„Griezmann hat nicht zu Barça gepasst“: Laporta erklärt Atlético-Klausel und spricht über Messis Abgang

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Barça-Präsident Joan Laporta sprach in einem Interview in der TV-Show Onze über die Abgänge von Antoine Griezmann und Lionel Messi, die Beinahe-Rückkehr von Neymar, die Zukunft von Ronald Koeman sowie Barças sich allmählich erholende finanzielle Situation.

Barcelonas Präsident Joan Laporta war am späten Montagabend in der Sportshow Onze beim katalanischen Sportsender Esport3 zu Gast. Hier sprach Laporta über eine Vielzahl von Themen: Barças Gehälter, die Abgänge von Lionel Messi und Antoine Griezmann und einiges mehr.

Joan Laporta…

…über die aktuelle Situation bei Barça:

„Ich habe es nicht bereut, Präsident geworden zu sein. Wir wollen Barça aus dieser Situation befreien, und ich hoffe, dass es gut weitergeht. Der Klub liegt auf der Intensivstation, aber es geht bergauf, es gibt Daten, die darauf hindeuten.“

…über Lionel Messi: „Was passiert ist, wurde bereits erklärt. Wir wurden unter Druck gesetzt: Entweder wir unterschreiben das CVC-Darlehen oder es gibt kein Möglichkeit, das Financial Fairplay einzuhalten. Es gab keinen Spielraum. Es gab eine Vorabvereinbarung [mit Messi], die wir per Handschlag besiegelten. Es gab mehrere Vereinbarungen und LaLiga schien sie zu akzeptieren, aber dann sagten sie, es ginge nicht ohne den CVC-Deal. Wir haben keine Verbesserung gesehen und der Situation dann ein Ende bereitet.“

…über seine persönliche Beziehung zu Messi: „Ich glaube, uns beiden ging es schlecht, weil die Situation nicht so war, wie wir sie gerne gehabt hätten. Ich habe seitdem nicht mehr mit Messi gesprochen. Ich habe sein Debüt bei PSG gesehen, und es war seltsam, ihn in einem anderen Team, einem Rivalen, zu sehen… Es hat mir nicht gefallen, ihn in einem anderen Trikot zu sehen.“

…über eine nachträgliche Abschiedszeremonie Messis oder gar eine mögliche Rückkehr zum Klub: „Wir werden sehen, ob er noch eine geben wird, wir werden nichts ausschließen. Wir werden ihm immer dankbar sein. Er wird immer ein Teil von Barça sein.“

…über die Finanzen Barças: „Die Reduzierung [der Gehälter] war wichtig, wir sind von einer Lohnsumme von 110 Prozent [der Einnahmen] auf 80 Prozent gesunken. Ich möchte die Führungskräfte und die Finanzabteilung Barças für ihre Arbeit beglückwünschen sowie all jene, die unermüdlich und außerordentlich hart gearbeitet haben. Und wir haben Helden wie Piqué, Alba und Busquets, und wir werden mit Sergi Roberto auch eine Übereinkunft treffen. Was sie getan haben, ist bewundernswert. Sie engagieren sich für den Klub, für die Mitglieder. Das ist bewundernswert. Und wir werden mit anderen Spielern weitermachen, wie Umtiti und anderen aus der ersten Mannschaft. Wir befinden uns in einem Prozess, der nicht einfach ist. Zuerst haben die Kapitäne ein Beispiel gegeben, und jetzt werden wir mit anderen fortfahren.“

…auf die Frage, ob Messi durch die Spielerabgänge und Gehaltsreduzierungen nicht doch hätte bleiben können: „Selbst mit dem Abgang von Griezmann und mit der Gehaltsreduzierung der Kapitäne hätte Messi nicht bleiben können. Aber es ist wichtig, dass wir die Lohnkosten gesenkt haben. In der nächsten Saison können wir auf dem Transfermarkt ehrgeizigere Ziele verfolgen.“

…über Ronald Koeman: „Ich mag Koeman. Wir haben das Spiel gegen Getafe gewonnen, das war keine leichte Partie. Es war schwieriger als andere Spiele, ihre Spielweise hat uns eingeschränkt. Aber es war eine starke Leistung, berücksichtigt man die Verletzungen, die wir hatten… Ich habe mit Koeman gesprochen und er hat meine Unterstützung, mein Vertrauen und meinen Respekt, wie alle Trainer. Das Modell von Johan ist nicht verhandelbar, und Koemans Cruyffismo steht außer Frage, aber jeder passt es auf seine Weise an.“

„Beim Transfer von Memphis gab es einige, die Zweifel hatten. Er verkauft viele Trikots und schießt viele Tore. Koeman hält [Luuk] de Jong für interessant… er hat Vertrauen in ihn. Der Trainer ist immer allein. Wir müssen ihn unterstützen.“

…über Riqui Puig: „Ich habe mich in der Öffentlichkeit noch nie so sehr für Riqui eingesetzt. Das ist keine Herausforderung für Koeman. Wir sprechen hier über Fußball. Ich weiß, was die Culés mögen, das Talent, die virtuosen Spieler… und ich möchte sie nicht verlieren.“

…über Luuk de Jong: „Er ist Niederländer. Selbst Johan hatte Lösungen, die nicht seinem Modell oder seiner Philosophie entsprachen. Und Pep auch. Ein solcher Spieler kann dir manchmal helfen. Er bindet Verteidiger, er presst… Ich erinnere mich an die Zeit des Dream Teams mit Julio Salinas….“

…über Antoine Griezmann: „Ich glaube, jeder hat sich mehr von ihm erwartet. Ich glaube nicht, dass seine Einstellung kritikwürdig gewesen ist. Er ist ein großartiger Spieler. In unser System hat er aber nicht gepasst, aber er hatte schon immer eine tolle Einstellung. In fußballerischer Hinsicht war er nicht der Spieler, den wir brauchten.“

„Damit die Kauf-Klausel Atléticos zum Tragen kommt, muss Griezmann 50 Prozent der Spiele bestreiten, in denen er zur Verfügung steht.“

…über eine Vertragsverlängerung von Koeman: „Ein Abschluss ist noch nicht in Sicht. Wir sprechen miteinander. Die Botschaft ist, dass der Trainer stark sein muss, und er muss mit einigen Klauseln verlängern, die uns allen passen. Das gibt dem Trainer Kraft und Zuversicht.“

…über Gerard Piqué: „Er kann in der Zukunft ein guter Präsident sein, er hat alle Qualitäten dafür.“

…über die Super League: „Das Projekt ist lebendig. Wir haben vor den Gerichten alles gewonnen. Die UEFA kann es nicht verhindern. Außerdem ist der Druck auf die englischen Vereine, die sich dafür eingesetzt haben, wirkungslos geblieben.“

…über La-Liga-Präsident Javier Tebas: „Florentino und er liegen sich in den Haaren. Er tut das, was er für die Mehrheit der Vereine für das Beste hält. Aber wir verstehen, dass das, was Barça und Real Madrid auf den Tisch bringen, gewichtet werden sollte. Ich erkenne an, dass er ein Verfechter des Financial Fairplay ist, und er ist auf einem Kreuzzug gegen PSG. Er ist ein guter Fachmann und hat staatliche und internationale Anerkennung erhalten. Er hat sich verschlossen und ist von der Super League besessen.“

…über Neymar: „Wir haben versucht, Neymar zu verpflichten. Denn damals schien es interessant, ihn unter Vertrag zu nehmen. Er meldete sich. Er wollte kommen. Wir hatten [damals im Frühjahr, Anm. d. Red.] das Financial Fairplay anders interpretiert, wenn wir das gewusst hätten, hätten wir dieses Angebot nicht einmal in Betracht gezogen.“

…über Ansu Fati: „Wir haben Ansu Fati nicht zum Verkauf angeboten. Man hat uns gesagt, dass es ein Angebot von 100 Millionen von einem englischen Verein gab, aber wir haben es nicht erhalten und ihn nicht zum Verkauf angeboten.“

…über Alex Collado: „Er ist ein außergewöhnlicher Junge mit Magie und Talent, wie Riqui. Wir hätten ihn an Brügge ausgeliehen, weil wir wissen, dass seine Zeit [bei Barcelona] noch nicht gekommen ist, und als er verpflichtet werden sollte, wollte Brügge eine Kaufoption, und er sagte nein, weil er bei Barça erfolgreich sein wollte. Jetzt versuchen wir, ihn für die erste Mannschaft oder die Reservemannschaft zu registrieren, damit er nachrücken kann. Wir würden nicht wollen, dass er nur trainiert [und nicht spielberechtigt ist]. Der russische und der türkische Transfermarkt sind noch nicht geschlossen.“

…über die durchgeführte Finanzprüfung: „Es gibt Fehler, Unregelmäßigkeiten, vermeintlich kriminelle Handlungen, angebliche Korruption…. Wir führen interne Überprüfungen durch, um festzustellen, wie dort die Verantwortlichkeiten liegen.“

…über sein Projekt beim FC Barcelona: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass der Fußballplan, den ich habe, umgesetzt werden wird. Die Struktur ist klar. Aber das wirtschaftliche Problem wirkt sich auf uns aus. Ich bitte um einen Vertrauensvorschuss. Ich verstehe die Bedenken, aber ich habe keine Zweifel. Ich bin mir über die Struktur und die inspirierenden Prinzipien im Klaren: die Cruyff’sche Philosophie.“

…über Xavi Hernández: „Ich habe immer noch dieselbe Beziehung zu ihm wie damals. Ich schätze ihn sehr. Ich wünsche ihm alles Gute. Aber wir haben eine Entscheidung getroffen. Im Moment ist Koeman der Trainer, ich respektiere ihn, und es wäre ihm gegenüber respektlos, darüber zu sprechen [ob Xavi irgendwann Barça-Trainer werden könnte].“

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