Messi und Bartomeu unter den Gästen: Laporta tritt Amt als Präsident an

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Unter den Augen von Hunderten von Gästen, darunter auch Lionel Messis, wurde Joan Laporta im Camp Nou als neuer Präsident des FC Barcelona eingesetzt. In seiner Dankesrede sprach er über La Masia, Ronald Koeman sowie Barças Bedeutung außerhalb des Platzes. 

Joan Laporta ist der neue Präsident des FC Barcelona. Zwar ist bereits seit den Präsidentschaftswahlen von vor anderthalb Wochen bekannt, dass der 58-Jährige das Amt an der Spitze der Blaugrana übernehmen werde, nun wurde er jedoch hochoffiziell in seiner neuen Rolle eingeweiht. 

Messi & Co. sollen „Freude zurückbringen“

Gut 300 Gäste waren zur Zeremonie der Amtseinführung im Camp Nou geladen, darunter neben Spielern wie Lionel Messi, Gerard Piqué und Sergi Roberto und Trainer Ronald Koeman auch Barças Ex-Präsidenten Sandro Rosell und Josep Maria Bartomeu sowie die unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Toni Freixa und Victor Font.

Nach einer Einführungsrede des Interims-Präsidenten Carles Tusquets wurde ein Zusammenschnitt mit den besten Momenten aus Laportas erstes Amtszeit als Präsident, die von 2003 bis 2010 dauerte, gezeigt, der selbstverständlich auch die damaligen Champions-League-Triumphe gegen den FC Arsenal und gegen Manchester United beinhaltete.

Anschließend wurde Laporta offiziell als neuer Präsident vorgestellt. In seiner Dankesrede versprach er, sein Amt „mit Demut und Tapferkeit“ auszuüben, auf „dass die Freude zum Barcelonismo zurückkehrt, denn das ist fundamental“. Kurz darauf richtete er das Wort direkt an Messi & Co.: „An die Spieler: Ihr seid diejenigen, die den Culés die Freude zurückbringen können. Das ‚ganas de volver a veros‘ [dt. „Lust, euch wiederzusehen“, in Anspielung an Laportas riesiges Wahlplakat mit dieser Aufschrift, das er in der Nähe des Santiago Bernabeu hat aufhängen lassen], gilt auch für euch.“

La Masia wieder eine „Säule“ Barças

Mit Blick auf die derzeitige wirtschaftliche Lage des Klubs sagte er: „Die wirtschaftliche Situation ist eine Priorität für uns, den Klub finanziell nachhaltig zu machen. Dafür haben wir einen ‚Schockplan‘. Die Situation macht uns keine Angst. Wenn es notwendig ist, Entscheidungen im Interesse von Barça zu treffen, werden wir sie treffen.“ Teil von Laportas Plan dürfte dabei eine stärkere Rückbesinnung auf La Masia sein, welche wieder eine „Säule“ Barças werden soll. „Wir werden eine neue Methodik anwenden. Wir wollen vor allem, dass die Spieler mit großem Talent weiter ausgebildet werden.“

Auch in Zukunft mit dabei helfen könnte Trainer Ronald Koeman, der nach einem schwierigen Start zuletzt in die Erfolgspur gefunden hat, wenngleich Laporta ihm bis jetzt noch keine Job-Garantie für die neue Saison gegeben hat. „Ronald, Sie haben unser Vertrauen“, beteuerte Laporta. „Wir wollen zu der Erfolgsgeschichte zwischen Barça und der Champions League zurückkehren. Diese Saison müssen wir auf die Liga und den Pokal gehen.“

Bezüglich Barças Bedeutung abseits des Fußballplatzes merkte er an: „Barça ist mehr als ein Klub. Wir haben eine enorme Symbolik. Wir werden so arbeiten, dass Barça ein Motor des Optimismus für alle ist, die Barça lieben. Barça war schon immer mit dem Katalonien verbunden, aber es ist global geworden. Wir haben uns immer für die Verteidigung der Freiheit positioniert. Diese Verpflichtungen werden wir auch weiterhin haben.“ 

125 Millionen um 3:00 Uhr morgens

Dabei ist es in der letzten Nacht vor seiner Amtseinführungs-Zeremonie noch einmal eng geworden. In der vergangenen Nacht haben Laporta und die Mitglieder seines Vorstands die letzte bürokratische Hürde genommen, bevor sie nun ihre neuen Posten bei der Blaugrana einnehmen können, indem sie bei einem Notar die nötige finanzielle Garantie in Höhe von 124,6 Millionen Euro hinterlegt haben. Anschließend stimmten die Anwesenden lautstark die Hymne des FC Barcelona an – um 2:30 Uhr Nachts im Büro des Notars, wohlgemerkt. Der Freude wird sich sicherlich auch ein wenig Erleichterung beigemischt haben.

Denn in den vergangenen Tagen gab es Gerüchte, dass Laporta auf den letzten Metern in die Bredouille geraten sei, die geforderte Garantie aufzutreiben, was der Neu-Präsident jedoch herunterspielte. „Bezüglich der Bürgschaft gerieten wir nicht in Schwierigkeiten“ erklärte Laporta beim Verlassen des Notar-Büros gegen 3:00 Uhr am Mittwochmorgen. „Wir haben uns etwas verspätet, weil der Anlass dies verdient hat.“

Auch La-Liga-Präsident Javier Tebas machte sich um die Hinterlegung der Bürgschaft keine Sorgen: „Ich weiß, dass sie heute da sein wird, korrekt wie es sein sollte.“ Darüber hinaus sprach er Laporta, zu dem er auch eine persönliche Beziehung unterhält, sein Vertrauen aus: „Barças größte zu lösende Krise ist keine wirtschaftliche, sondern eine institutionelle. Barça benötigt Stabilität, und ich denke, dass Laporta mit seinem Team die nötigen Weichen für diesen großartigen Klub setzen wird.“

Laportas neue Vorstandsmitglieder

Im Laufe des Mittwochs vor der Amtseinführung berichtete der Radiosender RAC1 bereits, wen Laporta noch in seinen zukünftigen Vorstand berufen wird. Dies wäre zum einen Eduard Romeu, ein Unternehmer, der Laporta bei der Aufbringung der knapp 125 Millionen Euro geholfen hat und dafür nun mit dem Posten als Vizepräsident im Bereich Wirtschaft belohnt wird. Wie das katalanische Medium Expansion berichtet, soll der Medien-Mogul Jaume Roures ebenfalls eine signifikante Summe – die Rede ist angeblich von 30 Mio. Euro – beigesteuert haben, damit Laporta die Summe aufbringen kann. Pikant: Roures ist CEO der Medienfirma Mediapro, die u.a. La Liga (und den VAR) mit den Fernsehbildern beliefert. Allerdings wird Roures keine Stelle im Vorstand Barcelonas übernehmen.

Darüber hinaus werden sowohl Sisco Pujol und Joan Soler, die beide auch Teil des Teams des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Jordi Farré waren, als auch Angel Riudalbàs und Ferran Oliver Teil des zukünftigen Vorstands des FC Barcelona werden.

 

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