Luis Enrique: „Mit Sicherheit werde ich auch Fehler machen“

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Luis Enrique gab in einem Interview interessante Einblicke in seine Gedankenwelt und sein Verständnis von Fußball. Für ihn gehe zurzeit ein Traum in Erfüllung – nie hätte er damit gerechnet, einmal Trainer der ersten Mannschaft von Barça zu werden. Er sprach über seine Art, eine Mannschaft wie den FC Barcelona zu leiten und darüber hinaus auch über die Arbeit mit den jungen Spielern. Und er gab an, neue Wege gehen zu wollen, sofern sie für den Verein hilfreich sind.

Der Traum Barça:

„Barça zu trainieren, war nie mein Ziel. Es ist etwas so Wundervolles und so schwer zu erreichen, dass es einfach kompliziert ist, überhaupt danach zu streben. Ich bevorzuge, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Es ist wahr, als ich die Barça B verließ, teilte der Verein mir mit, dass die Türen für mich immer offen stehen werden, was ich aber eher als Anerkennung für meinen Dienst für den Verein auffasste und nicht als etwas ernst zu nehmendes. In meinem Fall war es hilfreich, nicht darüber nachzudenken, denn Dinge, die passieren sollen, passieren am Ende auch. Ich habe hart gearbeitet, um gute Dinge bei anderen Vereinen zu tun und letztendlich bin ich wieder hier, ohne dies vorher erhofft zu haben. Ich glaube, es war gut, dass ich mir keine großen Ziele gesetzt habe, da es mit diesen häufig nicht klappt – ich lebe da lieber in der Gegenwart.“

Barça-Vergangenheit: „Ich denke, die Zeit als Spieler hier sowie die drei Jahre als Trainer der Barça B waren hilfreich, weil die Spieler wissen, dass ich einmal in der gleichen Position war wie sie. Auch mir persönlich hilft es, da ich die Kultur hier kenne, auch wenn diese sich über die Jahre doch stark geändert hat. Ich kenne mich mit der jetzigen La Masia leider nicht aus, doch die Anlagen auf dem Trainingsgelände sind fantastisch und das Camp Nou ist nach wie vor atemberaubend. Unterm Strich hilft mir meine Erfahrung hier.“

„Ich muss versuchen mir treu zu bleiben“

Anerkennung durch die Fans: „Es wäre schön, wenn die Fans mich als Trainer noch genauso mögen würden wie als Spieler, doch man muss auch sagen, dass es einfacher ist, als Spieler eine solche Fanbeziehung aufzubauen, da die Zuschauer deine Mühe und Arbeit auf direktem Wege sehen können. Als Trainer muss man Entscheidungen treffen und mit Sicherheit werde ich auch Fehler machen. Es würde leichter sein, die Fans mit Titeln zu gewinnen – so geht es jedem Trainer dieser Welt.“

Geilster Job der Welt: „Ich habe von all meinen Trainern viel gelernt, sowohl in fußballerischer als auch in persönlicher Hinsicht. Jeder Trainer ist auf seine Weise einzigartig. Ich muss versuchen, mir treu zu bleiben, meiner Arbeitsweise und meinem Blick für das Spiel. Den Spielern zeige ich meinen Blick auf das Leben und den Sport, gehe mit ihnen in viele Stadien, wo wir einen einzigartigen und unglaublichen Verein präsentieren und beweise ihnen, dass sie den geilsten Job dieser Welt haben. Ich muss den Vorteil nutzen, selbst Spieler gewesen zu sein und alles aus meinen Spielern herausholen.“

Erwartungen an Barça: „Alles, was hier zählt, ist die Gegenwart, und die Erwartungen an die Gegenwart bei Barça sind Siege, welche gleichzeitig noch auf eine attraktive Weise geholt werden müssen. Wir müssen die Zeit bis zum Beginn der Saison optimal nutzen, um die Spieler aufzubauen. Die meisten Spieler sind allerdings bei der Weltmeisterschaft und kommen erst Anfang August wieder zurück. Unter diesen Bedingungen müssen wir noch mal einen Zacken besser sein, dessen bin ich mir bewusst.“

„Ich habe schon immer gern mit Jugendspielern gearbeitet“

Neue Wege gehen: „Ich erinnere mich, als ich bei der Barça B die Torhüter immer sechs Spiele am Stück spielen lassen habe. So etwas kann man in der ersten Mannschaft natürlich nicht mehr einfach machen. Ich versuche mir allerdings in meiner Arbeit nicht selbst irgendwelche Barrieren aufzubauen, wie es von meinen Vorgängern gemacht wurde. Wir schätzen all das, was vor uns liegt, und wenn wir einen besseren Weg entdecken, schlagen wir diesen ein. Ich versuche einfach das zu machen, was dem Verein am besten tut. Ob ich in meinen Entscheidungen richtig lag, werden dann die Ergebnisse zeigen.“

Die Rolle der Kapitäne: „Es ist grundlegend, dass die Kapitäne Aufgaben in der Handhabung der Spieler übernehmen, da sie deren Repräsentanten sind. Ein Kapitän ist nicht nur der Typ, der Pokale in die Luft hebt und mit Schiedsrichtern Hände schüttelt. Er ist weit mehr als das. Es gibt eine gemeinsame Verantwortung und ein Kapitän ist das Bindeglied zu den Spielern. Ich weiß, wie ein Barça-Kapitän sein muss: Ein Hauptdarsteller, der sich ein seiner Rolle wohl fühlt.“

Arbeit mit der Jugend: „Eusebio und ich werden über die Jugendspieler reden. Ich habe schon immer gern mit Jugendspielern gearbeitet, inklusive denen im Alter der Juvenil A. Ich verstehe, dass die Kommunikation mit der zweiten Mannschaft gut abgestimmt sein und ich auch mal die Brille des Trainers unserer Reserve aufsetzen muss. Das Verständnis zwischen den zwei Mannschaften soll so gut und offen wie nur möglich sein.“

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