Barça erntet Kritik: Sergi Roberto muss ‚FIFA‘-Benefizturnier wegen Konami-Deal absagen

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Der spanische Videospiel-Kommentator Ibai Llanos hat während der Corona-Krise ein ‚FIFA‘-Turnier auf die Beine gestellt, an dem La-Liga-Profis ihre Teams repräsentierten und bei dem Spenden für den Kampf gegen das Coronavirus gesammelt wurden. Auch der FC Barcelona sollte in Person von Sergi Roberto bei dem Turnier mitmachen, sagte die Teilnahme aber ab.

In Zeiten der Corona-Pandemie hat sich der Videospiele-Kommentator Ibai Llanos etwas Besonderes einfallen lassen: Nachdem das Derby zwischen dem FC Sevilla und Real Betis abgesagt worden war, brachte Llanos Sevillas Linksverteidiger Sergio Reguilón und Betis‘ Stürmer Borja Iglesias dazu, sich in der virtuellen Welt im Fußballsimulator ‚FIFA 20‘ gegeneinander zu duellieren und den Derbysieger dort auszumachen. Das Spiel wurde live auf der Streaming-Plattform ‚Twitch‘ übertragen und mehrere zehntausend Fans schauten zu. 

La Liga veranstaltet offizielles FIFA-Turnier

Die Idee kam so gut an, dass der 24-jährige Internetstar – auf Twitter folgen ihm rund 1,3 Millionen Menschen – gleich ein ganzes Turnier auf die Beine stellte und dafür jeweils einen Spieler von allen Vereinen aus der ersten spanischen Liga einlud. Das Turnier wurde zum offiziellen FIFA-20-Turnier der spanischen Liga auserkoren, unter dem Hashtag #LaLigaSantanderChallenge wurde es zum medialen Hit und sollte darüber hinaus einem wichtigen Zweck zugutekommen: Spenden sammeln für den Kampf gegen das Coronavirus, 100.000 Euro waren als Ziel vorgegeben. 

Die Profis, die ebenfalls aufgrund der in Spanien verhängten Ausgangssperre ihre Zeit momentan zu Hause verbringen, waren auf Anhieb Feuer und Flamme für diese Idee. So meldeten sich binnen kurzer Zeit 20 La-Liga-Fußballer, die sich dazu bereit erklärten, ihren Verein auf dem Online-Spielfeld zu repräsentieren.

Alavés-Angreifer Lucas Pérez erklärte zwischenzeitlich: „Das Turnier soll Spaß machen und die Leute ablenken.“ Vom FC Barcelona hatte sich Rechtsverteidiger Sergi Roberto gemeldet, den Controller in die Hand zu nehmen statt das Trikot der Blaugrana überzustreifen. Damit keine Ungerechtigkeit zwischen den Teams herrscht, wurden die Gesamtstärken der virtuellen Spieler auf die gleiche Stufe gesetzt. 

 

Am Freitagabend startete das Turnier mit drei Spielen, die als Qualifikation für das Achtelfinale dienten. Die Partie zwischen CD Leganés (Aitor Ruibal) und Real Valladolid (Pedro Porro) stellte den Auftakt des Wettbewerbs dar und endete mit 5:3 für den Madrider Vorstadtklub.

Im Folgespiel glänzte Alavés-Angreifer Lucas Pérez beim 5:1-Erfolg über das von Kevin Vázquez gesteuerte Celta Vigo mit seiner eigenen Spielfigur. Dabei erzielte Pérez einen Viererpack mit dem virtuellen Pérez. Zum Teil begleiteten über 100.000 Zuschauer den Turnierbeginn im Stream über den offiziellen ‚Twitch‘-Kanal von Llanos. Aber nicht nur dort wurden die Spiele übertragen, sondern auch im spanischen Fernsehen sowie in den Ländern Polen, Belgien, Portugal, China und mehreren Staaten Lateinamerikas.  

Das Achtelfinale am Samstag erreichte zwischenzeitlich sogar über 150.000 Menschen und hatte unter anderem das Derby zwischen dem FC Villarreal (Manu Morlanes) und dem FC Valencia (Carlos Soler) auf dem Programm. Zudem hätte die Partie zwischen Real Sociedad und Atlético Madrid nicht nur im realen Leben ein Top-Spiel dargestellt, Adnan Januzaj und Marcos Llorente lieferten sich auch auf der Konsole ein torreiches Duell auf Augenhöhe, welches letztendlich mit 5:3 für den Mittelfeldmann aus der Hauptstadt zu Ende ging.

Konami-Deal zwingt Roberto zur Absage

Deutlicher sah es dagegen bei Getafe (Jason) gegen Betis (Iglesias) aus: Stürmer Iglesias, der schon das virtuelle Sevilla-Derby in der Vorwoche für sich entscheiden konnte, deklassierte Jasons Getafe mit 7:1. Geplant war an dem Tag auch das erste Spiel von Sergi Roberto für den FC Barcelona, der auf Edu Expósito von der SD Eibar treffen solllte. Doch daraus wurde nichts. 

Denn Roberto trat nicht an. Wenige Stunden nach der Spielabsage wurde auch bekannt wieso: Wie die SPORT berichtet, sprach zu Beginn aus Vereinssicht nichts gegen die Teilnahme an dem Turnier, doch als die spanische Liga ebenfalls involviert wurde und es sich zu einem offiziellen Event entwickelte, entschieden Barça und Roberto sich für einen Rückzug.

Grund hierfür ist der Deal mit dem Spielehersteller ‚Konami‘, der mit ‚Pro Evolution Soccer‘ das Konkurrenz-Produkt zu ‚FIFA‘ herstellt. 2016 wurde das japanische Unternehmen Werbepartner des FC Barcelona, erst im vergangenen Jahr wurde der Vertrag bis 2023 verlängert. Neben dem FC Barcelona hat sich auch RCD Mallorca trotz anfänglicher Zusage noch zurückgezogen. Der Verein von den Balearen kooperiert ebenfalls mit ‚Konami‘.

Barça hat für seinen Absprung Kritik über die sozialen Netzwerke einstecken müssen. Zahlreiche User zeigten sich unzufrieden mit der Entscheidung der Nicht-Teilnahme an der Benefizveranstaltung. Noch zu Beginn der Vorwoche wandte sich Präsident Josep Maria Bartomeu in einem offenen Brief an die Cúles und schrieb dabei unter anderem, „anderen in der Gesellschaft zu helfen“ – was einige User nun an der Glaubwürdigkeit dieser Worte zweifeln ließ.

La Liga spendet 100.000 Euro – Real-Profi Asensio holt den Titel 

Am Sonntagabend wurden neben dem Viertelfinale auch das Halbfinale und das Endspiel ausgespielt. Mit dem Start der Übertragung gab La Liga eine Spende in Höhe von 100.000 Euro seitens der Liga bekannt – womit das vorgegebene Ziel auf Anhieb erreicht wurde.

Unterdessen setzten sich Ruibal, Pérez, Expósito und Asensio im Viertelfinale durch und zogen ins Halbfinale ein. Dort schlug Ruibals Leganés das von Pérez gesteuerte Alavés mit 3:2. Im zweiten Halbfinale setzte Reals Asensio eine deutliche Ansage mit einem 7:0 gegen Eibars Expósito. Im Finale kam es dann zum Showdown zwischen Ruibal und Asensio. Der ‚Twitch‘-Stream erreichte trotz der späten Uhrzeit Höchstwerte mit über 175.000 Zuschauern und war zu dem Zeitpunkt die meistgesehene Übertragung auf der Plattform. 

 

Im Endspiel spielte Asensio groß auf und führte nach 50 Minuten mit 3:0. Ruibal sorgte noch für etwas Spannung, doch Asensio sicherte sich mit dem 4:2-Treffer den Turniersieg. Ein gelungenes Event, das in unsicheren Zeiten nicht nur für Unterhaltung sorgte, sondern auch zahlreiche Menschen dazu animierte, insgesamt über 140.000 Euro zu spenden. Das Geld soll Krankenhäuser im Kampf gegen das Coronavirus unterstützen. Die Organisation, die das Geld entgegennimmt, ist das Kinderhilfswerk UNICEF. Ein langjähriger Partner des FC Barcelona. 

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