Spielanalyse | Der FC Barcelona bezwingt den FC Valencia

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Der FC Barcelona zeigte sich am gestrigen Abend alles andere als von einer starken Seite. Insbesondere in der Defensive tat man sich nach gegnerischen Konterangriffen schwer, diese zu verhindern beziehungsweise die Gefahr zu minimieren. Auf der anderen Seite konnte man zwar vier Tore erzielen, doch verpassten die Katalanen wegen schlechter Chancenauswertung regelmäßig, das Spiel vorher zu entscheiden. Mit dem 4:2-Sieg gegen Valencia verkürzt der FC Barcelona den Abstand auf die Tabellenspitze auf zwei Punkte.

Valencia legt den Fokus auf eine stabile Defensive

Der FC Valencia, der in der Vergangenheit regelmäßig ein unangenehmer Gegner der Blaugranas war, zog sich in der gestrigen Partie weit zurück. In der Defensivbewegung war zunächst ein 4-5-1-System zu erkennen. Die Mittelfeldkette stand hierbei eng an der Verteidigungskette. So sollte es dem FC Barcelona erschwert werden, das letzte Spielfelddrittel vor dem Sechszehner zu bespielen. Verschoben die Katalanen immer tiefer in die gegnerische Hälfte, entwickelte sich aus dem 4-5-1 ein 5-4-1. Die Verteidigungskette konzentrierte sich nun vor allem darauf, die gesamte Spielfeldbreite abzudecken. Das Vierermittelfeld verschob dagegen in Richtung ballführenden Akteur und deckte so insbesondere das Zentrum ab. Dennoch erwiesen sich Probleme bei den Fledermäusen. Die mangelnde Abstimmung zwischen den Verteidigern und die damit verbundenen großen Abstände sorgten zum einen dafür, dass dem FC Barcelona Möglichkeiten geboten wurden, Schnittstellenpässe zu spielen. Zum anderen sorgte eben jene mangelhafte Abstimmung dafür, dass die Abseitsfalle des Öfteren nicht gegriffen hat. Weiterhin fehlte dem FC Valencia oft der Zugriff zu den gegnerischen Akteuren, sodass Zweikämpfe oft nicht geführt werden konnten.

Allerdings trat Valencia nicht nur in der Defensive in Erscheinung. Man war durchaus darum bemüht, gefährlich vor das Tor von Marc-André ter Stegen zu gelangen. Durch schnelle Konterangriffe konnte Barça tatsächlich in Bedrängnis gebracht werden. Vor allem in der ersten Halbzeit konnte die Abwehr des FC Barcelona, die oft weit aufgerückt ist, überlaufen. Dass jedes Mittel recht gewesen ist, bewies nicht nur der weite Abschlag von Diego Alves, der hinter Gerard Piqué herunterkommt und bei Munir El Haddadi landete. Ob spielerisch oder nicht: Immerhin man kam vor des Gegners Tor. In der Folge gab es eine Ecke für Valencia, die zum 1:0 durch Mangala geführt hat. Die nächste Offensivaktion mündete ebenfalls in ein Tor, als man das 2:2 erzielt hat. Torschütze war Munir El Haddadi in der 46. Spielminute. In der zweiten Halbzeit verflachte das Offensivspiel der Fledermäuse.

Auffällig im Spiel von Valencia war, dass man sich keinesfalls versteckt hat. Befand sich der Ball in der Hälfte der Katalanen, verschob man durchaus im 4-3-3-System nach vorne und übte so Druck auf die Blaugranas aus, was auch einige Male zum Erfolg geführt hat, denn schlug Barça den Ball nicht selten unkontrolliert oder ungenau ins Aus beziehungsweise zum nächsten Mitspieler.

Barça offensiv präsent, defensiv aber anfällig

Barça zeigte sich dagegen in der Offensive wesentlich präsenter als die Gäste. Mit der ganzen Mannschaft verschob man in die gegnerische Hälfte, was dafür gesorgt hat, dass Valencia mit der kompletten Mannschaft verteidigen musste. Dies hatte dann auch den Effekt, dass Valencia einen noch weiteren Weg in Richtung Marc-André ter Stegen hatte. Lionel Messi befand sich die meiste Zeit im Zentrum. Rafinha und Neymar banden auf den Außenpositionen die Gegner. Es war die zuletzt oft zu sehende 3-3-1-3-Formation zu sehen.

Die vorhandenen Defensivprobleme des FC Valencia konnten die Blaugranas oft ausfindig machen und auch bespielen. Regelmäßig schaffte es Barça hinter die Verteidigungsketten zu kommen. So auch bei, 1:1 oder kurz vor dem Elfmetertor durch Lionel Messi. Beim 1:0 kann sich Luis Suárez während des Einwurfs ungestört hinter der Verteidigung bewegen, was Neymar sieht. Sein Einwurf findet Suárez, der eiskalt den Ausgleich erzielt. Kurz vor dem 2:1 war es wieder Luis Suárez, der ein Zuspiel hinter der Verteidigung bekommt und nur durch ein Foul durch Mangala gestoppt werden konnte. Man nutzte quasi die Nachlässigkeiten der gegnerischen Verteidiger eiskalt aus. Ohnehin stellte die Zweikampfführung Valencias kein Problem dar. Neymar und Messi konnten sich oft leicht von dem gegnerischen Druck befreien. Hierbei ist vor allem Neymar hervorzuheben, der auf der linken Außenposition regelmäßig gedoppelt wurde und dennoch den Weg nach vorne dank seiner Tempodribblings gefunden hat. Dem 4:2 durch André Gomes ging ein solches Dribbling voraus. Beim 3:2 durch Lionel Messi schaffen es Mascherano und Messi die Lücken in der Defensivkette zu erkennen und zu bespielen. Und auch hier war die Zweikampfführung seitens Valencia schwach. Eine einfache Körpertäuschung reichte nämlich aus, sich in guter Schussposition zu bringen.

In der Defensive war Barça allerdings alles andere als stabil. Dies trifft vor allem auf die erste Halbzeit zu. Die Dreierkette in der Abwehr verschob oft weit nach vorne. Zwar drückte man, wie bereits erwähnt, Valencia dadurch weit nach vorne. Auf der anderen Seite hat man in der eigenen Hälfte große Räume für lange Bälle geöffnet. Die Abwehr schien überrumpelt, sobald die Fledermäuse im 4-3-3 nach vorne stürmten. Insbesondere Piqué und Mascherano schafften es nicht, das Zentrum beziehungsweise die rechte Seite ausreichend abzudecken. Bei etwas mehr Übersicht hätte der FC Barcelona auch schon eher in Rückstand geraten können. Ohnehin war die Abstimmung zwischen Verteidigung und Mittelfeld nicht gut. Anders als in den anderen Partien war es diesmal nicht Sergio Busquets, der in die Abwehrkette gerückt ist, sondern Ivan Rakitić. Er fungierte in der Rückwärtsbewegung als Rechtsverteidiger. Es war ihm anzusehen, dass diese Aufgabe für ihn ungewohnt war, wie es beim 2:2 zu sehen gewesen ist. Zum einen war das Pressing gegen den ballführenden Akteur im Mittelfeld schwach, zum anderen hätte Rakitić enger stehen müssen, um die Lücke zwischen Mascherano und ihm zu schließen. So fehlte es ihm allerdings am Zugriff an den Spieler, aber auch an dem Spiel. Die Defensive stabilisierte sich in der zweiten Halbzeit zwar, allerdings nicht derartig, dass keine Gefahr mehr von Valencia ausgegangen ist.

Fazit

Letztendlich ist es ein verdienter Sieg für den FC Barcelona, der im Hinblick auf den Meisterschaftskampf immens wichtig sein kann. Valencia erwies sich als der unangenehme Gegner, auch wenn man selbst durch das schwache Stellungsspiel in der Defensive und die schwache Chancenauswertung nachgeholfen hat.

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