Laporta klagt über Barças zu hohe Gehälter und kündigt „drei oder vier“ Neuzugänge an

StartNewsLaporta klagt über Barças zu hohe Gehälter und kündigt "drei oder vier"...
- Anzeige -
- Anzeige -

In einem Interview mit La Vanguardia sprach Joan Laporta, der Präsident des FC Barcelona, über die derzeit schwierige finanzielle Situation des Klubs, über bereits getätigte sowie weitere Neuzugänge und einen Verbleib von Lionel Messi.

Joan Laporta hat der katalanischen Zeitung La Vanguardia ein Interview gegeben, in dem er über die Umbaumaßnahmen beim FC Barcelona, die Neuverpflichtungen und die Ziele für die nächste Saison sprach.

Joan Laporta…

…über den Umbau des Kaders:

„Wir haben vor, den gesamten Kader umzustrukturieren. Wir haben große Unterschiede zwischen den Gehältern vorgefunden – bei einem Transfermarkt, der uns nur Tauschgeschäfte erlaubt. Das erfordert Zeit, viel Geschick und eine Menge Jonglieren hier und da. Mateu Alemany [der Sportchef beim FC Barcelona, Anm. d. Red.] arbeitet sehr hart an diesem Thema und es ist nicht einfach. Lassen Sie uns nicht ungeduldig werden, denn es gibt noch viele gute Möglichkeiten [Spieler zu holen und abzugeben]. Bestehende Verträge können geändert oder umgestaltet werden, und dann gibt es noch drastischere Maßnahmen, die wir nicht gerne ergreifen würden…“

„Zum Wohle von Barça wird nichts ausgeschlossen. Diese Gehälter [die Barça zahlt] sind auf dem heutigen Markt veraltet; es ist schwierig, Vereinbarungen mit anderen Vereinen zu treffen, weil die Gehälter der Barça-Spieler mit denen anderer Vereine nicht vergleichbar sind. Was Verkäufe betrifft, wird es so wohl leider nur wenige geben.“

…über Neuverpflichtungen: „Wir werden ein sehr konkurrenzfähiges Team haben. Wir sehen es bereits mit den Verpflichtungen von Eric Garcia, Sergio Agüero und Emerson – und es gibt andere Spieler, die bereitstehen. Es wird drei oder vier [neue Spieler] geben.“

…über die verpasste Verpflichtung von Georginio Wijnaldum: „Letzte Woche ist uns einer durch die Lappen gegangen. Es gibt Staats-Vereine, die jeden Spieler haben können. Das ist eine Frage, die analysiert werden muss. Wir schauen uns einen Spieler an, wir arbeiten mit ihm und dann kommt ein Verein, zahlt das Doppelte und schnappt ihn uns weg. Der Spieler, der in einem bestimmten Alter ist, schätzt das Gehalt mehr als bei einem Verein mit Erfolgsaussichten zu sein.“

…über Lionel Messis auslaufenden Vertrag – und ob ihn das unter Stress setzen würde: „Es gibt keinen Stress, weil viel kommuniziert wird. Wir verstehen die Position des anderen und wissen, was wir alle wollen, daher sind wir ruhig. Aber wenn Sie mich fragen, was ich gerne hätte, würde ich sagen: Je früher [seine Vertragsverlängerung verkündet wird] desto besser. Es wäre ein Anziehungspunkt für manch andere Neuverpflichtung, die wir vorbereitet haben.“

…darüber, wie er die Finanzen des Vereins vorgefunden hat: „Schlimmer als ich dachte – und das, obwohl ich bereits mit einer sehr komplizierten Situation gerechnet hatte. Wir haben eine Verschuldung von 1,2 Milliarden Euro vorgefunden. Die Jahreshauptversammlung wird kompliziert. Die Zahlen sind nicht unsere, die Verluste wurden vom vorherigen Vorstand gemacht. Ich habe Ex-Präsident Bartomeu eingeladen, damit er seine Zahlen präsentieren kann, er hat seinen ehemaligen Finanzdirektor Jordi Moix beauftragt. Wenn wir diese Zahlen auf der Mitgliederversammlung nicht bestätigen, können wir unsere nicht präsentieren. Ich hoffe, dass ich den Socios die Vorgänge gut erklären kann, damit sie die Situation verstehen und so eine institutionelle Lähmung vermeiden. Wir werden die Socios auf der Versammlung bitten, einen Kredit von 500 Mio. Euro zu beantragen, um die Schulden zu sanieren – denn wenn nicht, können wir nicht weitermachen.“

…über die von La Liga auferlegte Gehaltsobergrenze: „In der spanischen Liga gibt es ein finanzielles Fair Play, das viel strenger ist als in anderen Ligen. Ich hoffe, dass wir alle den gesunden Menschenverstand walten lassen und dass wir, falls wir eine endgültige Einigung erzielen, Leo registrieren können.“

…über die Gespräche mit Gerard Piqué, sein Gehalt anzupassen: „Über die Gespräche mit Piqué sind wir sehr dankbar und glücklich, denn das ist das Erste, das sicher helfen wird. Er hat seinen Barcelonismo in einer komplizierten Situation gezeigt. Wir sind mit einigen in Gesprächen, im Allgemeinen war die Resonanz sehr gut. Wir bilden ein sehr wettbewerbsfähiges Team und all diese Spieler, die sich bereits in einer fortgeschrittenen Phase ihrer Karriere befinden, wollen ihre Zeit mit Erfolg beenden.“

…über die Situation um Ronald Koemans Verbleib, der sich ziemlich hingezogen hatte: „Nachdem ich dreimal mit ihm gesprochen hatte, sah ich, dass wir zusammenarbeiten, kooperieren und in weit mehr Dingen übereinstimmten als auseinanderlagen. Ich bin glücklich. Ich hätte mir gewünscht, dass dies nicht so passiert wäre, das habe ich ihm auch so gesagt. Ich mag es nicht, zu leiden oder Menschen leiden zu lassen, und vielleicht war Ronald eine Zeit lang unruhig und fühlte sich unwohl – so wie ich auch.“

…über die schwersten Entscheidungen, die er treffen musste (Laporta hat z.B. CEO Guillermo Amor und Barça-B-Coach Garcia Pimienta entlassen): „Alle Entscheidungen, die zu Kündigungen von Mitarbeitern führten. Das ist sehr schmerzhaft. Wir sind hier, um einen neuen Impuls zu geben – manchmal müssen wir Entscheidungen treffen, die weh tun. Aber wir akzeptieren die Konsequenzen.“

 

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
- Anzeige -

AKTUELLE USER-KOMMENTARE