Spielanalyse | Der FC Barcelona bezwingt den FC Granada mit 4:1

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Der FC Barcelona konnte in einer über weite Strecken komplizierten Partie gegen Granada dank einer starken Schlussphase mit 4:1 bezwingen. Luis Suárez brachte die Blaugranas mit seinem ansehnlichen Lupfer kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit in Führung. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff glichen die Andalusier aus. Paco Alcácer, Ivan Rakitić und Neymar trugen sich daraufhin in die Torschützenliste und sicherten so die drei Punkte.

Der FC Barcelona kommt erst spät ins Spiel

Die Katalanen agierten diesmal in einem 4-3-3-System mit Jordi Alba und Sergi Roberto als Außenverteidiger. Diese Formation veränderte sich selbstverständlich je nach Spielsituation. Beide Außenverteidiger suchten oft den Weg nach vorne, wobei hier gesagt werden muss, dass Alba sich öfter in der Abwehrkette wiederfand als Sergi Roberto, der zunächst durch Rafinha, später durch Paco Alcácer abgesichert worden ist. Die Angriffsbemühungen konzentrierten sich vor allem darauf, Neymar über die linke Seite in Szene zu setzen oder das schnelle Umschaltspiel zu forcieren und so den Gegner zu überrumpeln. Diese Bemühungen waren zu Beginn allerdings nicht fruchtbar, denn waren die Blaugranas in der ersten Halbzeit zunächst auf dem Weg der Selbstfindung. Man schaffte es nicht, von Beginn an Druck auf den Gegner auszuüben und gefährlich ins letzte Spielfelddrittel vorzudringen. Erst nach der ersten gefährlichen Torchance gegen Mitte der ersten Halbzeit war es dem FC Barcelona möglich, ins Offensivspiel zu finden. Weitere gefährliche Torraumszenen waren die Folge, die besonders häufig nach Konterangriffen entstanden sind. Die Chancenverwertung war in der ersten Halbzeit allerdings nicht der beste Freund des FC Barcelona, sodass nach einem herrlich langen Ball von Jordi Alba auf Luis Suárez und der folgende Lupfer über Ochoa in Richtung Glück das einzige Tor in der ersten Halbzeit markierte.

In die zweite Hälfte fand man allerdings etwas schwieriger hinein – trotz des Führungstreffers in der letzten Minute der ersten Halbzeit. Man schaffte es zu Beginn nicht mehr, Druck auf die ballführenden Akteure von Granada im Mittelfeld auszuüben. Das 4-4-2-System in der Defensive, das sich auch nicht selten in ein 4-5-1 entwickelt hat, war aufgrund der Abstände zwischen der Verteidigung und des Mittelfelds einfach zu umspielen. Deshalb ist es nicht verwunderlich gewesen, dass die Katalanen ausgerechnet in diesen Minuten nach Wiederanpfiff den Ausgleichstreffer durch Boga (50.) kassiert haben. Folge dieses Gegentors war ein zu schwaches Pressing gegen den ballführenden Akteur im Mittelfeld, der die Lücke in der Innenverteidigung sah und diesen Freiraum auch bespielt hat. Auch daraufhin tat sich der FC Barcelona schwer, sich hochkarätige Torchancen herauszuspielen. Erst eine Viertelstunde nach dem Ausgleichstreffer kam man am gefährlichsten vor des Gegners Tor. Luis Suárez band den gegnerischen Innenverteidiger Lombán und setzte seinen Körper geschickt ein, sodass er den hohen Ball auf ihn kontrollieren konnte. Paco Alcácer startete rechtzeitig durch, sodass Suaréz nur noch durchstecken musste. In Torjägermanier verwandelte Paco eiskalt zum 2:1. In der Folge machte der FC Barcelona da weiter, wo man im ersten Durchgang aufgehört hat: im letzten Spielfelddrittel der Andalusier. Ivan Rakitić und Neymar Jr. machten das Ergebnis in den Schlussminuten allerdings klar.

Granada zeigt eine kämpferische Leistung

Der FC Granada hatte durchaus eine Spielidee, die allerdings laufintensiv gewesen ist. Sie fokussierten sich vor allem auf eine stabile Defensivkette, aus der man schnelle Angriffe nach vorne starten konnte. In der ersten Halbzeit begegneten sie den FC Barcelona daher im 5-3-2-System, wenn sie nicht im Ballbesitz gewesen sind. Die Fünferkette verteidigte die komplette Spielfeldbreite, während die Dreierkette davor das Zentrum abdichten musste. Und tatsächlich: Dem FC Barcelona ist es nur schwer möglich gewesen, durchzukommen. Dass dieses System allerdings einen hohen Laufaufwand bedeutete – vor allem deswegen, weil der FC Barcelona im Mittelfeld regelmäßig in der Überzahl war -, ist es nicht verwunderlich, dass Granada in läuferischer Hinsicht den Katalanen ab Mitte der ersten Halbzeit unterlegen waren und dann vieles zugelassen hatten. Insbesondere machten sich Probleme beim Versuch, das Umschaltspiel der Katalanen zu unterbinden, bemerkbar.

In der zweiten Halbzeit veränderte sich dieses Bild. In der Defensive agierte man nun im 5-4-1-System und man erschwerte es den Katalanen nun bis zur Gelb-Roten-Karte immens, das letzte Spielfelddrittel in der Dauer zu bespielen, wie man es nach der ersten halben Stunde beispielsweise gemacht hat. Danach taten sich insbesondere über die Außenbahnen Lücken auf, die der FC Barcelona eiskalt ausgenutzt hat und so jeweils nach zwei Angriffen über die Außenbahn zum Torerfolg kam. Granada schaffte es ab sofort nicht mehr, die gesamte Spielfeldbreite abzudecken.

Offensiv war Granada überwiegend abgemeldet. Die Defensivabteilung des FC Barcelona hatte in der Regel eine Lösung parat. Erst zu Beginn und gegen Ende der zweiten Halbzeit bis zum Platzverweis waren Bemühungen erkennbar, zumindest ein Unentschieden herauszuholen. In der Offensive agierte man zunächst während des Aufbauspiels in einem 4-3-3-System, das sich je nach Verschiebung in ein 3-4-3 verändert hat. Dieses Bild war allerdings nicht lange zu beobachten, sodass eher ein defensives Granada zu vernehmen gewesen ist, das allerdings nicht davon zurückschreckte, den Weg nach vorne zu suchen.

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