Roundtable zum Thema: Wird Barça Real Madrid noch abfangen können?

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Der FC Barcelona liegt nach dem Jahr 2014 einen Punkt hinter Real Madrid auf Platz zwei bei einem Spiel mehr auf dem Konto. Während Real seit dem 3. Spieltag keine Punkte mehr abgegeben hat, büßte Barça seit diesem Spieltag 10 Zähler ein. Die Saison ist noch lang, doch momentan spricht vieles für Real Madrid. Wird dies so bleiben oder können die Katalanen im Laufe der Saison das Blatt noch wenden? Wir haben unsere Mitglieder zu diesem Thema an den Roundtable geholt und sie zu ihrer Meinung befragt.

Fifty: Barça darf gegen kleine Teams keine Punkte mehr liegen lassen

Unser Mitglied Fifty

ist sich unsicher, ob Barça die Haupstädter noch überflügeln kann.

„Das ist sehr schwer zu sagen, wir befinden uns erst im Dezember und die Hinrunde ist noch nicht einmal vorbei. Momentan kann man absolut nicht abstreiten, das Real die Mannschaft ist, die es zu schlagen gilt. Die momentane Siegesserie ist unglaublich, das muss man anerkennen. Die Frage allerdings ist, wie lange Real dieses Niveau halten kann. Die heißen Monate kommen ja erst noch und bisher wurde nicht sehr viel rotiert. Das könnte natürlich eine Chance für Barça sein, um auf den Joker Fitness setzen, denn physisch wirken bei Barça alle Akteure fit. Luis Enrique muss aber endlich ein System finden, was auf die Spieler zugeschnitten ist. Dieses muss er dann festigen und dann auch Spiele wie jenes in Getafe gewinnen. In der Liga reicht es nicht, nur gegen die stärkeren Gegner wie Sevilla oder Valencia die volle Leistung abzurufen, wenn man dann in Spielen gegen vermeintlich schwächere Gegner Punkte liegen lässt. Diese Punkte und alle anderen Nuancen können über die Meisterschaft entscheiden.

Bevor man aber auf Real Madrid schaut, sollte man vor der eigenen Türe kehren. Enrique macht in meinen Augen vieles richtig, aber auch vieles falsch. Er muss in seinem System endlich einen festen Plan im Kopf haben. Es ist durchaus möglich, Real noch einzuholen – dazu muss man aber eigene Fehler eingestehen und ein festes Konzept haben. Ansätze waren in dieser Saison vorhanden, nur verpufften diese oft ziemlich schnell. Neue Ideen, Mut, eine treue Linie und Konstanz könnten uns den Titel bringen. Nur muss damit jetzt angefangen werden, denn Real Madrid wird alles dafür tun, so wenig Punkte wie möglich liegen zu lassen.“

Angus MacLeod: Barça hat noch alle Chancen

Angus MacLeod dagegen zeigt sich sehr optimistisch und sieht für Barça noch alle Chancen, vor allem, wenn er an letztes Jahr zurückdenkt.

„Es ist definitiv möglich, Real Madrid noch abzufangen. Es sind erst 15 Spieltage um, ganze 23 liegen noch vor uns. Real wird auf keinen Fall alle verbleibenden Spiele gewinnen, darauf lege ich mich jetzt schon fest. Sie werden noch auf sehr viele unangenehme Gegner treffen, bei denen Ausrutscher möglich sind. Nicht vergessen darf man natürlich, dass es für Real noch ins Camp Nou geht. Ich blicke da auch gerne auf unsere Hinrunde in der letzten Saison zurück, als wir auch extrem dominant in der Liga auftraten, aber dann in der Rückrunde eingebrochen sind. So etwas kann immer passieren.

Momentan ist Real sicherlich formstärker als wir, unschlagbar sind sie aber keineswegs. Für Barça gilt es, vor allem auf sich selbst zu schauen und alles dafür zu tun, die eigenen Spiele zu gewinnen. Erst dann darf man nach Madrid schauen und auf einen Patzer hoffen. Klar ist, dass Spiele wie jenes in Getafe gewonnen werden müssen, ansonsten hat man auf Dauer keine Chance. Generell sollte man diese vier Punkte Rückstand nicht allzu sehr überbewerten. Vor ein paar Jahren wäre das wohl fast schon eine Vorentscheidung gewesen, mittlerweile ist die Liga aber in der Breite viel stärker geworden. Auch die vermeintlich kleinen Teams können die großen inzwischen durch taktisch starke Leistungen öfters ärgern. Insofern muss ich konstatieren, dass ich keinen Grund sehe, warum Barça Real nicht noch abfangen könnte. Dafür sind noch viel zu viele Partien zu absolvieren, und wer weiß, vielleicht sieht es ja sogar schon in zwei Monaten ganz anders aus. Es ist noch absolut gar nichts entschieden.“

Kalelarga82: Barça patzt auswärts zu oft

Im Gegensatz zu Angus MacLeod äußert sich das Mitglied Kalelarga82 deutlich pessimistischer. Für ihn ist die Mannschaft zu inkonstant, während Real Souveränität ausstrahlt.

„Leider sieht meine Prognose für die aktuelle Saison in La Liga nicht gerade rosig aus. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in dieser Spielzeit im Camp Nou nur noch ein einziges Mal Punkte abgeben werden. Im Gegensatz dazu haben wir aber auswärts schon seit einer gefühlten Ewigkeit unsere Probleme. Daran wird sich meiner Meinung nach auch in dieser Saison nichts mehr ändern. Ich sehe da absolut nichts, was mich positiv stimmen könnte. Im Moment gibt es in den europäischen Ligen vier bis fünf Topmannschaften in Europa – der Rest kann diese Teams an einem guten Tag ärgern. Um aber Meister werden zu können, darfst du nicht zu oft gegen „kleine“ Teams patzen. Real Madrid verhält sich aktuell genauso wie es ein absoluter Titelkandidat machen muss – auch auswärts schießen sie Tore wie und wann sie wollen. Barça ist zwar defensiv etwas stabiler geworden, aber unsere offensive Durchschlagskraft in den Auswärtsspielen ist fast schon peinlich. Man muss sich nur mal die Stürmer-Namen vor Augen führen, mit denen Barça aufläuft. Die Leichtigkeit, mit der die Galaktischen ihre Auswärtsspiele absolvieren und gegen die „Kleinen“ auftreten, beeindruckt mich.

Barça aber macht sich seit Jahren das Leben schwer, indem man bewegungslos immer wieder den gleichen Stiefel runterspielt. Überraschungseffekt? Fehlanzeige. Mir kommt es so vor, als ob sich jedes Team schon freuen würde, wenn der FC Barcelona anreist. Sie haben den Respekt vor unserer Spielweise verloren und toben sich an unserer berechenbaren Spielweise aus, demnach glauben sie alle mehr als je zuvor an einen Sieg. Das muss sich so schnell wie möglich wieder ändern, ansonsten verliert man noch mehr Punkte. Auch Real wird zwischenzeitlich mal der Tank ausgehen wird, aber Barça wird dies nicht ausnutzen können und an sich selbst scheitern. Leider muss ich die Frage, die mir bei diesem Roundtable gestellt wurde, mit einem „Nein“ beantworten.“

Electric Sánchez: Reals dünner Kader wird ihnen noch zu schaffen machen

Unser Mitglied Electric Sánchez ist der Meinung, dass das letzte Wort in Sachen Meisterschaft noch nicht gesprochen ist.

„Trotz der prominenten Abgänge hat es Carlo Ancelotti geschafft, sein Team auf ein Niveau zu hieven, das dem von letzter Saison in keiner Weise nachsteht. Mit den Verpflichtungen von Weltmeister Toni Kroos und der Überraschung der Weltmeisterschaft, James Rodríguez, haben die Königlichen viel riskiert, aber auch viel gewonnen. James lässt einen di María, der letzte Saison DER Leistungsträger der Madrilenen war, schneller vergessen als es uns Culés lieb ist, Kroos vereint die Sechser- und Achterposition wie kaum ein anderer. Der womöglich einzige Makel von Real Madrid ist der schmale Kader. Auf lange Sicht wird ihre schmale Besetzung Barça von Nutzen sein, denn niemand rotiert so gerne wie Luis Enrique. Dieser hat gegen Paris St. Germain gezeigt, wozu er imstande ist. Mit seiner Aufstellung hat er alle verblüfft und sein Mut hat sich ausgezahlt. Wir sahen die in meinen Augen beste Saisonleistung gegen die Hauptstädter aus Frankreich, die wir mit Spielzügen zum mit-der-Zunge-schnalzen schwindelig spielten.

Abschließend möchte ich zusammenfassen, dass die Chancen auf die Meisterschaft weiterhin sehr groß sind. Der aktuelle Punkterückstand beträgt mickrige vier Punkte. Es ist noch alles möglich und es kann noch viel passieren. Es gibt schließlich auch noch Mannschaften wie Atlético Madrid oder Valencia, die man nicht außer Acht lassen darf, da sie über ein herausragendes Spielermaterial verfügen. Ich bin mir sicher, dass wir einen ähnlich spannenden Titelkampf wie im Vorjahr erleben werden.“

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