Copa América: Wie lief das Viertelfinale für Messi, Bravo und Co.?

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Die Viertelfinales sind gelaufen, die Halbfinales der Copa América stehen bevor. Für die Barça-Stars lief es dabei nicht durchgängig erfolgreich. Claudio Bravo steht nach einer starken Leistung von Chile im Halbfinale gegen Peru, während Mascherano und Messi sich erst im Elfmeterschießen gegen Kolumbien durchsetzen konnten. Im Halbfinale trifft Argentinien auf Paraguay; die Mannschaft, die ein schwaches Brasilien mit Dani Alves im Elfmeterschießen bezwang.

Chile 1:0 Uruguay

Im ersten Viertelfinale am Mittwoch traf Claudio Bravo mit Chile auf Uruguay. Von Beginn an waren die Chilenen dabei deutlich überlegen und zauberten förmlich in der Offensive bei so einigen Kombinationen. Besonders der omnipräsente Jorge Valdívia konnte in diesem Spiel glänzen. Ein starkes Pressing, viel Ballbesitz und nahezu perfektes Spielverständnis und blitzschnelles Passspiel ließen kaum Zweifel aufkommen, dass Chile dieses Spiel verlieren könnte. Wäre da nicht das entscheidende Problem, dass daraus keine Tore resultierten. Bei Uruguay gelang offensiv sehr selten etwas, aber die wenigen Lichtmomente reichten, um den Gegner in höchste Gefahr zu bringen. Nicht nur einmal war Claudio Bravo zur Stelle und rettete seine Mannschaft in höchster Not, was in den jeweiligen Situationen keineswegs einfach war.

Einen traurigen Höhepunkt hatte das Spiel in der 62. Minute mit dem Platzverweis von Edinson Cavani. Der Starstürmer wurde von Gonzalo Jara provoziert, als dieser sich sehr unsittlich an dessen Hinterteil zu schaffen machte. Dies blieb vom Schiedsrichter ungesehen, nicht jedoch der leichte Schlag von Cavani in Richtung Jaras Gesicht. Daraufhin gab es gelb-rot. In Folge hatte Chile noch leichteres Spiel. Das Tor fiel, als Fernando Muslera den Ball nicht weit genug wegfausten konnte. Valdívia behielt die Übersicht und legte auf Mauricio Isla ab, der die freie Lücke ins Netz fand und nutzte (81‘). Eine weitere gelb-rote Karte gegen Jorge Fucile sorgte kurz vor Schluss für erneute Tumulte, wodurch die eigentlich attraktive Begegnung durch zwei unschöne Szenen leider etwas getrübt wird.

Claudio Bravo leistete an dem Abend hervorragende Arbeit. Zwar spielte sich das Spiel meist weit von ihm entfernt ab, doch war er auch ab und an als sicherer Passpartner aktiv und hatte wenige, aber dafür umso gefährlichere Szenen, in denen er bravourös (wie der Name schon sagt) eingreifen musste und in dieser Hinsicht ein Sonderlob verdient.

Argentinien 0(5):0(4) Kolumbien

Was für ein ungleiches Spiel erlebten Lionel Messi und Javier Mascherano mit Argentinien gegen die Mannschaft aus Kolumbien! Die Albiceleste war von Beginn an am Drücker und es schien, als würde das Spiel für Kolumbien kein gutes Ende nehmen. Der Außenseiter in diesem Spiel wurde seinem Ruf gerecht. Mit nur einem einzigen Tor erreichte Kolumbien das Viertelfinale und igelte sich auch in diesem Spiel förmlich hinten ein. Zudem spielten sie in den Zweikämpfen sehr hart, oft sogar unfair, was von dem Schiedsrichter jedoch nicht konsequent genug geahndet wurde. In der zweiten Hälfte nahm die Foul-Frequenz zwar ab, doch gerade bei Juan Cuadrado ist es sehr fraglich, ob es richtig ist, dass er nicht frühzeitig zum Duschen geschickt wurde.

Argentinien versuchte trotz der undankbaren Spielweise des Gegners das Beste draus zu machen und hatte mit Lionel Messi und Ángel di María zwei Spieler, die viel Wind in die Offensive brachten. Chancen gab es massenweise, doch nicht nur zur Pause; auch nach 90 Minuten entstand aus diesen kein einziges Tor. Neben viel Glück konnte sich Kolumbien dabei bei seinem starken Torhüter, David Ospina, bedanken und rettete sich mit 2 kläglichen Schussversuchen bis ins Elfmeterschießen. In der diesjährigen Copa América gibt es nämlich keine Verlängerung. Sollten sie mit diesem unansehnlichen Fußball etwa doch noch den Turnier-Favoriten rausschmeißen? Zumindest wurde es ein echter Krimi, bei dem es zunächst für Argentinien sehr gut aussah. Sollte Lucas Biglia den fünften von Fünf Elfmetern reinmachen, wären Messi und Co. weiter. Doch er vergab die Chance; daraufhin wurden auch die nächsten drei Elfmeter verschossen. Erst Carlos Tévez setzte dem Spiel ein Ende und traf zum umjubelten Sieg der Argentinier.

Javier Mascherano war wie in den vorherigen Spielen an keinen großartigen Aktionen beteiligt. Allerdings war er ein wichtiger uns sicherer Ballverteiler im defensiven Mittelfeld und ließ den Gegner offensiv nie zum Zuge kommen. Dem robusten Spieler der Kolumbianer begegnete er ebenfalls mit beträchtlicher Bissigkeit. Lionel Messi wurde einmal mehr offiziell zum Spieler des Spiels gewählt, was durchaus seine Richtigkeit hat. Er zeigte immer wieder seine Weltklasse und war an fast allen gefährlichen Aktionen Argentiniens irgendwie beteiligt. Das Glück zu einem Treffer im Spiel fehlte im allerdings. Im Elfmeterschießen traf er dafür als erster Schütze gewohnt souverän.

Brasilien 1(3):1(4) Paraguay

Im letzten Viertelfinale trafen Brasilien – mit Barça-Star Dani Alves aber ohne den gesperrten Neymar – und Paraguay aufeinander. Mit ihrer ersten Torchance, die auch gleichzeitig die letzte bleiben sollte, ging die Seleção dabei in Führung (15‘). Eine flache Flanke von Dani Alves huschte an mehreren Spielern vorbei und fand am langen Pfosten Robinho; ja, den gibt’s auch noch! Der Altstar netzte in alter Manier ein. Doch das Spiel der Brasilianer wirkte trotz der Führung träge und müde. Die Vermutung, dass Brasilien ohne Neymar hilflos ist, bestätigte sich an diesem Abend. Viel zu wenig Kreativität ließen die Anhänger der Seleção böses ahnen. Denn es war nicht nur so, dass Paraguay mithalten konnte, nein gerade in der zweiten Halbzeit war die ‚Albirroja‘ klar die dominierende Mannschaft.

Mit viel Mut und Leidenschaft war es nur verdient, dass Paraguay mindestens den Ausgleich schafft – und so kam es auch. Thiago Silva spielte beim Kopfballduell den Ball mit der Hand und schenkte so einen Elfmeter her, welchen Derlis González im Tor unterbrachte (72‘). So stand es auch in diesem Spiel nach 90 Minuten Unentschieden und es gab Elfmeterschießen. Paraguay machte 4 von 5 rein, Brasilien nur 3. Besonders der völlig verzogene Schuss von Douglas Costa wird dabei in Erinnerung bleiben. Paraguay, in diesem Turnier noch immer ungeschlagen, ist vielleicht die Überraschungsmannschaft bis hierher und steht völlig verdient im Halbfinale gegen Argentinien.

Dani Alves lieferte zwar die Vorarbeit zu der Führung seiner Mannschaft, konnte jedoch den Rest des Spiels nicht aus der dürftigen Mannschaftleistung herausstechen. Für ihn beginnen jetzt also wie für Neymar auch die Ferien.

Übersicht: Die bisherigen Ergebnisse der Copa América

Gruppe A:

  • Chile

     2:0 Ecuador

  • Mexiko 0:0 Bolivien
  • Ecuador 2:3 Bolivien
  • Chile 3:3 Mexiko
  • Mexiko 1:2 Ecuador
  • Chile 5:0 Bolivien

Gruppe B:

  • Uruguay 1:0 Jamaika
  • Argentinien 2:2 Paraguay
  • Paraguay 1:0 Jamaika
  • Argentinien 1:0 Uruguay
  • Uruguay 1:1 Paraguay
  • Argentinien 1:0 Jamaika

Gruppe C:

  • Kolumbien 0:1 Venezuela
  • Brasilien 2:1 Peru
  • Peru 0:0 Venezuela
  • Brasilien 0:1 Kolumbien
  • Kolumbien 0:0 Peru
  • Brasilien 2:1 Venezuela

Viertelfinale

  • Chile 1:0 Uruguay
  • Bolivien 1:3 Peru
  • Argentinien 0(5):0(4) Kolumbien
  • Brasilien 1(3):1(4) Paraguay

Halbfinale

  • 30.06. (01:30): Chile – Peru (HF 1)
  • 01.07. (01:30): Argentinien – Paraguay (HF 2)

Spiel um Platz 3

  • 04.07. (01:30): Verlierer HF 1 – Verlierer HF 2

Finale

  • 04.07. (22:00): Sieger HF 1 – Sieger HF 2

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