Rayo Vallecano – FC Barcelona: David auf Speed gegen Goliath

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Wenn man sich eine Partie zwischen Rayo Vallecano und dem FC Barcelona anschaut, ähnelt das Spielbild dem Kampf David gegen Goliath. Nur, dass in diesem Falle der David so auftritt, als sei er der Goliath. Dieser Umstand macht diese Begegnung trotz der klaren Rollenverteilung Jahr für Jahr hochinteressant. Im Hinspiel zeigten die Männer von Paco Jémez, dass sie auch gegen Barça durchaus dominieren können.

Rayo Vallecano: Not-Elf aufgrund riesiger Verletztenliste

Während der Personalzustand Paco Jémez derzeit wohl die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, kann sich der Lauf Rayos in diesem Kalenderjahr durchaus sehen lassen. Die Franjirrojos sind mittlerweile 7 Spiele in Folge ungeschlagen

. Darunter sind allerdings nur 2 Siege. Die anderen 5 Ergebnisse lauteten allesamt 2:2. Beeindruckend ist dagegen das Ingame-Coaching Pacos, wenn man die vergangenen Spiele betrachtet. So drehte Rayo gegen Sevilla ein 2:0 in ein 2:2 dank zweier taktischer Wechsel noch in der ersten Halbzeit. Gegen Betis am vergangenen Wochenende brachte die Einwechslung Manuchos den Ausschlag: 2 Tore nach nur 5 Minuten und damit ebenfalls der Ausgleich für Rayo durch den Mann, der aussieht, als könnte er die Superheldenrolle in einem Manga spielen.

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Im Vergleich zum Hinspiel kann man nicht davon ausgehen, dass Rayo mit weniger Intensität an das Spiel herangehen wird. Die Anweisung von Paco Jémez für die Ausrichtung der Mannschaft ist klar und allen ist bewusst, dass sich daran nicht urplötzlich etwas ändern wird. Im Camp Nou war Rayo in den ersten 45 Minuten vorerst noch etwas zurückhaltend, bevor sie in der zweiten Hälfte das Heft in die Hand nahmen, dort jedoch durch die Konter Barças die entscheidenden Treffer kassierten. Vor heimischem Publikum möchten sie sicher noch etwas überzeugender auftreten und von Beginn an voll auf Druck und Offensive bauen.

Interessant aus statistischer Sicht ist, dass trotz ihrer häufigen Ballüberlegenheit Rayo in dieser Saison mit knapp 54% Ballbesitz noch hinter Madrid und Celta nur Vierter ist. In der Vergangenheit stellte sich Rayo mit klar über 60% meist direkt hinter den Katalanen an. Ein Erklärungsansatz dafür ist eine direktere Spielweise, die stärker auf den Abschluss gerichtet ist. Weitere Statistiken im Vergleich zu Barça haben wir hier im Überblick. Die Aussagekraft dieser sollte natürlich von jedem kritisch betrachtet werden, da viele Aspekte vielschichtige Ursachen haben.

Rayo Vallecano FC Barcelona
13 (3.) Schüsse 16 (2.)
53,6% (4.) Ballbesitz 62,2% (1.)
76,2% (9.) Passgenauigkeit 86,2% (2.)
9,5 (5.) Schlüsselpässe 11,7 (2.)
18,2 (17.) erfolgreiche Tacklings 17,9 (18.)
7,3 (3.) misslungene Tacklings (1. = wenigste) 7,2 (1.)
14,8 (8.) Fouls 9,7 (20.)
3,2 (1.) Abseits 3,2 (1.)
3,3 (4.) Paraden 2,9 (9.)
7,2 (15.) erfolgreiche Dribblings 13,6 (1.)
9,5 (15.) misslungene Dribblings (1. = wenigste) 10 (18.)

Gehen wir von einer sehr hohen Positionierung der Spieler aus Vallecas aus, kommt auf ihre Verteidiger eine Mammutaufgabe zu. Denn nicht selten müssen dabei Luis Suárez, Lionel Messi und Neymar 1 zu 1 gedeckt werden, um die Kompaktheit im offensiven Pressing gewährleisten zu können. Dazu hier eine interessante Antwort von Rechtsverteidiger Quini, auch in Hinsicht auf die Spielweise Neymars, die schon häufiger als provokativ und unsportlich dargestellt wurde: „Wenn ich das Glück habe, zu spielen, werde ich wohl auf Neymar treffen. Doch sie alle sind gefährlich, denn sie sind die besten der Welt. Ich werde so gut wie möglich verteidigen und sie so wenig wie möglich ins Spiel kommen lassen. Jeder spielt so, wie er es kennt. Alle Arten des Spiels sollte man anerkennen, und ich werde das Spiel von Neymar schätzen.“

Personell kann es für den Madrider Vorstadtklub kaum schlechter laufen. Am Wochenende verletzte sich gegen Betis auch noch Miku und fehlt nun mit einer Zerrung am Oberschenkel 2-3 Wochen. Miku selbst setzte sich erst als Ersatzstürmer für den länger verletzten Javi Guerra durch. Dieser kehrt nach einer Synovitis im Knie zurück, ist für die kommende Partie aber immer noch fraglich. So wird Paco wohl auf den Doppeltorschützen Manucho bauen, der als einziger Stürmer übrig bleibt.

Weiter fällt Pablo Hernández aus. Er zog sich kürzlich einen Muskelfaserriss an den Adduktoren zu und muss 3-4 Wochen pausieren. Er war die einzige vernünftige Alternative für Jozabed auf der Zehnerposition. Doch dieser ist, sonst Dreh und Angelpunkt im Offensivspiel von Rayo, nach einer Sprunggelenksverletzung ebenfalls noch fraglich. Sieht also alles danach auch, dass Piti wie am Wochenende auf der Zehn startet und seinen zweiten Startelfeinsatz der Saison macht.

Mit Cobeño (Rücken) und Toño (Kreuzbandriss) fallen der erste und zweite Torhüter langfristig aus. Razvan Rat fehlt ebenfalls dauerhaft wegen einer Schulterverletzung, während Patrick „Ebi“ Ebert aufgrund eines Achillessehnenrisses nicht spielen kann.

Diego Llorente, eigentlich aus der B-Mannschaft, überzeugte jederzeit und ist in der Innenverteidigung zu Recht immer gesetzt. Auch er ist angeschlagen und fraglich für die Partie gegen Barça.

offizieller Kader (Rayo Vallecano):

Tito, Nacho, Amaya, Iturra, Baena, Manucho, Trashorras, Embara, Piti, Juan Carlos, Özbiliz, Quini, Crespo, Bebé, Gavi Guerra, Yoel, Montiel, Llorente, Álex Campos

  • Cobeño, Miku, Pablo Hernández, Rat, Ebi, Jozabed und Toño fallen verletzungsbedingt aus
  • Chechu Dorado und Zé Castro wurden nicht in den Kader berufen
  • ein Spieler muss vor dem Spiel noch aus dem Kader gestrichen werden

FC Barcelona: Schritt für Schritt in Richtung Meisterschaft

Als souveräner Tabellenführer kann der FC Barcelona in den kommenden Spielen dem La-Liga-Titel 2015/16 immer näher kommen. Als ärgster Rivale um den Titel bestätigte sich im Derbi madrileño am Samstag Atlético Madrid mit einem Sieg über den Stadtrivalen. Mit einem Triumph gegen Rayo Vallecano könnten die Katalanen den Vorsprung von 8 Punkten beibehalten. Nachdem das Spiel gegen den Sevilla FC mit Mühe 2:1 gewonnen werden konnte, können die Blaugranas den folgenden Spielen mit etwas mehr Gelassenheit entgegenblicken als bisher. Denn weder Rayo oder Eibar noch Getafe zählen zu den großen Kalibern, bei denen man ein perfektes Spiel benötigt. Ein bisschen Rotation in Anbetracht des Champions-League-Rückspiels gegen Arsenal und des schwierigen Auswärtsspiels in Villarreal ist somit punktuell durchaus angebracht, um das Fitnessniveau der Mannschaft hoch zu halten.

Gegen den offensiven Gegner aus Vallecas ist es durchaus denkbar, dass der FC Barcelona von seinem üblichen taktischen Prozedere etwas abweicht und seine Chancen anderweitig ausspielen wird. Anstatt dem wilden Kampf um jeden Ball auf direktem Wege entgegenzuwirken, was sehr kräftezehrend für beide Mannschaften wäre, könnte Barça dem Gegner das Ruder überlassen und verstärkt auf Konter setzen, wofür die richtigen Klasse-Stürmer bereitstehen. Verzichten muss man neben Rafinha nur auf Dani Alves, der seine Gelb-Sperre absitzt.

Vor Bravo in der Viererkette sollte damit wieder Aleix Vidal zu einem Einsatz kommen, während Piqué in Sachen Aufbauspiel in diesem Spiel unverzichtbar ist. Der Einsatz von Mascherano und Jordi Alba dagegen ist nicht unbedingt so sicher, wenn auch trotzdem wahrscheinlich. Ebenfalls als unverzichtbar sollte für diese Partie Sergio Busquets im defensiven Mittelfeld gelten. Mit ihm werden wohl Rakitić und Iniesta starten, die in der letzten Partie nur eingewechselt wurden. Für den Angriff als wahrscheinlichste Option gelten Messi, Suárez und Neymar. Aus Gründen der Schonung ist es jedoch nicht abwegig, dass einer von ihnen eine Pause bekommt. Denkbarer Ersatz wäre dabei Munir, aber auch Arda Turan, der flexibel einen zusätzlichen Mittelfeldspieler abgeben könnte.

offizieller Kader (FC Barcelona):

Ter Stegen, Piqué, Rakitić, Sergio, Arda, Iniesta, Suárez, Messi, Neymar, Bravo, Mascherano, Munir, Jordi Alba, Sergi Roberto, Adriano, Aleix Vidal, Vermaelen, Mathieu

  • Rafinha fällt verletzungsbedingt aus
  • Dani Alves ist gelb-gesperrt
  • Douglas, Bartra, Sandro und Masip wurden nicht in den Kader berufen

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