Quique Setién bestätigt Messis Macht bei Barça: “Leo ist schwer zu führen”

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Quiqué Setién reflektiert in einem Interview die Amtszeit beim FC Barcelona und gibt Fehler zu. Zudem spricht der Ex-Barça-Coach über die besondere Charaktereigenschaft Lionel Messis und verdeutlicht, welche Macht und Autorität Messi besitzt.

In einem Gespräch mit dem ehemaligen Trainer der spanischen Nationalmannschaft, Vicente del Bosque, das in der spanischen Tageszeitung El País erschien, sprach Quique Setién unter anderem über seine Zeit bei Barcelona und Lionel Messi. Hierbei gab der Ex-Barça-Coach zu, dass Messi ein besonderer Spieler ist – und auch besonders viel Macht besitzt.

“Ich glaube, Messi ist der beste aller Zeiten. Es gab andere große Spieler, die großartig waren. Aber die Konstanz, die dieser Junge über die Jahre hatte, die hatte sonst niemand”, so Setién in dem Interview. “Aber es gibt eine weitere Facette, die nicht der Spieler selbst ist und die komplizierter zu handhaben ist. Etwas, das vielen Sportlern innewohnt, wie in Michael Jordans Dokumentarfilm [The Last Dance, Anm. d. Red.] zu sehen ist. Man sieht Dinge, die man nicht erwartet.”

Setién über Messis Autorität bei Barça

Setién führt aus, dass eine Parallele zum Ex-Basketballstar Jordan sei, dass “die bestialischen Anforderungen, die heute im Fußball bestehen, ihn [Messi] und viele andere, die dauerhaft gewinnen müssen, durchdrungen haben”. 

Zudem besäße Messi einen besonderen Charakter: “Es stimmt, dass es Spieler gibt, die nicht leicht zu managen sind. Dazu gehört Leo, das ist wahr. Man muss auch bedenken, dass er der beste Fußballer aller Zeiten ist. Und wer bin ich, ihn zu ändern! Wenn sie ihn jahrelang so akzeptiert haben, wie er ist, und ihn nicht verändert haben…” Setién erklärt, dass Messi eigentlich wenig spricht – und man doch spürt, welche Autorität er besitzt: “Er ist sehr zurückhaltend, aber er lässt dich die Dinge sehen, die er will. Er redet nicht viel.”

Setién: Habe Messis Macht erlebt

Daraufhin reagierte Setiéns Gesprächspartner del Bosque mit einer Anekdote, um Messis Ausnahmestellung zu verdeutlichen: “Der Satz, den [ex-Barça-Coach] Tata Martino zu Messi sagte – ‘Ich weiß, wenn du den Präsidenten anrufst, kannst du mich jederzeit rauswerfen – aber lass mich das nicht jeden Tag spüren’- passt also perfekt”, so del Bosque. Daraufhin entgegnete Setién: “Ja, diesen Satz und auch andere habe ich schon gehört. Ich brauche niemanden, der mir sagt, was Martino oder jemand anders gesagt hat. Ich habe es erlebt. Ich habe genug Erfahrung, um genau einschätzen zu können, wie dieser Junge und die anderen wirklich sind.”

Setiéns Amtszeit endete bekanntlich katastrophal, nach dem 2:8 gegen den FC Bayern München in der Champions League wurde der Kantabrier entlassen. Setién bilanziert: “Nachdem ich gegangen bin, ist mir klar, dass ich in bestimmten Momenten andere Entscheidungen hätte treffen sollen, aber da ist etwas, das über einem steht: der Klub. Und er steht über dem Präsidenten, dem Spieler, dem Trainer. Es sind der Verein und die Fans. Sie sind diejenigen, denen Sie den größten Respekt schulden, und Sie müssen tun, was am besten für den Klub ist.”

Setién: “Ich war nicht ich selbst”

Setién reflektiert und gibt zu, dass er sich nicht treu geblieben ist, sich als Barça-Trainer verstellte und anpasste – was auch ein Grund für seine missglückte Amtszeit war: “Ich war nicht ich selbst. Wenn du bei einem Verein von der Dimension Barças unterschreibst, weißt du, dass die Dinge nicht einfach sein werden, obwohl du die besten Spieler der Welt hast. Die Realität ist, dass ich weder ich selbst sein konnte, noch habe ich getan, was ich tun musste.”

Die 2:8-Schmach habe auch ihn als Trainer “ungeheuer geschädigt” gab Setién zu: “Du gehst mit dieser Niederlage in die Geschichte Barças ein. Ich nehme meinen Teil der Schuld auf mich. Eines Tages werde ich darüber schreiben. Nachdem ich rausgeworfen worden war, fand ich heraus, dass die Entscheidung bereits vor dem 2:8 getroffen worden war. Ich habe alles herausgefunden”, so Setién, der erklärte, er denke aktuell nicht daran, wieder einen Trainerjob zu übernehmen: “Darauf habe ich nicht wirklich viel Lust… Ich fühle mich zu Hause wohl, mit dem Meer, mit den berühmten Kühen. Ich bin über die Trauer hinaus.”

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