Agustí Benedito: „Sandro Rosell hat nach wie vor großen Einfluss“

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In einem Interview mit ‚Sport‘ sprach Agustí Benedito über das laufende Misstrauensvotum gegen den aktuellen Vorstand. Innerhalb von 14 Tagen muss der Kritiker der Vereinsführung 16.500 Stimmen von Vereinsmitgliedern sammeln, um eine entscheidende Abstimmung gegen den Präsidenten initiieren zu können. Benedito sprach über die aktuellen Missstände und Gründe für das Misstrauensvotum und nannte unter anderem den noch großen Einfluss des verurteilten Ex-Präsidenten Sandro Rosell.

Wie haben dir die Erklärungen von Albert Soler und Robert Fernández gefallen, nachdem sie bis zur Schließung des Marktes niemanden verpflichtet haben?

Es war eine komplizierte Pressekonferenz, in einem sehr schwierigen Moment und dem sie mit Widersprüche, Unwahrheiten und erfundene Erklärungen begegnet sind, besonders um Eindrücke entstehen zu lassen, die nicht der Realität entsprechen. Es geht darum, dass sie den Weg verlassen haben, um Zeit zu gewinnen, und um das nicht vorhandene Interesse des Vorstandes in den vergangenen drei Monaten.

Sage mir mit einem Wort, was die Strategie der Sportabteilung Barças in diesen Sommer war…

Ich glaube ehrlicherweise, dass es weder eine Strategie noch einen Plan gab.

Hätte es einen Rücktritt geben müssen?

Natürlich. Ich beginne damit, ein Misstrauensvotum zu starten, das kein anderes Ziel hat, als den Rücktritt von allen. Auf die gleiche Art und Weise, wie Barça ein einzigartiger Verein ist, weil die Socios den Vorstand wählen, haben wir gleichzeitig die Macht, diesen zu entlassen. Es ist eine Form der partizipativen Demokratie. Und diejenigen, die uns zu dieser ernsten Situation mit einem institutionellen, sozialen und ökonomischen Charakter geführt haben, sind mit Sicherheit nicht diejenigen, die uns wieder aus dieser hinausführen können. Es ist dringend und notwendig für Barça, dass dieser Vorstand unverzüglich geht.

Ist es der Vorstand oder sind es die Ausführenden, die bei den Transfers versagt haben?

Du kannst es sehen, wie du willst, erster Verantwortlicher dieses unbefriedigenden Transferfensters ist der Präsident von Barça.

Wenn du jetzt vor Josep Maria Bartomeu stehen würdest, was würdest du ihm sagen?

Ich habe keine schlechte Beziehung zu Bartomeu, wir sind Söhne der gleichen Stadt und wir kennen uns seit vielen Jahren. Ich würde ihm sagen, dass er gehen soll, dass er es sein lassen soll, dass er es versucht, aber nicht geschafft hat.

Ist Sandro Rosell der wahre Präsident in seinem Schatten gewesen?

In irgendeinem Bericht, den man während des Prozesses gegen Rosell, der weiterhin im Gefängnis sitzt, lesen konnte, hat sein persönlicher Zivilschutz gesagt, dass es immer noch wichtige Telefongespräche gäbe, die darauf schließen lassen, dass Rosell weiterhin Anweisungen an den FC Barcelona gibt. Ich sage nicht, dass Bartomeu eine Marionette von Rosell ist, aber schon, dass er nach wie vor einen sehr großen Einfluss bei den wichtigen Entscheidungen hat, die bei Barça getroffen werden.

Wie wird das, was diesen Sommer passiert ist, das Misstrauensvotum beeinflussen?

Ich schenke dem Misstrauensvotum eine ganz wichtige Bedeutsamkeit. Es ist kein frivoles Thema, es ist ein Instrument, das wir Socios haben, um wichtige Entscheidungen zu treffen und wir müssen uns an solide und wichtige Gründe halten und nicht an Gründe sportlicher Natur. Ich würde niemals ein Misstrauensvotum wegen eines Resultates oder eines schlechten Transfers starten. Nichtsdestotrotz weiß ich, dass es tausende Socios gibt, die bei dem Votum aufgrund von sportlichen Themen helfen werden. Und auf die gleiche Art und Weise, wie die Titel Bartomeu zum Präsidenten gemacht haben, kann die schlechte sportliche Leitung ihn zum Rücktritt zwingen.

Glaubst du, dass du die nötigen Unterschriften erreichen wirst?

Ich bin der Schwierigkeit der Forderung bewusst und wir reden von mehr als 16.500 validierten Unterschriften und das ist eine historische Forderung, das hat noch niemand gemacht. Aber es ist möglich. Ich merke jeden Tag, wie die Unzufriedenheit durch verschiedene Eindrücke wächst.

Wie viel kostet es, ein Misstrauensvotum zu organisieren?

Wir haben ein Budget von 200.000 € und das übernehmen Lluís Geli und ich.

Wenn neue Wahlen ausgerufen werden, würdest du dich aufstellen?

Prinzipiell schon, ja.

Könnte Bartomeu diese [Anm. d. Red.: Neuwahlen] auch schon vor der Auszählung ausrufen?

Das würde ich nicht ausschließen, das gleiche hat er schon im Januar 2015 getan. Er hat eine erste Fußballmannschaft, die sich nicht in bester Stimmung befindet und die große Masse ist mit seiner Führung nicht einverstanden, ein Transferfenster ist geschlossen, in dem das Team unbedingt eine Verstärkung gebraucht hätte, die finanzielle Situation ist extrem besorgniserregend, er hat einen Rosell im Gefängnis und ein Misstrauensvotum gegen sich. Es wäre logisch, wenn er es machen würde, weil es die Spannung verringern würde.

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