Eine Legende tritt ab: Mascherano verkündet Rücktritt – Wie ein Tackling seine Karriere veränderte

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Javier Mascherano hat sein Karriereende verkündet. Der Argentinier tritt im Alter von 36 Jahren ab. In Erinnerung wird er beim FC Barcelona besonders aufgrund eines berühmten Tacklings bleiben, das sein Schicksal und seine Karriere komplett veränderte.

Eine absolute Legende hat seine Karriere beendet. Javier Mascherano, zuletzt in Argentinien bei Estudiantes de la Plata tätig und zuvor acht Jahre in Diensten des FC Barcelona, hat sein Karriereende verkündet. “Ich habe heute mein letztes Spiel als Profi gemacht”, erklärte Mascherano auf einer Pressekonferenz seines Klubs. “Ich habe meinen Beruf zu 100 Prozent gelebt, so gut ich konnte, habe das Maximum gegeben. Seit einiger Zeit wird das immer schwieriger”, offenbarte Mascherano: “Über diese Entscheidung habe ich schon seit einiger Zeit nachgedacht. Manchmal entscheidet man sich nicht für das Ende, es geschieht ganz von selbst.”

Mascherano: 19 Titel beim FC Barcelona

Seine erfolgreichste Zeit erlebte Mascherano beim FC Barcelona, wo er in acht Jahren 19 Titel gewann, darunter fünf Meisterschaften, fünf Pokalsiege und zwei Champions-League-Titel, 2010/11 und 2014/15. 334 Spiele absolvierte der Argentinier, der im Alter von 36 Jahren zurücktritt, für Barcelona, dabei gelang ihm ein Tor. Unvergessen sein einziger Treffer im Dress der Blaugrana, als er am 34. Spieltag der Saison 2016/17 beim zwischenzeitlichen Stande von 5:1 gegen Osasuna einen Elfmeter, durchaus widerwillig, schießen durfte und diesen mittig ins Netz drosch – und ihm anschließend das Tor fast schon unangenehm war, während Mitspieler, Vereinsmitarbeiter auf der Bank und die Fans im Stadion ehrfürchtig und sichtlich glücklich applaudierten. 

Siebeneinhalb Jahre, von Sommer 2010 bis zum Januar 2018, gab ‘El Jefecito’, das Chefchen, alles für den FC Barcelona, sein prägendster Moment war, passenderweise, ein Tackling in der Champions League gegen den FC Arsenal. “Dieses Tackling hat ein Davor und ein Danach markiert”, gab Mascherano einmal im Gespräch mit der englischen Tageszeitung The Guardian zu.

Wie ein Tackling Mascheranos Karriere veränderte

Es geschah im März 2011, Barça führte 3:1 im Achtelfinal-Rückspiel im Camp Nou, das Hinspiel hatte 1:2 geendet. Plötzlich vertändelte kurz vor Schluss Linksverteidiger Adriano die Kugel, Arsenal-Stürmer Nicklas Bendtner tauchte so alleine vor Victor Valdés auf, ein Tor, und Barça wäre eliminiert – doch Bendtner rutschte die Kugel bei der Ballannahme etwas über den Fuß, plötzlich rauschte Mascherano aus dem Nichts heran und eroberte mit einem beherzten Tackling den Ball in höchster Not zentral vor dem Gehäuse. Der Rest ist Geschichte, Barça gewann in dieser Saison am Ende in Wembley die Champions League.

“Dieser Moment hat mich geprägt”, sagte Mascherano 2016 rückblickend über diese Szene, seine vielleicht berühmteste im Trikot des FC Barcelona. “Wenn Bendtner den Ball kontrolliert hätte und in die andere Richtung gegangen wäre, wäre er mir entkommen und …ufff… ich weiß nicht, was passiert wäre. Aber es ist so passiert, wie es passiert ist, und am Ende haben wir die Champions League gewonnen. Die Dinge haben gut funktioniert.”

Als Innenverteidiger gesetzt

Gut funktioniert hat besonders seine unerwartete Umschulung auf Innenverteidiger, ursprünglich wurde er als defensiver Mittelfeldspieler vom FC Liverpool verpflichtet, konnte sich gegen Sergio Busquets aber nicht durchsetzen. Dabei merkte Mascherano schnell, dass er mit seinem kämpferischen und zerstörerischen Stil eigentlich nicht zum zaubernden FC Barcelona unter Pep Guardiola passte. “Ehrlich gesagt, nach fünf, sechs Monaten hielt ich es für unwahrscheinlich, dass ich noch lange hier sein würde. Meine Eigenschaften schienen gegen alles zu verstoßen, wofür Barcelona stand”, so Mascherano ehrlich.

Doch Pep Guardiola machte ihn nach diesem berühmten Tackling zum Verteidiger. “Dieses Tackling hat alles geändert. Ab da habe ich als Innenverteidiger gespielt.” Als solcher gewann Mascherano später zahlreiche Titel, darunter zweimal die Champions League – beide als Stammspieler an der Seite von Carles Puyol und Gerard Piqué.

Im Januar 2018 war sein Kapitel bei Barcelona dann zu Ende, unter Tränen verließ er den katalanischen Klub in Richtung China, wo er aber nur ein Jahr blieb, ehe er in die Heimat zurückkehrte. Nun hat Mascherano, der Kämpfer, Grätscher und kleine Chef, seine Karriere beendet.

Mascherano spielte 147-mal für Argentinien und nahm an vier Weltmeisterschafts-Endrunden teil. Außerdem gewann er mit der argentinischen Olympiamannschaft 2004 und 2008 zwei Goldmedaillen. Doch in Erinnerung wird vor allem sein Tackling für den FC Barcelona bleiben.

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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