Punktgleichheit und andere Parallelen: Barça und Madrid auf Augenhöhe

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Während Ernesto Valverde im Clásico aus dem Vollen schöpfen kann, plagen Real Madrids Coach Zinédine Zidane einige Verletzungssorgen. Das Hinspiel kann ein Wegweiser für den Rest der Saison werden, beide Mannschaften stehen punktgleich in der Tabelle und weisen noch weitere Parallelen in der laufenden Spielzeit auf. Zudem kommt es zum Showdown der zwei besten Torschützen.

Das Spiel der Spiele in Spanien steht vor der Tür: El Clásico findet endlich statt. Das eigentlich für den 26. Oktober angesetzte und aufgrund von politischen Demonstrationen und Unruhen in Katalonien verschobene Spiel wird nun unter der Woche am Abend ausgetragen (Mittwoch, 20 Uhr). Die Voraussetzungen für einen elektrisierenden Clásico zweier Mannschaften auf Augenhöhe sind dabei gegeben.

Der FC Barcelona hat seit neun Pflichtspielen nicht mehr verloren, doch die Generalprobe vor dem Kracher gegen Real Madrid lief nicht ganz wie erhofft. Im schweren Auswärtsspiel bei der Überraschungsmannschaft Real Sociedad kam die Elf von Trainer Ernesto Valverde nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus.

Fast schien es, als sei die Blaugrana schon mit den Gedanken beim Duell mit dem Erzrivalen aus der Hauptstadt. Gegen Los Merengues ist die Bilanz der Katalanen zuletzt erstaunlich gut, Barça verlor keines der vergangenen sechs Aufeinandertreffen, holte sogar vier Siege. Madrids letzter Clásico-Erfolg liegt bereits über zwei Jahre zurück, die Blancos feierten 2017 Anfang der Saison den Gewinn des spanischen Supercups durch zwei Siege (2:0, 3:1). 

Madrid hat seine Form gefunden

Die Voraussetzungen für Mittwoch könnten ausgeglichener nicht sein, die Parellelen in dieser Spielzeit sind erstaunlich. Auch Real Madrid startete launisch in die Saison, doch mit der Zeit ist Stabilität eingekehrt: Seit elf Spielen ist der spanische Rekordmeister ungeschlagen, tritt ähnlich wie auch Barça besonders in Heimspielen sehr überzeugend auf.

Nach 16 Spieltagen haben die beiden Teams jeweils 35 Zähler auf ihrem Konto, stehen damit auf Platz eins und zwei in der Tabelle. Tabellarisch wird es ein Duell auf Augenhöhe sein, von der Form her sowieso.

Barcelona stellt die beste Offensive der Liga (43 Tore), Madrid reiht sich mit zehn weniger geschossenen Toren dahinter ein. Die Mannschaft von Trainer Zinédine Zidane zeichnet dafür bisher eine starke Defensivarbeit aus, nur zwölf Gegentreffer mussten die Blancos hinnehmen. Einzig Atlético Madrid steht in dieser Statistik besser da. Bei Barça ist die Abwehr in dieser Spielzeit bekanntlich das Sorgenkind.

Eine weitere Gemeinsamkeit: Die Blancos hatten mit einem Auswärtsspiel gegen Valencia ebenfalls eine schwere Generalprobe in der Fremde vor dem Clásico und spielten genauso wie Barca auch nur Remis. In einem schwachen und weitestgehend chancenarmen Spiel stand es in der Schlussphase 1:0 für die Hausherren – doch in der 95. Minute brachte dann Toni Kroos einen Eckball in den Strafraum, der vorgerückte Thibaut Courtois traf beinahe per Kopfball zum Ausgleich, im Nachsetzen war dann Karim Benzema zur Stelle, der das 1:1 markierte. „Das ist Real Madrid, wir geben niemals auf“, erklärte Zidane anschließend auf der Pressekonferenz. Ein Unentschieden, das sich wie ein Sieg anfühlte. Und Stimmung sowie Selbstvertrauen bei Zidanes Team sicherlich anhebt. 

 

Ohne Hazard – aber mit Casemiro

Der große Unterschied am Mittwoch ist jedoch die Personalsituation: Während Ernesto Valverde häufig auf sein Offensivtrio Lionel Messi, Luis Suárez und Antoine Griezmann setzen kann, sieht das bei Zidane anders aus. Dem Franzosen fehlen immer mal wieder wichtige Spieler verletzt, weshalb er oftmals durchwechseln muss. Nicht selten kommt es vor, dass Zidane gleich mehrere Änderungen vornimmt. Die Offensivreihe ist schon in vielen Varianten ausgetestet worden: Mal mit Eden Hazard, der jedoch seit zwei Wochen verletzt fehlt, manchmal mit Isco oder Gareth Bale – wenn er denn fit ist –, oder den jungen Brasilianern Vínicius Júnior und Rodyrgo. Als einzige Konstante gilt Karim Benzema im Sturmzentrum. 

Hazard, der sich mit einer Mikro-Fraktur am rechten Bein herumschlägt und noch länger aussetzen wird, ist nicht der einzige Spieler auf der Verletztenliste von Madrid. Auch werden Marcelo (Muskelverletzung), James Rodríguez (Innenbandverletzung), Marco Asensio (Kreuzbandriss) und Lucas Vázquez (Zehbruch) in nächster Zeit nicht zur Verfügung stehen. 

Jedoch kann Zidane im Clásico wieder auf zwei Spieler zurückgreifen, die das vergangene Spiel verpasst haben. Zum einen wird Linksverteidiger Ferland Mendy nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder in den Kader rücken, zum anderen steht auch Casemiro wieder bereit. Der Brasilianer, der zu den wichtigsten Säulen in Zidanes Team gehört, hat vor dem Valencia-Spiel bereits vier gelbe Karten angesammelt. Als Vorsichtsmaßnahme, um seinen Einsatz für die Partie gegen Barça nicht zu gefährden, wurde er im Mestalla außen vorgelassen. Casemiro ist seit Jahren essentiell für Madrids defensive Stabilität: Mit 3,7 Zweikämpfen und 2,3 Balleroberungen pro Spiel weist der 27-Jährige laut WhoScored in diesen Kategorien die besten Statistiken der Liga auf. 

Benzema und Messi in der Torschützenliste gleichauf 

Ein weiterer Spieler, der in der laufenden Saison als unverzichtbar gilt, ist Karim Benzema. Nachdem Cristiano Ronaldo 2017 zu Juventus Turin gewechselt ist, konnte der Franzose aus dem Schatten des Portugiesen heraustreten, bereits in der vergangenen Saison knipste er ganze 21-Mal. Nach seinem wichtigen Ausgleichstreffer gegen Valencia hat Benzema nun schon zwölf Treffer auf seinem Torekonto, damit teilt er sich Platz eins der Torschützenliste mit Lionel Messi. Im diesjährigen Clásico wird es also auch wieder zum Showdown der zwei treffsichersten Spieler der Liga kommen. Benzema bekam zuletzt in Brügge unter der Woche die verdiente Verschnaufpause, genauso wie Messi in Mailand.

Valverde ohne Personalsorgen 

Ernesto Valverde hat bereits im unbedeutenden letzten Champions-League-Gruppenspiel gegen Inter (2:1) stark rotiert und dort eine B-Elf ins Rennen geschickt, um seine beste Mannschaft gegen Real Sociedad zur Verfügung haben zu können. Trotz der sehr durchwachsenen Leistung im Anoeta kann man davon ausgehen, dass Valverde zum größten Teil auch im Clásico auf dieselbe Elf setzen und wenn überhaupt nur sehr wenige Veränderungen vornehmen wird. Personell hat der FC Barcelona einen leichten Vorteil in einem ansonsten komplett ausgeglichenen Duell, das wie immer schwer vorauszusagen ist. 

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