UD Levante – FC Barcelona 14.04.2012

StartLa LigaUD Levante - FC Barcelona 14.04.2012
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Um Haaresbreite hätte die Blaugrana gestern das Clasico am kommenden Wochenende entwertet. Mit Mühe und Not kamen sie zu einem knappen 2:1 Erfolg über Levante und fanden lange Zeit gegen die gut gestaffelte Defensive des Gegners keine Mittel. Doch Guardiola fand die richtige Antwort.

Foto:Miguel Ruiz – fcbarcelona.cat

Von Raphael Lugowski

Levante mit neun Spielern vor dem Strafraum

Das war kein entspannter Abend für Pep Guardiola. Wieder einmal musste seine Mannschaft einem Rückstand hinterherlaufen und sodann ein Defensivbollwerk knacken. Die Disziplin von UD Levante beim Defensivverhalten war bemerkenswert und stellte die Katalanen vor eine beachtliche Herausforderung. Gleich neun Spieler versammelte der Gastgeber vor seinem eigenen Strafraum und warte die Angriffe des FC Barcelona geduldig ab. Ihre Abwehrkette stand breit, um die Flügel abzudecken, während die vor ihr befindliche Mittelfeldkette, die zumeist fünf Spieler zählte, darauf bedacht war, sehr eng zu stehen und die Passwege in die Tiefe zu unterbinden. Dementsprechend ideenlos und uninspiriert präsentierte die Mannschaft rund um Xavi und konnte nur selten systematische Angriffe vortragen. Dabei hat Guardiola im Grunde nichts falsch gemacht. Für die nötige Breite im Spiel sorgte die Besetzung der Flügel mit Pedro und Sanchez. Durch die extrem tiefe Stellung von Levante war es Thiago und Fabregas oftmals möglich, ins Sturmzentrum neben Messi zu rücken und somit auch in der Mitte eine Spielerpräsenz herzustellen. Das Fehlen von Thiago auf halblinks wurde durch das Vorrücken von Adriano kompensiert, sodass auch Pedro stets einen Bezug zum Spiel hatte.

Lücken gab es nur bei Kontern

Gleichwohl haben diese Maßnahmen kaum gefruchtet. Vor allem nach dem Gegentor nach gut 20 Minuten hat Levante noch mehr in das Spiel investiert und dem FC Barcelona noch mehr abverlangt. Man lief im wahrsten Sinne des Wortes gegen eine Wand an, die an diesem Abend zunächst unüberwindbar schien. Die einzige Chance bestand in schnell vorgetragenen Kontern, wenn Levante aufgerückt war. Trotz ihrer defensiven Grundausrichtung trugen die Gastgeber auch Angriffe vor und suchten ihre Chance, sobald sie den Ball erobert haben. Die sich hieraus ergebenden Lücken konnten von den Katalanen allerdings nicht genutzt werden, weil die Mittelfeldspieler mangels erblickter Perspektive das Tempo unnötig verschleppten. Dabei waren diese Situationen noch die aussichtsreichsten in der gesamten ersten Hälfte. Die Konter von Levante hatten eine andere Qualität. Zielstrebig und gefällig wurde der Ball schnell nach vorne getragen und geschoben, sodass von ihren Bestrebungen zumindest der Ansatz einer Gefahr ausging. Hinten hielten zumeist Puyol und Mascherano Wache, während die anderen formellen Verteidiger, Busquets und Adriano, bei Angriffen aufgrund der defensiven Haltung von Levante ziemlich weit vorne standen. Ein zu langsames Zurückeilen oder ein Überspielen von Busquets und Adriano hatte gestern jedoch keine Folgen.

Xavi raus – Guardiola handelt goldrichtig

Guardiola reagierte auf die bescheidene Performance seiner Mannschaft in der Halbzeitpause und brachte Cuenca für einen an diesem Abend überflüssigen Xavi. Auf seine Qualitäten kam es nicht an, weil bis zur Grundlinie kaum Raum vorhanden war und er seine gefürchteten tödlichen Pässe nicht spielen konnte. Die Eroberung des Mittelfelds war ebenfalls kein Thema, sodass die Auswechslung durchaus sinnvoll erschien. Cuenca orientierte sich sofort auf den linken Flügel und ließ Sanchez in die Sturmmitte abrücken. Die Idee, die dahinter steckte, war klar. Mit dem Tiki Taka konnte man an diesem Abend keine Lücken reißen. Jetzt sollten die Flügelspieler in die direkten Zweikämpfe mit den Außenverteidigern gehen und so für den nötigen Raum und für Gefahr sorgen. Und diese Maßnahme hat sich bezahlt gemacht. Immer wieder ging Cuenca auf links in den Zweikampf und bewirkte so eine stärkere Orientierung des Gegners auf links, weil hier nun die potenzielle Gefahr aus ihrer Sicht am größten schien. Dabei büßten sie ein Stück weit Souveränität im Zentrum ein und ermöglichten so das Tor durch Messi. Mit der Einwechselung von Iniesta sollte auch dem rechten Flügel noch mehr Leben eingehaucht werden und dieser das direkte Duell gegen seine Gegenspieler suchen. Man darf die Maßnahmen von Guardiola damit durchaus mit dem Prädikat „Erfolgreich“ versehen.

Strittige Elfmeterentscheidung

Trotz einer schleppenden ersten Halbzeit kamen die Gäste aus Barcelona zu einigen guten Torchancen. In den ersten Minuten hatte der Gegner Pedro noch nicht richtig auf der Rechnung und so kam er nach einem Pass von Messi zu einer beachtlichen Tormöglichkeit, die er jedoch vergab. Nur wenig später konnte sich Messi unter Bedrängnis von drei Spielern durchsetzen und zum Abschluss gelangen, doch der Ball ging über das Tor. Die besten Chancen für den FC Barcelona verbuchte aber Thiago, der von Sanchez sehr gut bedient worden war, den Ball jedoch nicht mit dem Kopf im Tor unterbringen konnte. Auch sein zweiter Kopfball nach Freistoß von Messi war nicht erfolgsgekrönt. In der 22. Spielminute wendete sich das Blatt gegen die Blaugrana, als der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt zeigte. Nach einem Schuss prallt der Ball Busquets an die Hand, die er vor dem Körper führte und die deshalb keine unnatürliche Verbreiterung des Körpers darstellte. Nichtsdestotrotz sah diese Szene sehr unglücklich aus und Busquets erschreckte selbst, nachdem er bemerkt hatte, dass der Ball an seine Hand geprallt war. Es war gewiss eine vertretbare, aber harte Entscheidung. Vielleicht sollte das Regelwerk in diesem Punkt überarbeitet werden, damit solche Situationen künftig einheitlich behandelt werden. Den fälligen Elfmeter verwandelte Barkero sicher zur Führung für eine Mannschaft.

Cuenca und Messi sorgen für die Wende

Vom FC Barcelona kam bis auf einen harmlosen Kopfball von Fabregas nach einem Lupfer von Messi nichts mehr in der ersten Halbzeit. Levante hingegen hatte noch eine gute Gelegenheit durch Barkero, der den Ball aus halbrechts am linken Pfosten vorbeizog. Auch kurz nach der Pause gehörte die erste Möglichkeit den Gastgebern. Kone spielt den Ball auf links heraus und begibt sich in die Mitte. Die Hereingabe seines Mitspielers kann aber von Puyol entschärft werden. Erst nach 60. Spielminuten kamen die Katalanen wieder zu einem Abschluss durch Adriano. Vier Minuten später sollte aber der erste Schritt zur Wende gemacht werden. Cuenca zog auf rechts zwei Spieler auf sich und bediente Messi in Mitte an der Strafraumkante. Dieser spielte einen herrlichen Doppelpass mit Sanchez und schlenzt den Ball unhaltbar ins linke Eck. In der 70. Spielminute ging Cuenca wieder einmal in den direkten Zweikampf mit seinem Gegenspieler, zog an ihm vorbei und wurde regelwidrig angegangen und zu Fall gebracht – es gab Elfmeter. Messi gab sich wieder einmal die Ehre, trat an und verwandelte mit einer unglaublichen Sicherheit zur Führung für seine Mannschaft. Selbst wenn der Schlussmann in die richtige Richtung gesprungen wäre, dieser Ball wäre dennoch unerreichbar für ihn gewesen. Das Zittern und Bangen der Anhänger des FC Barcelona war damit beendet, und bis zum Abpfiff der Partie passierte nicht mehr viel Erwähnenswertes. Die Voraussetzungen für ein spannungsgeladenes Clasico sind gegeben. Freuen wir uns auf ein tolles Spiel und hoffentlich auf einen Sieger mit blau-roten Farben. Visca el Barca!

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