Gehaltskürzungen beim FC Barcelona: Großteil der Spieler nicht gesprächsbereit

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Der FC Barcelona versucht alles, um Geld einzusparen. Aus diesem Grund diskutiert der finanziell angeschlagene Klub nun über Gehaltskürzungen bei den Spielern. Doch die Mannschaft ist gespalten, die Pläne zur Reduzierung der Einkünfte kommen nicht bei jedem gut an.

Die internen Unruhen beim FC Barcelona halten weiter an. Nach Messis Beinahe-Abgang im Sommer, dem erfolgreichen Misstrauensantrag gegen den Vorstand, einer undurchsichtigen Zusammenarbeit mit der Investmentbank Goldman Sachs geht es dieses Mal um die Gehälter der Barça-Spieler. Diese sollen nämlich vorübergehend gekürzt werden. Denn Barcelona muss in Folge der ausbleibenden Einkünfte aufgrund der Corona-Pandemie sparen, das soll unter anderem durch eine Lohnkürzung bei den Spielern erfolgen.

Barça auf Lohnkürzungen angewiesen?

Laut Catalunya Radio sei eine Kürzung von circa 30 Prozent geplant. Der Vorstand der Blaugrana hatte für Mittwoch ein Meeting anberaumt, in dem dieses Thema mit Vertretern der Profis diskutiert wurde. Ein Großteil des Kaders hat jedoch keinerlei Interesse an den auferlegten Gehaltsreduzierungen und dem Klub in einem burofax (einen amtlich-beglaubigtem elektronischen Einschreiben) mitgeteilt, dass man nicht an dem Treffen teilnehmen werde und so gegen die Gehalskürzung per unterschriebenem Brief protestiert.

Davon ausgenommen sind Marc-André ter Stegen, Frenkie de Jong, Gerard Piqué und Clément Lenglet, die alle ihre Arbeitspapiere am Dienstagabend verlängert und durch ihre modifizierten Verträge vorübergehende Lohnanpassungen in Kauf genommen haben – Berichten zufolge wird ihr Jahressalär anfänglich reduziert, in späteren Jahren verdienen sie dann mehr. Barça soll nun Berichten zufolge mit mehreren Profis in Verhandlungen stehen, um die Verträge anzupassen, sowie das bei Piqué, de Jong und Co. vorgenommen wurde.

Der finanziell stark angeschlagene FC Barcelona und allen voran der Vorstand sind auf diese kurzfristigen finanziellen Einsparungen angewiesen. Denn wie Wirtschaftsexperte Marc Ciria bezüglich des zur Finanzierung vom Stadionprojekt ‘Espai Barça’ aufgenommenen Darlehen von Goldman Sachs berichtete, ist dieses geliehene Geld nicht einzig und allein für den Umbau des Camp Nous eingeplant. “Der Klub nutzt dieses 30 Jahre laufende Darlehen, um die Gehälter für dieses Jahr zu bezahlen.”

Der Vorstand um Präsident Bartomeu muss – sobald sie im Sommer 2021 abtreten, da ihr Mandat endet – den Verein finanziell gesund übergeben, sonst kann jedes einzelne Vorstandsmitglied haftbar gemacht werden. Da das Board aber auch beim Misstrauensvotum abgewählt werden könnte, drängt nun die Zeit umso mehr, die Finanzen ins Reine zu bringen.

 

Klub antwortet, Spieler schweigen

Am Montag antwortete der Klub auf den Brief der Spieler mit einem eigenen Schreiben. Darin heißt es: “Es gibt keine Bestimmung und keinen rechtlichen Grund, der die Notwendigkeit rechtfertigt, Maßnahmen, die auf wirtschaftlichen Ursachen beruhen, an verschiedenen (Verhandlungs-)Tischen zu erörtern, und andererseits stünde dies im Widerspruch zur Erreichung eines bestimmten Ziels, das die Lebensfähigkeit des Klubs bestimmt.”

Darüber hinaus wird geschrieben, dass das “Vergütungsniveau [der Spieler Anm. d. Red.] nur in einem Szenario voller wirtschaftlicher Leistung” aufrechterhalten wird und dass die Spieler dies “sehr wohl wissen”. Schlussendlich wird noch darauf hingewiesen, dass dies derzeit “bei allen europäischen Klubs” passiere.

Von Barças Spielern hat sich zu dieser Angelegenheit noch niemand geäußert. Torhüter Neto sagte auf der Pressekonferenz vor der Champions-League-Partie gegen Ferencváros Budapest auf dieses Thema angesprochen lediglich ausweichend: “Es ist eine interne und persönliche Angelegenheit. Über dieses Thema müssen wir nicht hier diskutieren.”

Barça bildet Verhandlungsausschuss

Am Mittwochnachmittag veröffentlichte der FC Barcelona auf seiner Internetseite ein Statement bezüglich des Beginns des “Verfahrens zur wesentlichen Änderung der kollektiven Arbeitsbedingungen und der Regelung der Zeitarbeit”.

Darin heißt es: “Die Auswirkungen der Pandemie sind in der laufenden Saison viel deutlicher als in der vorangegangenen Saison, da diese nur in den letzten drei Monaten April bis Juni betroffen war. Die aktuelle Saison wird die Auswirkungen die ganze Zeit über zu spüren bekommen, und so werden sich die negativen Auswirkungen exponentiell vervielfachen.”

Der FC Barcelona hat deshalb einen Verhandlungsausschuss ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, “eine Vereinbarung mit der gesamten Belegschaft des Klubs zu erreichen, die eine gemeinsame Lösung mit vorübergehenden, schrittweisen, proportionalen Gehaltsanpassungen vorsieht”.

 

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