Laporta im Interview: “Messi wird sich unseren Vorschlag anhören”

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Präsidentschaftskandidat Joan Laporta sprach in einem Interview mit der SPORT über seine Präsidentschafts-Kandidatur und die Vorhaben, die er umsetzen möchte, sollte er die Wahl am Sonntag gewinnen und Präsident werden.

Joan Laporta…

…über seine Favoritenrolle im Rennen um die Präsidentschaftswahl:

„Daran denke ich gar nicht. Ich konzentriere mich darauf, den Mitgliedern unser Programm näherzubringen. Wir sind mit einer Siegermentalität angetreten, da mein Team und ich natürlich gewinnen wollen und gut arbeiten. Ich habe ein tolles Team und fühle mich selbstbewusst und stark.“

…über seine Erfahrung als Barça-Präsident:

„Ich habe Kontakt zu allen Agenten, die in der Welt des Fußballs arbeiten, und ich habe mich mit den Leuten getroffen, die Projekte wie die Super League leiten. Ich bin in ständigem Kontakt mit Spieleragenten, viele von ihnen kommen auf mich zu. Und ich möchte wirklich zurückkommen, weil wir unsere Spuren in der Welt des Fußballs hinterlassen haben. Ich hatte das Glück, in der besten Zeit der Vereinsgeschichte Präsident von Barça zu sein. Es ist noch in den Köpfen der Menschen. Jeder erinnert sich daran, das ist gut, weil es die Geschichte von Barça lebendig hält. Wir wurden respektiert und hatten ein bestimmtes Gewicht in der Welt des Fußballs. Wir hatten einen definierten Stil, einen Club zu führen. In der Fußballwelt gibt es den Wunsch, dass dieser Stil zurückkehrt. Neben den Titeln haben wir auch ein Vermächtnis und einen Stil hinterlassen. Wir waren ein Verein, der in der Fußballwelt sehr beliebt war, weil wir ein soziales und sportliches Engagement hatten.“

…über die Transferpolitik in Zukunft:

„Es wird nicht unmöglich sein, auch in Zukunft wieder die besten Spieler der Welt zu verpflichten. Alle Klubs gehen mal durch schwere Zeiten. Die Vereine mit den besten Chancen aktuell sind die, die von Staaten unterstützt werden, obwohl die auch in Schwierigkeiten sind: hier muss die UEFA handeln und das Financial Fair Play anwenden. Erfahrung und Geschicklichkeit sind in der Welt des Fußball sehr wichtig – auch, um nicht in gewisse Versuchungen zu geraten. Der FC Barcelona hat die Möglichkeiten, den Kader zu verbessern, davon bin ich überzeugt.“

…über die Rolle von Mateu Alemany:

„Mit ihm habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Er ist ein Fußballmanager mit viel Wissen und arbeitet sehr gut. Aber ich habe gegenüber niemandem Verpflichtungen. Wir werden sehen, was passiert. Aus Respekt möchte ich auch erstmal mit den aktuellen Führungskräften sprechen, um mir auch ihre Pläne anzuhören, auch wenn unser Vorschlag einige Änderungen vorsieht.“

…über die Rückkehr von Xavi und Jordi Cruyff und deren Beziehung zu Victor Font:

„Ich bin seit langem mit ihnen befreundet. Sie sollten sie fragen. Und diejenigen, die sagen, dass sie [Xavi und Cruyff] ihrem Projekt angehören [er meint Victor Font, Anm. d. Red.]. Ich habe ein paar Unbedachtheiten gesehen, die auf Unerfahrenheit fußen. Ich habe alles verfolgt, was passiert ist, und es gibt Dinge, die keinen Sinn machen. Ich habe den allergrößten Respekt vor beiden. Sie sind Assets, die in den Club zurückkehren wollen. Ich weiß nicht, wann, aber wenn sie zu Barça zurückkehren wollen, werden sie sicherlich zurückkehren.“

„Ich werde auch nicht über Namen sprechen. Alles hängt von den Ergebnissen und dem Spiel ab: Wir haben einen Trainer mit einem gültigen Vertrag. Ich möchte nichts überstürzen. Ich respektiere Koeman: Er hat den Spielraum, den alle Trainer haben. Koeman ist eine Barça-Größe und er tut das Beste, was er aktuell tun kann. Die Erfahrung sagt mir, dass es wichtig ist, das Vertrauen auszusprechen, wie wir auch in der Vergangenheit gesehen haben.“

…über ein Engagement von Pep Guardiola beim FC Barcelona:

„Wir haben einen Trainer mit einem laufenden Vertrag und Pep hat einen Vertrag mit Manchester City bis 2023. Wir müssten ihn fragen, ob er zurückkehren möchte. Mittel- oder langfristig könnte er vielleicht zurückkehren, aber aktuell hat er einen Vertrag bei City.“

…über sein Verhältnis zu Lionel Messi, den Versuch ihn zu halten und den Umgang im Verein mit ihm:

„Ich habe ein gutes Verhältnis zu Leo. Ich genieße das Vertrauen von Leo: Er hat mir immer gesagt, ‘alles, was du mir versprochen hast, hast du erfüllt’. Er weiß, dass ich das Angebot, das ich ihm vorschlage, erfüllen kann. Er muss geliebt werden, er muss spüren, dass wir ihn lieben. Ich werde alles tun, um sicherzustellen, dass er seine Karriere an der Spitze beendet. Das gilt für die Generation dieser Spieler, dazu gehören auch Busquets, Piqué, Alba etc. Sie sollen aus der gleichen Tür hinausgehen wie Iniesta, Puyol und Xavi. Lionel Messi fühlt sich schlecht, wenn sie ihn anlügen. Ich habe das Gefühl, dass sie ihn im Verein betrogen haben, sie wollten ihn für Entscheidungen verantwortlich machen, die nicht seine waren, aber das sollten Sie ihn fragen. Messi lässt sich nicht vom Geld leiten und wird sich unseren Vorschlag anhören. Wir werden nicht in der Lage sein, mit Staats-Clubs zu konkurrieren. Der wirtschaftliche Vorschlag wird im Rahmen unserer Möglichkeiten liegen.“

…über Gehaltskürzungen im Verein:

„Wir müssen sehen, ob bestimmte Dinge unternommen werden müssen, um die Situation zu verbessern. Wir werden mit den Betroffenen sprechen müssen. Einige Spieler haben bereits einem Zahlungsaufschub zugestimmt. Im Jahr 2003 musste ich ein großes Meeting mit den Kapitänen abhalten, um die Situation zu erklären. Ich hoffe, dass das jetzt nicht nötig sein wird. Ich möchte an der Linie arbeiten, neue Einnahmen zu erzielen und die Einnahmen, die wir bereits haben, zu optimieren. Wir werden an der Frage des Sponsorings arbeiten: Ich werde die Spieler um Hilfe bitten. Heute hat der Verein 29 gesponserte Kategorien. Juve zum Beispiel hat 40. Wir könnten 35 Kategorien mit Sponsoren haben.“

 

…über die politische Position des Vereins unter ihm:

„Es ist nicht meine Priorität, Position zu beziehen. Meine Priorität ist, dass Barça dazu zurückkehrt, wirtschaftlich nachhaltig zu sein. Barça kann niemals der Realität Kataloniens den Rücken zuwenden, aber in mein Barça passen alle. Doch für andere Geschichten ist im Moment nicht die Zeit. Ich müsste eine so tiefgreifende Analyse durchführen, dass sie mich zwingen würde, die Aufmerksamkeit von dem abzulenken, was wirklich wichtig ist.“

…über Espai Barça:

„Bei Espai Barça kommt es auf die Kosten an und darauf, wie sie bezahlt werden. Zuerst waren es 600 Millionen, dann wurden es 825. Die große Entscheidung ist, ob wir es in Phasen bauen, was sechs Jahre Arbeit bedeutet, oder ob wir zwei Jahre woanders spielen und es innerhalb von zweieinhalb Jahren fertigstellen. Wir würden es vorziehen, das in Phasen zu tun.“

Luis Manzi
Freier Sportjournalist
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