Wiedersehen mit Betis: Setién kehrt ins Benito Villamarín zurück

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Für den FC Barcelona steht am 23. Spieltag eine Auswärtsreise in das Estadio Benito Villamarín von Real Betis an. Für Barça-Trainer Quique Setién eine besondere Partie, denn er kehrt zum ersten Mal nach seiner Trennung im Sommer an die alte Wirkungsstätte zurück. Für Betis hat sich der Trainerwechsel von Setién zu Rubi nicht gelohnt – die große Chance für Barça, ihre Auswärtsmisere endlich zu beenden.

Das anstehende Ligaspiel des FC Barcelona gegen Real Betis (Sonntag, 21 Uhr) wird für Trainer Quique Setién eine ganz besondere Bedeutung haben. Der 61-Jährige, der seit nun fast einem Monat Cheftrainer der Blaugrana ist, kehrt zurück an seine alte Wirkungsstätte, die er erst vor knapp neun Monaten verlassen hat.

Nur wenige Stunden nach Abpfiff des letzten Spiels der Saison 2018/2019, welches Betis sogar mit 2:0 bei Real Madrid gewann, verkündeten die Verdiblancos, dass Setién und der Verein sich auf eine Trennung geeinigt haben. Eine Trennung, die nicht überraschend kam.

Setién bei Betis: Erst rauschhaft, dann enttäuschend

Zwei Jahre arbeitete Setién als Trainer für die Andalusier. Gleich in der ersten Saison führte er den Verein aus dem Süden Spaniens zurück in das internationale Geschäft. Und das in einer Art und Weise, die nicht nur die Betis-Anhänger, sondern auch viele Neutrale begeisterte. Setién ließ seinen typischen Ballbesitz-Fußball spielen, der an die Spielweise Johan Cruyffs angelehnt ist. 

Doch in seiner zweiten Saison ging es bergab: Setiéns Team kämpfte gegen die Dreifachbelastung und die gestiegenen Erwartungen an. In einer guten Hinrunde überraschte Betis unter anderem im November 2018 mit einem dramatischen und historischen 4:3-Sieg über den FC Barcelona im Camp Nou.

Bereits zu der Zeit kamen Gerüchte auf, dass Setién sogar als neuer Trainer Barças gehandelt wird. Doch in der Rückrunde verspielte Setién jeglichen Kredit – bei den Fans, aber auch bei seinen Vorgesetzten.

Der Trainer beharrte zu sehr auf seine Spielphilosophie und stellte auch in Schwächephasen nichts um. Betis schied nur eine Runde nach der Gruppenphase bereits aus der Europa League aus, in der Liga verpasste man die Qualifikation für das internationale Geschäft.

Einzig in der Copa del Rey überzeugte man mit dem Erreichen des Halbfinals halbwegs – scheiterte dann aber im Halbfinale am FC Valencia, eine abermalige Enttäuschung. Denn das Ziel war klar vorgegeben: Das Erreichen des Copa-Finales, das im heimischen Benito Villamarin ausgetragen wurde.

So wurde Setiéns zweite Saison zur Enttäuschung, die Betis-Entscheidungsträger einigten sich zum Abschluss der Saison mit dem Übungsleiter auf eine Trennung. 

Pokalaus in den Köpfen – Piqué fehlt gesperrt

Rund ein halbes Jahr später trat Setién die Nachfolge von Ernesto Valverde als Trainer vom FC Barcelona an. Nun steht im Ligabetrieb die Rückkehr Setiéns nach Sevilla bevor, “das ist für mich und meinen Trainerstab ein besonderes Spiel”, gab Setién vorab auf der Pressekonferenz zu

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Auch unter Setién haben die Katalanen noch mit Sand im Getriebe zu kämpfen. Vier Siege und zwei Niederlagen, so lautet die Bilanz der ersten Wochen. Am Donnerstag setze es eine bittere Niederlage im Viertelfinale der Copa del Rey in Bilbao, obwohl Barça ein deutliche verbessertes Auswärtsgesicht zeigte. 

Die schweren 90 Minuten aus dem Pokalspiel werden den Spielern noch am Sonntagabend in den Knochen stecken, denn Barças Kader ist äußerst dünn.

Möglich, dass Setién an einigen Stellen etwas rotieren und Verschnaufspausen vergeben wird. Ganz sicher nicht mit dabei sein wird Gerard Piqué, der Innenverteidiger holte sich am vergangenen Spieltag seine bereits zehnte Gelbe Karte in dieser Saison ab und ist gesperrt. Damit werden die Franzosen Clément Lenglet und Samuel Umtiti das Verteidiger-Duo bilden. Aufgrund der Personalsituation ist davon auszugehen, dass das Offensiv-Trio wieder Ansu Fati, Antoine Griezmann und Lionel Messi heißen wird. 

 

Betis im Niemandsland 

Während es für Barcelona darum geht, weiter Anschluss an Tabellenführer Real Madrid zu halten, befindet sich Betis im Niemandsland der Liga auf Rang 13. Mit 28 Punkten haben die Verdiblancos einen Zehn-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegsplätze, die Europapokalplätze sind momentan acht Punkte weg.

Konstant ist bei Betis nur die Mittelmäßigkeit: Betis stand nie besser als auf Platz neun, kommt einfach nicht in Schwung. Dieses Mittelmaß ist zu wenig für das Team von Trainer Rubi, der auf Setién folgte und eigentlich die Vorgabe hatte, wieder ins internationale Geschäft einzuziehen.

Betis gab im Sommer mit Torwart Pau López (AS Rom), Linksverteidiger Júnior Firpo (FC Barcelona) und Mittelfeldmann Giovani Lo Celso (Tottenham Hotspur) gleich drei wichtige Stützen ab.

Die Einnahmen wurden prompt investiert und für den letztjähirgen 17-Tore-Stürmer Borja Iglesias von Espanyol Barcelona und den technisch versierten Nabil Fekir von der Olympique Lyon ausgegeben. Doch die beiden teuren Neuzugängen schlugen bisher nicht ein. Iglesias kommt nur auf drei Treffer, Fekir steht immerhin bei acht Scorerpunkten, doch auch von dem Ex-Lyon-Mittelfeldspieler hat man sich mehr erhofft.

Sorgenkind der Verdiblancos ist die Defensive, nur drei Teams haben mehr Gegentreffer (34) als Betis kassiert. Obwohl Rubi einen konservativeren Fußball als Vorgänger Setién spielen lässt, bekommt auch er die Abwehr nicht sortiert. Für Lionel Messi und Co. stellt diese Achillesferse die Chance dar, ihre magere Auswärtsbilanz endlich aufzupolieren und den ersehnten Dreier in der Fremde einzufahren. 

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