Keine Bedenken vor dem Clásico: Verantwortliche „garantieren für Sicherheit“

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Nachdem der Clásico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid aus Angst vor Ausschreitungen verlegt worden war, treffen die beiden Erzrivalen am Mittwoch endlich aufeinander. Die Gefahr von Ausschreitungen besteht jedoch nach wie vor. Dies könnte Barça unter Umständen teuer zu stehen kommen. Die Sicherheitsverantwortlichen sehen indes keinen Grund zur Sorge. 

FC Barcelona gegen Real Madrid. Oder auch: Katalonien gegen Spanien. Ersteres ist eines der größten und prestigeträchtigsten Fußballspiele weltweit. Letzteres ist das, was viele Katalanen in der Partie sehen. Nämlich die Möglichkeit, sich gegen den Madrider Zentralismus zu stellen und ihre „Nation“ zu verteidigen.

Das ist es, was viele katalanische Bürger (wenngleich nicht unbedingt die Mehrheit) wollen: ein unabhängiges Katalonien. Dafür wurde Ende 2017 ein – vom spanischen Verfassungsgericht als rechtswidrig erklärtes – Unabhängigkeitsreferendum durchgeführt, infolgedessen zwölf Politiker der Generalitat de Catalunya verhaftet wurden.

Neun dieser Politiker wurden im Oktober diesen Jahres zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Dieser Schuldspruch hatte in Katalonien groß angelegte Demonstrationen zur Folge, die nicht selten in heftigen Straßenschlachten mit der Polizei endeten. Der eigentlich für Ende Oktober geplante Clásico wurde aus Angst vor Ausschreitungen, die diese politisch aufgeladene Partie hätte mit sich bringen können, verschoben.

Drohen trotz der Verlegung Ausschreitungen?

Der neue Termin ist der 18. Dezember, kommenden Mittwoch. Und wenngleich sich die Lage in der autonomen Region am Mittelmeer derzeit wieder beruhigt hat, so ist die Gefahr von Ausschreitungen am Abend des Spiels nach wie vor präsent. 

So hat die Tsunami Democràtic, eine katalanische Protestvereinigung, die sich in Folge des aus ihrer Sicht ungerechten Prozessausgangs gegen die ehemals führenden Politiker Kataloniens gebildet hat, für Mittwoch zu einer Massenversammlung in der Nähe des Camp Nou aufgerufen. Eine solche Versammlung ist an sich nicht rechtswidrig, allerdings birgt sie das Risiko, dass aus ihr heraus – wenn auch nur von einigen wenigen Personen – Tumulte, Übergriffe oder ähnliches angezettelt werden könnten.

Dies wäre dann vor allem für (unbeteiligte) Fans und Passanten gefährlich. Doch auch für den FC Barcelona selbst besteht ein Risiko. Denn wenngleich der Klub für die Vorgänge außerhalb des Stadions nicht verantwortlich ist, so ist er es für alles, was sich innerhalb der Arena abspielt, schon.

Das beinhaltet mögliche Vorfälle wie anhaltende Beleidigungen, das Werfen von Gegenständen bis hin zu einem Platzsturm. Die Sanktionen gegen Barça würden dann wiederum davon abhängen, wie viele Personen an den Übergriffen beteiligt waren, wie schwer diese Übergriffe waren und ob der Klub alles in seiner Macht stehende getan hat, um diese zu verhindern. Ein gewisser interpretativer Spielraum lässt sich an dieser Stelle freilich nicht abstreiten.

Die Strafen könnten je nach Schwere des Vorfalls von einer Geldstrafe und einer nachträglichen Wertung des Spiels für den Gegner bis hin zu einer (bis zu) zweijährigen Schließung des Stadions reichen. 

 

„Wir werden dafür sorgen, dass der Clásico normal abläuft“

Miquel Buch, Innenminister Kataloniens, sieht indes keinen Grund, sich Sorgen zu machen oder den Termin des Spiels gar nochmals zu verschieben. „Wir hätten für die Sicherheit dieser Partie damals [beim ursprünglichen Termin im Oktober] genau so garantieren können wie wir es nun am kommenden Mittwoch tun. Die Entscheidung, das Spiel damals zu verlegen, wurde nicht von der Polizei, sondern von der Liga getroffen. Wir haben diese Entscheidung nicht geteilt. Es war eine falsche Entscheidung.“

Darüber hinaus versicherte Eduard Sallent, Hauptkommissar der katalanischen Zivilpolizei Mossos: „Wir werden dafür sorgen, dass der Clásico normal abläuft. Wir werden sowohl für die Sicherheit der Mannschaften und der Schiedsrichter als auch für die der Fans sorgen.“

Dafür werden laut Sallent die Einlasskontrollen verschärft, und es wir eine weitere Kontrollzone eingerichtet, die sämtliche Personen durchlaufen müssen, ehe sie überhaupt in die Nähe des Stadions kommen. Besucher der Partie werden daher gebeten, für die Anreise zum Camp Nou etwas mehr Zeit als normal einzuplanen.

Für den Ernstfall haben die Mossos außerdem verschiedene Szenarien ausgearbeitet, zum Beispiel für den Fall eines Platzsturms. Dieses spezielle Szenario wird zwar als möglich, jedoch nicht sehr wahrscheinlich angesehen. 

Auch Ernesto Valverde wurde im Vorfeld der Liga-Partie gegen Real Sociedad auf die Sicherheit im Clásico angesprochen. „Wenn das Thema Sicherheit aufkommt, wird man mich darüber unterrichten, und dann werde ich anfangen mir darüber Gedanken zu machen.“ Schon vor Wochen hatte Barcelonas Trainer gesagt, dass die Sicherheitsbedenken übertrieben wären: „Ich sehe es als eine Chance für viele Menschen hier, für unsere Fans, für viele Menschen in der Gesellschaft. Jeder glaubt, dass sich die Dinge in diesem Spiel [negativ] entladen werden… aber es ist eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass man das Spiel problemlos abhalten kann. Mit Anstand kann alles funktionieren.“

 

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