Finale Präsidentschafts-Debatte: Wenig Inhalte, viele Sticheleien

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Knappe 48 Stunden, bevor die Wahllokale schließen und der neue Präsident des FC Barcelona feststeht, lieferten sich die drei Kandidaten eine letzte Debatte, wobei vor allem Joan Laporta und Victor Font des Öfteren aufeinander losgingen. 

Am Sonntag ist es soweit, dann wird sich endlichen entscheiden, wer der neue Präsident des FC Barcelona sein und den Klub in eine neue Ära führen wird. Am Freitagabend kam es in den Studios von TV3 zur letzten Debatte zwischen den Kandidaten, wobei dort die persönlichen Angriffe untereinander mehr Raum einnahmen als die Inhalte der einzelnen Projekte.

Victor Font bekräftigte wieder einmal den Wunsch, die Struktur der Vereinsführung zu verändern, indem die Verantwortung in der Spitze nicht mehr nur beim Präsidenten liegen, sondern auf mehrere Schultern verteilt werden soll. Joan Laporta pochte derweil auf seine Erfahrung sowie seine erfolgreiche erste Amtszeit, während Toni Freixa behauptete, der Mann mit den passenden finanziellen Lösungen für die heikle wirtschaftliche Situation des Klubs zu sein.

Nach relativ kurzer Zeit rückten die inhaltlichen Aspekte dann aber in den Hintergrund und die Sticheleien der Kandidaten untereinander nahmen Oberhand. Während Font sich über die ständige Disqualifikationen seiner Person vonseiten Laporta beschwerte. “Hör auf, einen Socio herabzusetzen, der deine unternehmerische Erfahrung verdreifacht. Ich arbeite seit sieben Jahren [am Projekt ‘Sí al Futur’]. Welche Erfahrung hattest du 2003 [als Laporta Präsident des FC Barcelona wurde, Anm. d. Red.], um die Champions League zu gewinnen?”

Laporta attackiert Font

Laporta ging daraufhin auf Fonts Projekt ‘Sí al Futur’ los. “Je mehr sie [die Socios, Anm. d. Red.] dich kennen, desto weniger glauben sie dir. Du hast deine Kampagne damit verbracht, dich zu korrigieren.” Font konterte gegen Laportas Idee, Anleihen herauszugeben, um Barças Schulden umzustrukturieren. “An einem Tag [ist ihre Ausgabe] reguliert, und am anderen nicht mehr. Vielleicht werden die Anleihen auch von Florentino [Perez, Präsident von Real Madrid, Anm. d. Red.] gekauft. Hast du das bedacht?”

Auch beim Thema Lionel Messi – bei dem alle drei Kandidadten denselben Standpunkt vertreten, dass man versuchen muss, dass der Argentinier seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängert – kam es zu Streitigkeiten. “Man kann nicht alles unter Kumpeln regeln und Messi am Grill überzeugen”, giftete Font mit Blick auf ein kürzlich gegebenes Interview Laportas, in dem der Ex-Präsident ankündigte, Messis Vertragsverlängerung könnte an einem Grillabend fix gemacht werden. Laporta konterte: “Wie wenig Sie ihn doch kennen! Leo will Barcelona nicht verlassen, er will Zuneigung, und er weiß, dass ich so arbeite.”

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Freixa stichelt gegen Jordi Cruyff

Währenddessen betonte Freixa erneut, dass er der einzige Kandidat sei, der seinen designierten Sportchef bereits in die Kampagne involviert hat. “Jordi Cruyff weiß nicht, ob er hier [im Projekt von Font] oder dort [im Projekt von Laporta] ist. Sicher ist, dass er in China ist [wo er derzeitig als Trainer arbeitet, Anm. d. Red.].”

Abschließend wurde die Art der Klubführung Thema, und damit auch die kürzlich im Zusammenhang mit Barçagate erfolgte Verhaftung von Ex-Präsident Josep Maria Bartomeu. “Wir haben die Nase voll, wir können so nicht weitermachen”, erklärte Font. Man kann den Klub nicht so führen, wie er in den Achtzigern geführt wurde. Der Präsident kann als Alphamännchen nicht machen, was er will. Es ist klar, dass das, was mit Bartogate passiert ist, deutlich macht, dass derjenige, der befiehlt, nicht kontrolliert wurde. Aus diesem Grund werden wir eine Wirtschaftsprüfung durchführen, um aufzuklären, was in den letzten Monaten passiert ist.”

 

Font: “Improvisierte Kandidatur” von Freixa und Laporta

Laporta forderte Font daraufhin auf, “sich nicht so oft neu zu erfinden”, denn am Ende werde er sich “nicht mehr wiedererkennen”. Freixa äußerte unterdessen eine andere Sorge: “Es beunruhigt mich, dass man den ganzen Klub umgestalten will. Barça ist kein Start-Up, sondern ein Sportverein, der mit Gefühl verwaltet und geführt werden muss.” 

Beim Thema Finanzen schoss der langjährige Barça-Funktionär, der schon unter Sandro Rosell dem Vorstand angehört hatte, dann gegen Laporta: “Eine Situation, in der Barça mehr Schulden als Umsatz machte, gab es schon 2010 [im letzten Amtsjahr von Laporta].” Der Rechtsanwalt entgegnete darauf: “Egal wie oft eine Lüge erzählt wird: Ich werde nicht aufhören, stolz auf das Vermächtnis zu sein, das ich hinterlassen habe.” Daraufhin schaltete sich Font in die Diskussion ein: “Was wir hier sehen, ist die Konfrontation von zwei Managern, die von Management sprechen, ohne es zu beherrschen, und die eine Kandidatur in ein paar Monaten improvisiert haben.”

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