Abidal spricht über Puig, Aleñá, Dembélé, Griezmann, Rakitic und die Stärke des Kaders

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Eric Abidal sprach in einem ausführlichen Interview über die Situationen verschiedener Barça-Akteure: Der Sportdirektor des FC Barcelona sprach über die Anpassungsprobleme Antoine Griezmanns und Junior Firpos, die Zukunft Riqui Puigs und Carles Aleñás, Lionel Messis Vertrag, Ousmane Dembélés Entwicklung und die Bankrolle Ivan Rakitics. 

Eric Abidal gab der SPORT ein ausführliches Interview, in Teil drei seines Interviews sprach der Sportdirektor des FC Barcelona über den Kader, die aktuellen Leistungen der Mannschaft sowie über verschiedene Spieler.

Hier geht es zu Teil eins: Abidal spricht über Valverde

Hier geht es zu Teil zwei: Abidal spricht über Neymar

Eric Abidal…

…über Barças generelles Niveau: „Wenn wir über die Leistungen mit Blick auf das spielerische Niveau und die Ergebnisse sprechen, dann können wir sagen, dass wir nicht zufrieden sind. Wir sind Barça, wir müssen gewinnen und gut spielen. Es ist nicht immer leicht, neue Spieler kommen hinzu und müssen sich erst an die Philosophie anpassen. Man muss eine komplexe Trainingsmethodik durchführen, das ist schwierig.“

„Die Anhänger sind nervös, denn die Leute erinnern sich an die Vergangenheit, in der gut gespielt und viel gewonnen wurde. Ich betone: Es gibt Anpassungsphasen. Du kannst großartige Spieler, Stars in deinen Verein dazuholen, aber sie müssen erst verstehen, wie gespielt wird. Es ist ein Positionsspiel, sie müssen sich richtig positionieren. Daran wird gearbeitet. Die Adaption ist der Schlüssel, nicht nur bei Neuzugängen, sondern auch bei Spielern, die weniger zum Einsatz kommen.“

…über die Saisonziele: „Die gleichen wie jedes Jahr. Wir sind Barça, wir müssen alles gewinnen. Das war schon immer so. Wir sind kein Verein, der sich hinter Zielen versteckt. Du musst auf höchsten Niveau agieren, um alles zu gewinnen.“

…über Wettbewerbsfähigkeit auf dem höchsten Level: „Im Sport macht die Mentalität den Unterschied aus. Du kannst gegen schwächere Teams spielen und sie besiegen dich – wenn eine Mannschaft diese Mentalität an den Tag legt, kann sie ihr Ziel erreichen. Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft das hat – zu zweihundert Prozent.“

…über die kommenden Wochen der Wahrheit mit Spielen gegen Dortmund, Inter, Atlético, Real Sociedad: „Die Mannschaft ist bereit. Letztes Jahr hatten wir auch einen sehr entscheidenden Monat, und wir haben ihn überstanden. Es gibt immer schwierige Phasen im Terminkalender. Der Schlüssel dabei ist, sich immer auf das Spiel zu konzentrieren, das man gerade vor der Brust hat und dagegen zu halten. Wir könnten einen schwierigen Monat durchmachen, aber unsere Gegner wissen auch, dass es für sie ebenfalls schwierig wird. Die Philosophie unseres Spiels ist wichtig, aber ebenso wie man arbeitet, damit man dem Gegner Probleme bereiten kann.“

…über die Stärke des Kaders und ob er besser als letztes Jahr ist: „Ja, ist er. Wenn du Spieler dazuholst, holst du nicht nur Talent, sondern auch Persönlichkeit. Das sind Menschen, die dem Mannschaftsgefüge sehr viel geben. Wenn das Mannschaftsgefüge geschlossen ist, hat man schon viel gewonnen. Alle Neuverpflichtungen die wir getätigt haben, haben starke Persönlichkeiten, das hilft uns auf und abseits des Platzes.“

…über Ivan Rakitic: „Zuallererst: Der Trainer hat dem Spieler zu Beginn der Saison gesagt, dass diese Saison anders sein wird und dass er weniger Einsatzzeit bekommen wird. Ich habe mit Ivan gesprochen und ihm gesagt dass ich verstehe, dass es eine komplizierte Situation ist – denn er spielte erst jedes Spiel [in den letzten Jahren] und jetzt spielt er plötzlich kaum noch. Ich bin immer dafür da, zu helfen. Aber es ist eine sportliche Entscheidung, die er verstehen muss. Wenn du als Verein einen Spieler verkaufen willst, dann setzt du ihn ein. Wir müssen sehen, wie sich das alles auflöst.“

…über Carles Aleñá: „Er hat uns letzten Sommer angerufen, um mit uns zu sprechen. Er wollte spielen, und wir erklärten ihm, dass der Trainer Vertrauen in ihn hat, also blieb er bei uns. Valverde hat seine Pläne, aber oftmals ändern sich diese aufgrund der Ergebnisse und Leistungen. Carles und sein Umfeld wissen, dass wir hier sind, um ihm zu helfen. Er spielt nicht viel, wir müssen darüber mit allen sprechen. Ob die Lösung ein Wechsel ist oder nicht, hängt davon ab, wie sich die Situation im Mittelfeld darstellt.“

…über Riqui Puig: „Wir setzten total auf Riqui, er und sein Umfeld wissen das. Im Fußball gibt es immer einen Prozess. Er ist ein talentierter Spieler, aber er muss das Gesamtbild sehen. Aleñá spielt quasi auf seiner Position und bekommt keine Einsatzminuten. Wir müssen mit ihm und seinem Umfeld transparent sein. Als Verein sind wir mit ihm zufrieden, wir wissen, dass die Spiele in der zweiten Mannschaft hart sind, aber dort kann er nach Barças Philosophie spielen, wir sehen das positiv. Wir sehen den Plan klar, in dieser Altersklasse muss er so weitermachen, man darf da nichts überstürzen. Xavi und Iniesta sind auch erst mit dem Alter gewachsen. Schnell [im Sinne von in einem jungen Alter, Anm. d. Red.] bedeutet nicht, dass man letztlich da auch hinkommt [auf dieses Profiniveau]. Hochzukommen [in die Profimannschaft] und da nur auf der Bank zu sitzen ist nicht das Beste. Das gilt nicht nur für Riqui, sondern für alle Spieler von Barça B. Ansu ist noch ein Jugendlicher, er kam zur ersten Mannschaft um bei den Trainingseinheiten mitzumachen, da ihn Ernesto sehen wollte, und dann blieb er da. Aber wir müssen immer den Prozess respektieren. Diese Jungs wollen natürlich spielen. Alles muss nach einem Plan ablaufen.“

 

…über Ansu Fatis Zukunft: „Wir sprechen mit ihm über seinen Vertrag. Es ist normal, dass das bald erledigt wird.“

…über Lionel Messis Zukunft und Vertrag: „Hoffentlich wird er noch viele Jahre bleiben, ich denke, das wird so kommen. Es ist Leos Entscheidung. Er betont es ja immer: Barça kommt vor allem. Er ist ein Schlüsselspieler für uns. Er hat diese Option, aber ich weiß, dass der Präsident mit seinen Repräsentanten spricht, um diesen Fall ein für alle mal zu abzuschließen.“

…über Junior Firpo: „Ich weiß nicht, ob er schwach angefangen hat. Wenn wir über die Performances sprechen: Barça ist nunmal nicht Betis. Barça ist eine Mannschaft, bei der das Positionsspiel wichtig ist, das muss er verstehen und sich adaptieren – das Spielen mit dem Ball und ohne den Ball. Er ist ein Fußballspieler mit einer großen Zukunft, er hat das Potential, einer der besten Linksverteidiger der Welt zu werden. Ich sage ihm immer, dass er hart arbeiten müsse, das Spiel verstehen müsse. Er wird [mit der Zeit] immer besser zurechtkommen. Es ist immer schwer, bei Barça anzukommen.“

…über Antoine Griezmann: „Mit ihm spreche ich sehr viel. Er weiß, dass es schwierig ist, sich anzupassen. Er hat andere Bewegungsabläufe, aber er ist ein Spieler, der uns viel geben kann, der Trainer weiß das. Defensiv bringt er uns viel und er kann auf verschiedenen Positionen spielen. Er kam, weil er die Champions League gewinnen will. Er weiß, dass er nicht auf seinem [normalen] Niveau ist, das kann man nur mit viel Arbeit lösen. Griezmann ist ein intelligenter Spieler, das Wichtigste ist zu wissen, auf welcher Position du spielst und was du da der Mannschaft geben kannst. Der Flügelspieler bei Barça hat eine klare Rolle, es ist klar, was er machen muss. Die Lösung ist: harte Arbeit. Die Zeit wird es dann zeigen, es ist keine einfache Sache. Es kamen Top-Spieler, die sich aber im ersten Jahr nicht anpassen konnten. Man muss Geduld haben. Die Philosophie Barças ist keine leichte Sache.“ 

…über Ousmane Dembélé: „Ich sehe ihn positiver. Es ist immer ein Prozess. Er ist ein Spieler mit unglaublichem Talent. Im ersten Jahr hat er sich nicht anpassen können, im zweiten hatte er viele Verletzungen, im dritten beginnt er, Dinge zu verstehen. Ich schicke ihm immer Nachrichten, denn ich weiß, dass auf diesem Niveau Details wichtig sind: Richtig zu essen, die Schmerzen [richtig einzuschätzen], die er nach Verletzungen verspürt. Ich sage ihm immer, das ich hier bin, um ihm zu helfen. Ich bin mir sicher, dass er sich hier weiterentwickeln wird.“

 

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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