Barça denkt über Sportdirektor Monchi nach

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Den meisten Fans des FC Barcelona wird bei dem Gedanken an die letzte Champions-League-Saison der Kloß im Halse stecken bleiben. Diese endete damals bereits im Viertelfinale im Duell mit dem italienischen Traditionsklub AS Rom. Nach einem überragenden Hinspielergebnis im Camp Nou, was Barça mit 4:1 für sich entscheiden konnte, ging man in der italienischen Hauptstadt mit 0:3 unter und musste die Träume vom Stemmen des Henkelpotts begraben. Für den AS Rom hingegen ging die Reise in der Königsklasse weiter und der Klub musste sich erst im Halbfinale den Reds aus Liverpool beugen. Trotzdem stellte das Erreichen des Halbfinales in diesem Wettbewerb das beste Ergebnis des AS Rom seit vielen Jahren dar. Einen nicht unerheblichen Anteil an diesem Triumph hat wohl Roms damaliger und aktueller Sportdirektor Ramón Rodríguez Verdejo, kurz Monchi. Ebenjener Monchi, der laut einigen Medienberichten jetzt vor dem Sprung zum FC Barcelona stehen soll. Ein Anlass für uns, den „Magier von Sevilla“ mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Als Spieler: Ein Leben für den FC Sevilla

Wie die meisten heutigen Fußballfunktionäre, hat Monchi auch selbst einmal die Fußballschuhe geschnürt. Dies tat er auf der Torhüterposition. Monchi war dabei einer der Spieler, die man in heutigen Zeiten nur sehr selten vorfindet, verbrachte er doch seine gesamte Karriere bei einem einzigen Klub. So lief der Spanier bereits in der Jugend für den FC Sevilla auf. Später folgte dann der Schritt zur zweiten Mannschaft, mit der er als Stammtorhüter in der dritten spanischen Liga kickte, bevor er im Jahr 1990 in die erste Mannschaft berufen wurde und somit das erste Mal die Luft in der Primera División schnuppern konnte. Fortan spielte er neun Jahre lang beim FC Sevilla, tat dies allerdings größtenteils als Ersatztörhüter. Als klarer Stammtorhüter konnte er sich nur die letzten zwei Jahre etablieren. Somit kann Monchis Spielerkarriere insgesamt als sehr unspektakulär beschrieben werden. Wenn wir dabei jedoch eines gelernt haben, dann dass ihm die Treue zu einem Verein, dem er sich einmal verschrieben hat, sehr wichtig ist. Etwas, was sich auch durch seine Karriere als Sportdirektor ziehen sollte.

Die Karriere als Sportdirektor

Auch seine zweite Karriere im Profifußball startete beim FC Sevilla und sollte fast 17 Jahre andauern. Kurz nach dem Ende seiner Spielerlaufbahn, im Jahr 2000, wurde Monchi nämlich direkt der Sportdirektor von Sevilla. Seinen ersten Erfolg feierte er bereits nach kurzer Zeit. So schaffte der FC Sevilla nach dem Abstieg in der Saison 1999/2000 den direkten Wiederaufstieg in die Primera División zur Saison 2000/2001. In der Folge sollte eine beispiellose Erfolgsgeschichte beginnen, die den FC Sevilla zu einem der erfolgreichsten spanischen Vereine überhaupt machte. So fiel der Gewinn zahlreicher Titel in Monchis Amtszeit: Spanischer Pokalsieger 2007 und 2010, Supercopa de España 2007, UEFA-Pokal bzw. UEFA Europa League 2006, 2007, 2014, 2015, 2016 sowie der Gewinn des UEFA Super Cups 2006. Die fünf Titel im UEFA Pokal bzw. der UEFA Europa League machen Sevilla sogar zum Rekordsieger in diesem Wettbewerb. Aber Monchis Arbeit lässt sich nicht nur an Titeln messen. Wenn man über Monchi spricht, muss man besonders sein Gespür für talentierte Spieler in den Vordergrund der Diskussion stellen. Hierbei muss zwischen zwei Aspekten unterschieden werden. Zum einen wäre da sein Gespür für extrem junge Spieler, die er im Verlaufe der Jahre immer wieder aus der eigenen Jugend in Sevillas erste Mannschaft hochgezogen hat und extrem billigen Einkäufen von Spielern, die entweder ebenfalls sehr jung waren oder bei anderen Klubs mehr oder weniger gescheitert sind. Um nur ein paar ehemalige Jugendspieler des FC Sevilla zu nennen, die es in seiner Amtszeit in die erste Mannschaft geschafft haben: José Antonio Reyes, Sergio Ramos, Diego Capel, Jesús Navas, Alberto Moreno, Antonio Puerta. Hinzu kommen billige Einkäufe, die später einen großen Teil zu Sevillas Erfolgen beitrugen. Einige Namen wären: Dani Alves, Júlio Baptista, Federico Fazio, Carlos Bacca, Adriano, Luís Fabiano, Kevin Gameiro, Christian Poulsen, Aleix Vidal, Álvaro Negredo oder Ivan Rakitić. Die genannten Spieler spielten allerdings nicht nur gut für Sevilla, sie brachten dem Verein auch beträchtliche Summen ein, als sie zu anderen Klubs weiterverkauft wurden. Dani Alves z.B. wurde im Jahr 2002 für ungefähr eine Million Euro verpflichtet und wechselte sechs Jahre später für circa 42 Millionen Euro zum FC Barcelona, wo er in den nächsten Jahren ein elementarer Bestandteil der erfolgreichsten Ära des katalanischen Klubs werden sollte. Ivan Rakitić ging 2014 denselben Weg und wurde mit Barça direkt Triple-Sieger. Wir haben es also zweifellos mit einem der vermutlich besten und erfahrensten Sportdirektoren des modernen Fußballs zu tun. Im Apil 2017 wechselte Monchi dann nach Italien zum AS Rom. Gerüchten zufolge fühlt sich die Famile des Spaniers dort allerdings weniger wohl, weshalb eine Rückkehr nach Spanien im Raum steht. Einen solch erfahrenen und erfolgreichen Mann suchen wohl viele Spitzenklubs auf dieser Welt. Es stellt sich nur die Frage, ob es den „Magier aus Sevilla“ tatsächlich ins Camp Nou zieht, oder ob die Gerüchte aus der Luft gegriffen sind. Ob eine Verpflichtung insgesamt von Nach- oder von Vorteil wäre, müsste man sehen. Zumindest kann man davon ausgehen, dass Transfers der Kategorie Paulinho damit wohl der Vergangenheit angehören würden, was sicherlich alles andere als ein schlechtes Zeichen wäre.

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