Barcelonas offizielles Statement zur Super League: Barça fordert “tiefgehende Analyse”

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Zuerst herrschte Funkstille beim FC Barcelona bezüglich der kontroversen Super League, jetzt gab der Verein ein offizielles Statement zu seiner Beteiligung an diesem Projekt ab. In diesem ging es um eine “Strukturreform”, eine “tiefgehende” Analyse sowie das Stimmrecht der Vereinsmitglieder.

Am späten Nachmittag gab der FC Barcelona endlich auch auf seiner offiziellen Website eine Verlautbarung zum Thema Super League ab. Wie Präsident Joan Laporta schon kurz zuvor gegenüber TV3 betont hatte, wolle man sich noch nicht aus dem Projekt zurückziehen. Konkret äußerte sich der FC Barcelona zu zwei Punkten – den Gründen für den Beitritt sowie dem weiteren Vorgehen nach den Ereignissen der letzten Tage.

Super League für Barcelona eine “dringend benötigte Strukturreform”

Im ersten Absatz stellt der Verein klar, dass man die Meinung der meisten europäischen Fußballvereine vertrete, einige Reformen seien unausweichlich. Die finanzielle Lage könne nur durch strukturelle Reformen verbessert werden. Dies wiederum sei die einzige Chance, das Weiterbestehen des Fußballs zu garantieren und zugleich ein optimiertes Produkt für die Fans gewährleisten zu können. Die Fanbasis sei “die Hauptstütze und größte Stärke.”

Daher erklärte sich der FC Barcelona damit einverstanden, ein Gründungsmitglied der Super League zu werden. Der Wettbewerb sei dahingehend ausgerichtet, die Qualität und Attraktivität des europäischen Fußballs zu verbessern. Zudem sehe man in der Super League die Möglichkeit, “neue Formen der Solidarität mit der Fußballfamilie zu zeigen”, was “unverzichtbaren Prinzipien des Vereins” seien.

“Nein” zur Super League wäre “historischer Fehler”

Eine sofortige Ablehnung der Idee zur Gründung der Super League wäre laut Vereinsangaben schließlich ein “historischer Fehler” gewesen. So schreibt Barça in der Pressemitteilung: “Die Entscheidung wurde in der Überzeugung getroffen, dass es ein historischer Fehler gewesen wäre, die Gelegenheit auszuschlagen, an diesem Projekt teilzunehmen.” Es sei im Interesse des FC Barcelona, als einer der größten Sportvereine weltweit auch bei diesem Projekt eine Führungsrolle einzunehmen.

Dennoch habe sich der Verein das Recht gesichert, die Teilnahme von einer Abstimmung der Socios abhängig zu machen. Der FC Barcelona gehöre seinen Mitgliedern und bleibe deshalb seinen demokratischen Prinzipien treu. Dabei wurde betont, dass eine solche Abstimmung erst nach einer “vorsichtigen und sehr notwendigen Prüfung des Vorschlags” stattfinden solle.

Barcelona fordert eine “tiefgehende Analyse”

Nach den teils heftigen Reaktionen in der Öffentlichkeit nach Bekanntwerden der Pläne, plädiert der FC Barcelona nun allerdings für eine Analyse des bisherigen Projekts. Im zweiten Teil des Statements fordert der Verein, einige Ideen nochmals zu überdenken und  – sofern notwendig – zu ändern. Es gelte, die Probleme, die angesprochen wurden, zu lösen. Eine solche Analyse benötige allerdings auch einige Zeit, man werde also von Vereinsseite aus “überstürzte Aktionen vermeiden.”

Schlussendlich hebt der FC Barcelona noch hervor, dass ein Gericht bereits die Rechtsmäßigkeit der Initiative bestätigt habe. Daher erachte man es auch für unpassend, sollte der notwendige fachliche Diskurs durch Einschüchterungen oder unbegründete Anschuldigungen gestört werden.

Der FC Barcelona sei sich der Wichtigkeit dieser Angelegenheit bewusst und werde mit Transparenz und äußerster Bedachtsamkeit an das Thema herangehen. Daher bittet der Verein seine Mitglieder und die gesamte Öffentlichkeit um Verständnis, Respekt und vor allem Geduld.

Mit diesem Statement machte der FC Barcelona also klar, dass er noch nicht endgültig von der Super League Abschied nehmen werde. Vor allem verschaffte sich die Führungsetage mit der geschilderten Verlautbarung aber eines – nämlich Zeit.

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Michael Weilch
Treuer Culé seit Beginn der Ära Messis und der festen Überzeugung, dass Barça "més que un club" ist. Hofft, dass sich die Blaugrana auf ihre historischen Wurzeln besinnt und gerade in heutigen Zeiten ein Leuchtbild für Demokratie und Chancengleichheit darstellt - der Grund, warum der FC Barcelona eben nicht "nur" ein Fußballverein ist. Motto: "Tots units fem força!"
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