welt, den ich auch gerne in meiner Mannschaft hätte. Jeder versucht immer, sein Team zu verbessern. Wenn du das mit solchen Spielern machen kannst – perfekt.”

…über Transfers mit Ablösen über 100 Millionen Euro: “Für mich sind diese Zahlen absurd, zumal wir derzeit eine Welt erleben, in der jeder seine wirtschaftlichen Probleme hat. Die einen Klubs mehr als die anderen, das wissen wir. Für mich ist es aber verrückt, heute so viel Geld für einen Spieler zu zahlen.”

Filip Knopp
Redakteur und Sportjournalist mit großem Fokus auf Spaniens La Liga.
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