Misstrauensantrag gegen Bartomeu und den Vorstand eröffnet – 16.000 Stimmen benötigt

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Nachdem Präsident Josep Maria Bartomeu für einen Verbleib Lionel Messis seinen eigenen Rücktritt angeboten hat, wurde am Freitag offiziell ein Misstrauensantrag gegen ihn sowie den Rest des Vorstandes eröffnet, der von Präsidentschaftsanwärtern unterstützt wird. Victor Font ist Teil der Initiative, Joan Laporta nicht. Nun benötigt es 16.000 Stimmen.

Der FC Barcelona kommt nicht zur Ruhe. Nachdem ein möglicher Abgang von Lionel Messi seit Tagen die Sportmedien auf der ganzen Welt mit Futter versorgt, soll Präsident Josep Maria Bartomeu am Donnerstag seinen Rücktritt angeboten haben, sofern dies Messi zu einem Verbleib in Katalonien bewegen würde.

Ob dies ein ernst gemeintes Angebot oder nur ein kluger Schachzug Bartomeus ist, der möglicherweise bereits von einem Wechsel La Pulgas überzeugt ist, weiß wohl nur der 57-Jährige selbst. Einigen Socios des FC Barcelona reicht dies jedoch nicht, weshalb sie sich nun zu einer Initiative zusammengeschlossen und einen Misstrauensantrag gegen Bartomeu sowie den gesamten Vorstand eröffnet haben.

Dieser Antrag wurde am Freitagvormittag auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Darin wird der „sofortige Rücktritt des gesamten Vorstandes“ gefordert. Darüber hinaus werden die Mitglieder des FC Barcelona dazu aufgerufen, „sich in dieser sehr, sehr komplizierten Zeit, die der Klub gerade durchläuft, diesem Antrag zuzuwenden“.

 

Font Teil der Initiative, Laporta nicht

Die Inititive umfasst bis zu acht Fan-Vereinigungen und Meinungsgruppen Barças, unter anderem das ‚Manifest Blaugrana‘, erhält jedoch gleichzeitig auch Unterstützung von den Präsidentschaftskandidaten Víctor Font, Lluís Fernández-Alá und Jordi Farré. Letzterer ist der Initiator des Antrags. Weder für noch gegen diesen Antrag ausgesprochen hat sich Joan Laporta, der seine Kandidatur für die anstehenden Wahlen zwar noch nicht offiziell verkündet, diese aber bereits angedeutet hat.

Ebenfalls kein Teil der Initiative ist Präsidentschaftskandidat Augustí Benedito, der deutlich gemacht haben soll, dass er sich dieser Aktion nicht anschließen wolle. Benedito war bereits 2017 mit einem Misstrauensantrag gegen Bartomeu gescheitert, als er die erforderliche Anzahl an Unterschriften nicht zusammenbringen konnte. Bei einem Interview mit der SPORT am vergangenen Wochenende griff Benedito Bartomeu erneut scharf an.

 

16.000 Unterschriften nötig

Marc Duch, Präsident der ‚Manifest Blaugrana‘ und Sprecher der Initiative erklärte den Misstrauensantrag mit folgenden Worten: „Wir fordern den sofortigen Rücktritt des derzeitigen Vorstandes des FC Barcelona. Das Ziel dieses Antrags ist es, den vollständigen Rücktritt des Vorstandes zu erzwingen und den Klub zu seinem eigenen Wohl in die Hände anderer Leute zu legen.“

Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz wandte sich Duch auch noch einmal direkt an die Socios. „Wir bitten jedes Mitglied, die Verantwortung für die aktuelle Situation des Klubs zu übernehmen.“ Die Versammlungsbeschränkungen in Zeiten von Corona sowie die Tatsache, dass aktuell keine Spiele im Camp Nou stattfinden (und auch keine Fans und Mitglieder ins Stadion pilgern, die ihre Unterschriften abgeben könnten) sind ein erheblicher Nachteil für den Misstrauensantrag.

Dass die erforderlichen 16.000 Unterschriften also auch aufgrund der Corona-Situation in Katalonien schwer zu erreichen seien, gab Duch ebenfalls zu. „Das Handicap ist nicht unerheblich, aber wir können die derzeitige Situation nicht ändern. Wir werden dem Klub eine Reihe von Vorschlägen unterbreiten, um den Prozess für die Mitglieder so einfach und sicher wie möglich zu gestalten. Wir befinden uns mitten in einer Pandemie, und einige der üblichen Verfahren müssen möglicherweise geändert werden. Wir hoffen, dass Barça Einrichtungen zu Verfügung stellen wird [um Räumlichkeiten für die Unterschriftensammlung zu haben].“

Sollten die erforderlichen 16.000 Unterschriften

(was 15 Prozent aller Mitglieder des FC Barcelona entspricht) innerhalb von 14 Werktagen gesammelt werden, wird das eigentliche Misstrauensvotum ins Leben gerufen, bei dem die Mitglieder dann auf einem Referendum über die Absetzung des Vorstandes abstimmen. Bei diesem müssten dann zwei Drittel aller Vereinsmitglieder gegen den Vorstand stimmen, um diesen seiner Ämter zu entheben.

Auf https://www.mocio2020.cat/ können sich Socios über das Misstrauensvotum informieren und daran teilnehmen.

Bastian Quednau
Redakteur und Autor bei Barçawelt sowie bei Film-Rezensionen.de
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