Piqué spricht über „Albtraum“ in Liverpool: Rom-Pleite führte zu Blockade

StartNewsPiqué spricht über "Albtraum" in Liverpool: Rom-Pleite führte zu Blockade
- Anzeige -
- Anzeige -

In einem ausführlichen und ehrlichen Interview sprach Gerard Piqué über Barcelonas Scheitern in der Champions League und erklärte, die letztjährige Pleite in Rom hätte zu einer mentalen Blockade geführt. Zudem sprach er über Ernesto Valverde und darüber, ob Barças Stil langweilig sei. 

Gerard Piqué gab der spanischen Tageszeitung El País ein ausführliches Interview, in dem der Abwehrspieler des FC Barcelona über die Schmach beim FC Liverpool sprach. Piqué gab hierbei zu, dass die 0:3-Pleite ein Jahr zuvor im Viertelfinale der Champions League bei der AS Rom in den Köpfen der Spieler steckte und einen großen Teil dazu beitrug, dass man in Liverpool mit 0:4 unterging.

Piqué: „Es war eine mentale Blockade“

Ich denke die Spieler waren psychologisch beeinträchtigt von dem, was in Rom geschehen war. Es war eine mentale Blockade

„, so Piqué, der offen einräumte, dass die Pleite in der italienischen Hauptstadt ein Jahr zuvor noch nicht vollends verarbeitet war. „Nach dem ersten Gegentor, das wir so früh kassierten, erschien einem unbewusst das Bild aus Rom vor Augen. Als wir dann zwei schnelle Gegentore [in Halbzeit zwei] kassierten, war alles viel zu ähnlich zu dem, was letztes Jahr passierte. Ich bin mir sicher es war eine mentale Blockade, aber wir haben auch nicht gut gespielt. Es fehlte an allem. Liverpool presste sehr hoch, sehr intensiv, und Anfield spielte auch eine Rolle. Wir haben es nicht hinbekommen. Manchmal passiert so etwas. Es war ein sehr schlimmer Tag.“

Die Mannschaft war von dem Ausscheiden stark betroffen, wie der Innenverteidiger erklärte: „Es war schwer, uns emotional aufzurichten. Die Tage vergingen, doch wir konnten die Niederlage nicht vergessen. Diese Pleite wird andauern. Ja, es war eine unserer schlimmsten Niederlagen. Doch wir dürfen uns nicht selbst quälen. Manchmal musst du im Sport ins Gras beißen. Es war ein Alptraum, aber wir müssen es verarbeiten, denn es könnte wieder passieren.“

Piqué: Valverde hat uns taktisch verbessert

Piqué sprach auch über Ernesto Valverde, denn die Niederlage in Liverpool und besonders die Art und Weise hat ihm sehr viel Kritik eingebracht und seine Position geschwächt. Einige Stimmen fordern seine Entlassung, auch wenn der Verein und besonders Präsident Josep Maria Bartomeu darum bemüht ist, Ruhe zu bewahren. Soll Valverde weitermachen, oder am Saisonende aufhören? Piqué wollte sich dazu verständlicherweise nicht äußern. „Es ist nicht meine Aufgabe, das zu entscheiden, denn er ist mein Chef, er stellt mich auf oder eben nicht. Es macht keinen Sinn, dass ich dazu etwas sage, aber ich kann darüber sprechen wie exzellent seine Mannschaftsführung in den letzten beiden Jahren ist und wie er uns geholfen hat auf ein höheres taktisches Level zu kommen und Titel zu gewinnen.“

„Valverde will den gleichen Stil wie Pep spielen“

Doch lässt Valverde den Fußball spielen, den sich Fans des FC Barcelona wünschen? Piqué widersprach der Behauptung, Barça würde langweilig agieren. „Das liegt an unserer Gemütslage und an der Art wie wir sind. Culers und Katalanen sind sehr fordernd, wir mögen es, Dinge perfekt zu machen. Es geht nicht nur ums gewinnen, sondern auch um die Art und Weise, wie man gewinnt. Die Epoche von Pep Guardiola ist noch sehr frisch [im Gedächtnis], sie war spielerisch die Beste und hat den Fußball hervorgebracht, den jeder mochte. Diese Debatte wird also immer da sein, egal, wer Trainer ist. Ich kann versichern, dass Valverde den gleichen Stil spielen lassen will. Ich bin in der Umkleidekabine und ich weiß, was er uns übermittelt.“

Der 32-Jährige erklärte, dass sich die Zeiten zudem geändert haben, Gegner haben sich an Barças Spielstil angepasst. „Natürlich kann man generell besser spielen, das ist immer möglich. Heutzutage rücken viele Gegner auf, es ist viel komplizierter, von hinten aufzubauen. Vorher war der Einsatz eines Torhüters im Spielaufbau leicht, jetzt ist es fast kaum noch möglich. Vorne stehen dann drei Angreifer gegen drei Verteidiger und machmal ist es daher gut, einen langen Ball nach vorne zu spielen. Es gibt viele Nuancen und Variablen im Fußball.“ Nuancen und Variablen, die Barcelona in Anfield die Teilnahme am Finale kosteten. 

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
- Anzeige -

AKTUELLE USER-KOMMENTARE