Griezmann über „übertriebene Kritik“ und seine Rolle: „Spiele bei Frankreich freier als bei Barça“

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Antoine Griezmann sprach in einem Interview über die Europameisterschaft sowie die Unterschiede zwischen seiner Rolle bei der französischen Nationalmannschaft und beim FC Barcelona – denn bei Les Bleus fühlt sich Griezmann „viel freier“ auf dem Platz.

In einem Interview mit der französischen Sporttageszeitung L´Équipe sprach Antoine Griezmann über seine Erwartung an die anstehende Europameisterschaft, seine Rolle in der Nationalmannschaft und wie diese von seiner Rolle beim FC Barcelona abweicht. Außerdem gibt der Stürmer Einblicke, wie sein Verhältnis zu Barça-Kapitän Lionel Messi aussieht.

Antoine Griezmann…

…über seine aktuelle Form:

„Ich denke, sie ist top bei mir, obwohl ich und die restlichen Spieler in der Vorbereitung zur Europameisterschaft die Ermüdung durch die lange Saison gespürt haben. Mein Saisonstart mit Barça verlief schleppend, ich hab erst mal nicht viele Spiele absolviert. Doch ich finde, dass ich die letzten Monate gut gespielt habe und die Saison stark beendet habe. Vor den Turnieren 2016 und 2018 fühlte ich mich sogar müder als jetzt. Wir haben uns im Trainingslager gut vorbereitet und physisch bin ich besser als in den letzten Jahren.“

…über die Niederlage im EM-Finale 2016 gegen Portugal: „Das schwirrt mir immer noch im Kopf herum. Doch diese Niederlagen, so auch in der Champions League, sind wichtig. Zunächst fühlt man sich richtig schlecht. Doch sie wecken die Gier in dir, um noch besser zu spielen und das Turnier zu gewinnen.“

…auf die Frage, ob die französische Nationalmannschaft jetzt besser sei als beim WM-Sieg 2018: „Auf dem Papier – ja. Auf der mentalen Ebene müssen wir die Gruppenspiele abwarten. 2018 waren unsere Chancen, die Gruppenphase zu überstehen, deutlich höher als vor dieser Europameisterschaft. Das Selbstvertrauen, das wir durch die Siege in der Gruppe aufgebaut haben, hat uns geholfen, um die wichtigen Spiele zu gewinnen. Wir werden sehen, ob wir in diesem Wettbewerb ähnliche Antworten auf die schweren Phasen geben können.“

…über Karim Benzemas Rückkehr zur Nationalmannschaft: „Wie alle anderen habe ich es zur Kenntnis genommen, dass Trainer Deschamps ihn zum Kader berufen hat. Ich war darüber überrascht, doch ich freue mich sehr für ihn. Um ehrlich zu sein, können wir nur davon begeistert sein, dass wir ihn wieder dabei haben. Das ganze Team muss alles dafür tun, damit sich Karim wohlfühlt und ihm ein gutes Gefühl geben. Er ist ein Spieler, mit dem jeder gerne Fußball spielt. Wir heißen ihn herzlich willkommen.“

…auf die Frage, ob die Übergabe des Strafstoßes gegen Wales an Benzema eine Maßnahme gewesen sei, um den Integrationsprozess zu beschleunigen: “ Genau. Ich habe vor dem Spiel gesagt: Wenn wir einen Elfmeter bekommen, dann wird ihn Karim ausführen. Aus erster Hand weiß ich, wie wichtig es ist, in einem neuen Team sein erstes Tor zu erzielen. Ich kenne diese Situation sehr gut. Wenn wir bei der Europameisterschaft einen Elfmeter zugesprochen bekommen, wird es darauf ankommen, wie ich mich in diesem Moment fühle. Es stimmt, dass ich gerne auch mal den anderen Stürmern den Vortritt bei einem Strafstoß lasse. Doch für den Trainer bin ich der Haupt-Elfmeterschütze.“

…über seine Rolle bei der französischen Nationalmannschaft: „Hier fühle ich mich freier als bei Barça. Egal ob es um das Fordern des Balles geht oder eine Abschlussaktion im Strafraum. Wenn es ums Verteidigen geht, bewege ich mich dort, wo mich das Team am meisten braucht: Manchmal unterstütze ich im Mittelfeld wie ein Mittelfeldspieler oder ich agiere als zusätzlicher Außenverteidiger. Immer wenn ich eine freie Rolle in der Offensive habe, fühle ich mich auch gut. Wenn man von mir verlangt, als Flügelspieler zu spielen, kommt es zu Problemen – ich habe nicht die nötige Geschwindigkeit, um im Eins-gegen-Eins den Verteidiger auszuspielen. Und ein Zielspieler [im Sturmzentrum] bin ich auch nicht.“

…über Anerkennung und Kritik seiner Leistungen: „Ich habe mir in Frankreich Respekt verschafft. Diejenigen, die sich mit dem Fußball auskennen, stellen fest, dass ich überall wo ich war gut gespielt habe. Im Nationalteam gehen alle Angriffe über mich. Ich fühle mich freier, so wie damals bei Atlético. In Barcelona ist es komplizierter wegen meiner ersten Spiele und der übertriebenen Kritik an meinen Leistungen. In 2021 denke ich, dass ich noch besser sein werde.“

„Wenn man zum Beispiel La Liga verliert, ist man traurig. Das war ich auch zu Beginn der Saison, weil ich nicht gespielt habe und mich nicht wichtig gefühlt habe. Ich bin es gewohnt, immer zu spielen, alle großen Spiele – gegen Real Madrid fand ich mich auf der Bank wieder. Es ärgert einen, wenn man sieht, wie sich die Teamkollegen auf dem Spielfeld aufwärmen und man selbst am Rand steht. Aber das sind die Entscheidungen des Trainers und man muss sie akzeptieren und alles tun, um diese Meinung zu ändern.“

… über seine Beziehung zu Lionel Messi: „Sie ist sehr gut. Wir verstehen einander sehr gut. Manchmal schreiben wir uns privat Nachrichten. Auf dem Platz und im Training kommunizieren wir sehr viel miteinander. Er ist ebenfalls ein Spieler, mit dem es sehr einfach ist, Fußball zu spielen. In den Spielen dreht er noch mal auf und wird immer besser und besser. Die [abgelaufene] Saison war leider ein wenig kompliziert aufgrund der Verletzungen und aufgrund eines Systems, in dem nicht jeder auf seiner besten Position spielte. Aber bald fängt eine neue Saison an, mit neuen Spielern im Kader.“

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