La Liga Promises: Wie der junge Barça-Nachwuchs die Welt verzauberte

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Kurz vor Jahresende schaffte die Infantil B des FC Barcelona einen Erfolg bei dem jährlichen Turnier La Liga Promises. Dabei setzten sie sich gegen internationale Vertreter wie PSG, aber auch Atlético Madrid und Real Madrid durch, um am Ende den Pokal in die Höhe zu strecken. Was steckt hinter diesem Turnier steckt und wo liegen die Besonderheiten der jungen Blaugranas? Das und mehr haben wir für euch beleuchtet.

Bei La Liga Promises handelt es sich um ein vom spanischen Ligaverband organisiertes Turnier für 12-Jährige oder jünger. In diesem Jahr war also die Generation 2004 tätig. Gespielt wurde vom 27. bis 29. Dezember im Estadio Municipal El Peñón in Puerto de la Cruz auf Teneriffa. Dabei handelte es sich um die 21. Austragung dieses Turniers – in den vorausgegangenen Episoden waren heutige Stars wie Andrés Iniesta, Jordi Alba oder Gerard Piqué zugegen.

Für den FC Barcelona ist es eine der seltenen Möglichkeiten, gegen wirklich große Gegner zu spielen, da der Ligabetrieb – zumindest in diesem Alter – auf Katalonien beschränkt ist. Die passende Altersklasse ist die Infantil B. Eigentlich wird ab Infantil in Spanien schon elf gegen elf gespielt, das Turnier wird aber mit je sieben Spielern pro Mannschaft ausgetragen, weshalb auch nur 12 von 23 Spielern aus dem Kader der Infantil B mit nach Teneriffa reisten.

Die teilnehmenden Mannschaften hießen: FC Barcelona, Real Madrid, Atlético Madrid, Real Sporting, Sevilla FC, Real Betis, Valencia CF, Villarreal CF, Paris Saint-Germain, Juventus Turin, Borussia Dortmund, Middlesbrough FC. Gespielt wurde in drei Gruppen mit je vier Mannschaften, die Gruppenersten, -zweiten und die beiden besten Gruppendritten kamen ins Viertelfinale. Die Spielzeit betrug 24 Minuten, für das Halbfinale und das Finale wurde die Zeit auf 40 Minuten hochgesetzt.

Der Weg des FC Barcelona mit Videos:

Gruppenphase:

Nach einem 0:0 gegen Villarreal schossen die Katalanen den englischen Gast Middlesbrough mit 8:0 ab. Das komplette Spiel gibt es hier:

https://www.youtube.com/watch?v=QCXoJHtohf4

Danach folgte noch eine Niederlage gegen Sevilla. 0:1 stand es am Ende, wodurch Barça nur Gruppendritter hinter Sevilla und Villarreal wurde. Im Viertelfinale wartete dementsprechend mit PSG ein Gruppenerster. Relativ hoch gewannen die Blaugranas mit 4:0.

Das Halbfinale, gespielt über 40 Minuten, war eine zähere Angelegenheit, auch wenn die Führung nach nur wenigen Sekunden zustandekam. Am Ende ging der Miniclásico gegen Real Madrid 2:0 aus.

Das komplette Spiel:

Die Highlights:

Im Finale wartete schließlich Atlético Madrid. Mit einem 6:1 strahlte Barcelona hier nun wieder wahre Dominanz aus und krönte sich zum Sieger des Turniers.

Das komplette Spiel:

https://www.youtube.com/watch?v=QKDyZ8w6P5U

Die Highlights:

https://www.youtube.com/watch?v=2LPk9ziJMYY

Die Infantil B: Technischer, schneller und klüger als die Konkurrenz

Die Grundausrichtung war in etwa die folgende.

Die beiden Außenverteidiger wurden in diesem 3-2-1-System sehr zu offensiven Läufen aufgefordert, so dass nur ein Verteidiger zurückblieb. Die Sturmspitze bildete mit Xavi Planas ein sehr großer und kräftiger Spieler, der die Bälle lange halten konnte, was nicht selten von enormer Wichtigkeit war.

Insgesamt verfolgte der FC Barcelona ein sehr schnelles Spiel auf engem Raum. Die Spieler fanden in Sekundenbruchteilen gute Lösungen in der jeweiligen Situation und überforderten die Gegner mit dieser Schnelligkeit regelrecht. Bemerkenswert ist zudem die hohe Laufbereitschaft aller Akteure, welche sehr koordiniert vonstattenging. Somit fand sich jeder blitzschnell an der richtigen Position ein und stellte sich so als Anspielstation zu Verfügung bzw. in der Verteidigung Räume zu.

Auffällig war weiterhin das extrem gut abgestimmte Pressing, aus dem sich der Gegner spielerisch kaum befreien konnte. Dabei lauerte in der Grundausrichtung eine Viererkette aus Mittelfeldspielern und Außenverteidigern auf einer Höhe und ermöglichte so nur eine kurze Anspielstation.

infantil b pressing1

Wurde diese genutzt, konnte der Ballführende blitzschnell angelaufen werden und so konnte er das Leder kaum sicher an den nächsten Spieler weiterleiten. Im Idealfall eroberte Barça schon mit diesem Vorgehen den Ball.

infantil b pressing2

Sollte der Druck nicht ausreichen, gesellten sich nicht selten noch mehr Spieler zu dem Pressing, womit sich die Katalanen nur noch auf ihre Raumdeckung verließen und die gegnerischen Angreifer praktisch allein zurückließen. Durch die Schnelligkeit und das abgestimmte Verschieben ging dieser Plan jedoch wunderbar auf und man erreichte das gewünschte Resultat, namentlich den Ballverlust des Gegners.

Im eigenen Ballbesitz bestimmten überlegte Pässe das Spiel, überflüssige egoistische Aktionen fanden keinen Platz. Die Mannschaft war in Gesamten mehr eine homogene Masse als ein Zusammenschluss mehrerer Spieler und genau das zeichnete sie bei diesem Turnier aus. War Platz da, konnte auch ein schneller Sprint die Räume öffnen. Bemerkenswert waren auch die unnachahmlichen Torabschlüsse. Mit welcher Präzession und Geschwindigkeit die Bälle Richtung Tor gebracht wurden, ist schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, dass die Jungs gerade einmal 12 Jahre alt sind. Zu Recht entstanden daraus einige fantastische Tore.

Ein kurzer Blick auf die jungen Akteure

Wie gesagt, konnten nur 12 der 23 Spieler aus der Infantil B an diesem Turnier teilnehmen. Diese waren die folgenden:

Alain Martínez und Álvaro Aljama waren die Torhüter. Sie spielten jeweils eine Halbzeit pro Spiel und leisteten hervorragende Arbeit. Es gab keine entscheidenden Fehler von irgendeinem. Allen beiden gelang im Halbfinale gegen Madrid eine spektakuläre Parade. Besonders bei Alain fällt seine hohe Sicherheit mit dem Ball am Fuß auf und die Fähigkeit, seine Vorderleute von hinten zu ordnen.

In der Verteidigung blieb besonders Diego Almeida in Erinnerung. Er brachte die Bälle von hinten sicher an den Mann. In der Defensive setzte er seinen Körper stetig ein – kein Angreifer war ihm gewachsen. Pol Muñoz spielte sowohl als Innverteidiger sowie auch als Rechtsverteidiger eine gute Rolle und holte sich einen Ball nach dem anderen zurück. Pablo López als Rechtsverteidiger hatte seine Stärken eher im Angriff und sorgte mit Dribblings für ständige Gefahr. Juan Larios als linker Verteidiger legt da aber noch eine Schippe drauf. In ihm schlummert ein großartiges Talent. Seine Flanken könnte ein Jordi Alba nicht besser reinbringen. Gleichzeitig überzeugte er mit einer sehr überlegten Spielweise. Gerard González als weiterer Linksverteidiger blieb besonders wegen seiner Distanzschüsse in Erinnerung.

Der kleine Mittelfeldakteur Adrià Capdevila wurde zum Spieler des Turniers gewählt. Er hielt die Mannschaft zusammen, gewann die Bälle zurück und leitete die Konter ein. Auch Aleix Garrido ist ein Mittelfeldspieler, wie man ihn sich bei Barça vorstellt. Er traf intelligente Entscheidungen und war immer für einen Schuss aus der zweiten Reihe gut. Gavi kam erst im Halbfinale in Fahrt, aber dann richtig. Nicht nur seine explosiven Läufe zeugen von seiner hohen Qualität.

Xavi Planas nahm als Sturmspitze eine besondere Aufgabe ein. Seinen großen und kräftigen Körper wusste er perfekt zu nutzen. Somit konnte er Bälle halten, bis seine Kollegen nachgerückt waren und diese dann in Szene setzen. Toni Caravaca ist es nicht gewohnt, als Spitze zu spielen, aber er meisterte diese Aufgabe sehr gut. Beide Angreifer teilen sich mit vier Treffern den Titel des besten Torschützen.

Juan Larios, Adrià Capdevila, Gavi und Xavi Planas waren zudem in der besten Elf des Turniers vertreten.

Nicht verschweigen wollen wir euch natürlich die Trainer der Infantil B. Sergi Milà ist einer der am meisten geschätzten Trainer in La Masia. Seine Assistenten sind Òscar Hernández, Albert Moreno und Eric Playà. Zusammen sind sie nicht nur für einen optimalen Übungsablauf in den drei Trainingseinheiten pro Woche zuständig, sondern haben auch eine hohe pädagogische Verantwortung.

Abschließend lässt sich sagen, dass trotz des enormen Potenzials einiger Spieler niemand weiß, wie weit sie es als Fußballer einmal bringen werden. Zweifelsohne leistete die Akademie in der Ausbildung einer guten Technik und eines guten Spielverständnisses in den letzten Jahren hervorragende Arbeit. In den kommenden Jahren werden die Jungs jedoch noch große körperliche und persönliche Veränderungen durchleben. Ihr Gesamtbild wird sich also noch ändern – dass sich diese Veränderung in die richtige Richtung vollzieht, liegt hoffentlich in den richtigen Händen.

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