Koemans Agentur stichelt gegen Barça-Führung um Laporta

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Die Berateragentur von Ronald Koeman hat öffentlich gegen den FC Barcelona ausgeteilt. In einem Tweet machte sich die Agentur Wasserman über Joan Laporta auf ironische Weise lustig, da der Barça-Präsident Koeman hinhält, ohne eine klare Entscheidung über dessen Zukunft zu treffen. Matheus Fernandes beschwerte sich indes heftig über Koeman.

Koeman-Agentur rüffelt Barcelona in zweierlei Hinsicht

Er befindet sich weiterhin im Amt – zumindest vorerst. Die endgültige Entscheidung, ob Ronald Koeman den FC Barcelona nach einer enttäuschenden Spielzeit auch in der Saison 2021/22 trainieren wird, steht noch aus. Kommende Woche, so teilte es Präsident Joan Laporta am Freitag bei einer Pressekonferenz mit, solle es ein zweites Gipfeltreffen zwischen Klub und Trainer geben. Wann genau, ist offen.

Dass Laporta offenbar insgeheim nach einem passenderen Chefcoach Ausschau hält – bislang vergeblich -, den Niederländer damit hinhält und ihm nicht längst reinen Wein eingeschenkt hat, was eine Entlassung oder einen unmissverständlichen Vertrauensausspruch betrifft, stößt bei Koemans Berateragentur auf großen Unmut. Denn diese stichelte via Social Media deutlich in Richtung Laporta.

„Stell dir vor: Ich will dich heiraten, habe aber meine Zweifel. Gib mir zwei Wochen, um einen besseren Partner zu finden… Falls ich keinen besseren Partner finde, werden wir heiraten!“, schrieb die Agentur Wasserman am Freitagnachmittag auf Twitter, um den Beitrag wenig später wieder zu löschen.

Laporta hatte zuvor bei der PK mitgeteilt, Barça habe „gegenüber Ronald Koeman immer mit dem größten Respekt gehandelt. Aus Respekt vor Koeman, der noch einen Vertrag hat, werden wir nicht über andere Trainer sprechen. Wir schließen nicht aus, dass er weitermachen wird“.

Laporta spielt bei Koeman auf Zeit

Worte, die nicht den Eindruck erwecken, als würden die führenden Personen der Blaugrana ihren Mann an der Seitenlinie geringschätzen. Allerdings gibt es weiterhin kein klares Bekenntnis Laportas zu Koeman – stattdessen erbittet sich der Klub weiterhin Bedenkzeit, „zur Reflektion“, wie es Laporta sagte. Mit anderen Worten: Entlassen will man den Niederländer bisher nicht – aber ihm eine Weiterbeschäftigungsgarantie ausstellen eben auch nicht. Laporta spielt auf Zeit und lässt Koeman über dessen Zukunft so im Dunkeln.

Koeman selbst hatte sich bereits unmittelbar vor dem Saisonende in aller Öffentlichkeit darüber echauffiert, nicht genug Rückendeckung zu erhalten. „Ich habe das Vertrauen des Klubs im letzten Abschnitt der Saison nicht gespürt, denn wir haben nicht über die Zukunft gesprochen, aber ich besitze einen Vertrag. Ich verstehe, dass wegen der letzten Ergebnisse Zweifel herrschen. Man muss kommunizieren“, betonte er.

Apropos kommunizieren: Dass Laporta darüber informierte, Koeman habe sich am Donnerstag aufgrund von Angstzuständen in ein Hospital begeben – was ihn in Anbetracht des Drucks im Fußballgeschäft alles andere als stärkt -, hat Wasserman ebenso kritisch kommentiert. „Die Worte sind übertrieben. Ronald war zu einer Blutdruckkontrolle im Krankenhaus, eine Routineuntersuchung für Menschen mit seinem medizinischen Hintergrund. Wir bedauern, wie es in die Medien gelangt ist. Ronald geht es gut, es gibt nichts zu befürchten“, so die Agentur. Anfang Mai 2020 erlitt der ehemalige Bondscoach einen Herzinfarkt.

Fernandes kritisiert Koeman: „Weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht“

Während Koemans Interessensvertreter gegen Laporta austeilten, kritisierte ein Spieler des FC Barcelona den (Noch-)Trainer der Blaugrana scharf: Matheus Fernandes, der auf mickrige 17 Einsatzminuten in der kompletten Spielzeit kam. 

„Ich weiß nicht, warum ich nur einmal gespielt habe. Das frage ich mich selbst. Der Trainer sagte mir, dass ich nicht viele Chancen bekommen würde, aber ein paar schon. Es gab Spiele, in denen ich definitiv zum Einsatz hätte kommen können. Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht. Ich finde, wir hätten öfter miteinander reden können, aber er sprach nicht viel. Vor dem Trainingsauftakt sagte er der Direktive bereits, dass er nicht auf mich zählt und ich gehen kann. Mit mir sprach er nicht, dabei hätte ich gerne gewusst, was er denkt“, erzählte der Brasilianer der Mundo Deportivo.

 

„Es muss mehr dahinterstecken“

„Eines Tages ging ich zu ihm und er sagte mir, dass er nicht auf mich setzt“, so Matheus Fernandes weiter, der seinem Frust im MD-Interview Luft machte: „Ich sagte ihm, dass er mir einige Minuten geben soll, damit ich einen neuen Klub finde. Er gab sie mir nicht. Es war sehr seltsam. Einen Monat später ging ich in sein Büro und fragte: ‚Trainer, warum bekomme ich nicht mehr Chancen? Habe ich schlecht gespielt?‘ Er sagte mir: ‚Nein, du hast gut gespielt, aber ich kann dich nicht aufstellen, wenn ich nicht auf dich zähle. Du hast nicht die Qualität für Barça.‘ Ich sagte ihm, dass er das nicht sehen kann, wenn er mich nicht mal aufstellt und dass der Klub mich holte, weil ich die Qualität eben habe. Es muss mehr dahinterstecken.“

Ob der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler, Anfang August 2020 für sieben Millionen Euro von Palmeiras gekommen, sein Glück in Barcelona bald unter einem anderen Übungsleiter versuchen darf?

Filip Knopp
Redakteur und Sportjournalist
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