Raiola über Haaland-Wechsel zu Barça: “Es ist kompliziert, aber nicht unmöglich”

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Erling Haaland ist heiß begehrt. “Alle großen Klubs wollen ihn”, so Mino Raiola im Interview mit der AS. Der Haaland-Berater macht klar, dass er sehr an einem Sommer-Wechsel des Angreifers von Borussia Dortmund interessiert ist. Auch ein Transfer zum FC Barcelona sei demnach “kompliziert, aber nicht unmöglich”.

In einem Interview mit der spanischen Sportzeitung AS sprach Mino Raiola, Berater von Erling Haaland, über die Zukunft des norwegischen Angreifers von Borussia Dortmund. Dabei machte Raiola diverse Andeutungen, dass er seinen Klienten gerne in diesem Sommer transferieren möchte.

Frage: Sie haben mit einer “Werbetour” nach Barcelona und Madrid Anfang April überrascht.

Raiola: “Wenn ich Ihnen den Grund für die Reise erzähle, werden Sie es nicht glauben. Haalands Vater musste nach Marbella, er wollte reisen und ich auch, denn ich musste Laporta gratulieren und nach Madrid fahren, und wir machten all diese Dinge gleichzeitig. 99 Prozent der Zeit reise ich und niemand weiß, wo ich bin. Das Seltsame ist, dass es in Barcelona kein privates Terminal gibt. Da ist ein Paparazzi 24 Stunden am Tag. Ich glaube, sie haben auf eine Schauspielerin gewartet. Es war kein Sport-Paparazzi. Aber sehen Sie, ich habe auch nichts zu verbergen, ich rede viel mit den Direktoren von Barça oder mit José Ángel Sánchez [Generaldirektor Real Madrid, Anm. d. Red.].”

Hat Haaland Ihnen gesagt, wo er spielen möchte?

“Nein, denn es interessiert mich nicht, dass er es mir jetzt sagt. Er muss es mir sagen, wenn alles klar in meinem Kopf ist und ich ein Menü machen kann, das ich ihm auf den Teller lege: wir haben das, das und das. Und das ist jetzt nicht möglich. Was wir heute wissen, ist, dass Dortmund sehr ernsthaft mit uns gesprochen hat und uns gesagt hat: ‘Wir-verkaufen-ihn-nicht.’ Das ist klar.”

Der BVB will ihn diesen Sommer nicht verkaufen?

“Das ist, was sie gesagt haben. Nun bleibt es abzuwarten, ob dieser Wunsch bis zum 1. September besteht.”

Hängt es nicht auch davon ab, ob der BVB in der Champions League spielen wird?

“Das sagen Sie jetzt. Aber klar, natürlich können wir uns viele Dinge vorstellen. Heute ist das die offizielle Position von Dortmund. Aber ich habe eine andere Position: Ich denke, wenn sich eine gute Gelegenheit bietet und alle zufrieden sind, dann sollte man dies auf den Tisch legen.”

Wie findet man den richtigen Zeitpunkt für einen Wechsel?

“Das weiß niemand. Bleiben ist ein Risiko, wechseln ist auch ein Risiko.”

Man kann sehen, dass Sie offen für die Möglichkeit sind, dass er wechselt.

“In meinem Kopf ist das so, aber in Dortmunds Kopf nicht.”

Mino Raiola: “Ich denke, dass sich jeder Haaland leisten kann. Aber die Frage ist: Kann es sich Madrid leisten, Haaland nicht zu kaufen? Und Barça?”

Gibt es eine Vertragsklausel, die Haalands Abgang im Jahr 2022 erleichtern könnte?

“Sehen Sie, in meiner Agentur gibt es Regeln, die denen in einer Anwaltskanzlei ähneln. Wenn der Fußballer mir vertraut, vertraut er auch darauf, dass alles, was in seinem Leben passiert, mit mir unter die Erde geht. Wenn er darüber reden will, steht es ihm frei, das zu tun. Ich kann nicht und ich will nicht darüber sprechen. Unter anderem, weil es nicht wichtig ist. Wichtiger als jede Klausel ist, ob der Spieler es will oder nicht. Weil Ibrahimovic keine Klausel hatte, hatte Pogba auch keine. In Spanien gibt es Klauseln von 400 Millionen.”

Aber wenn etwas für 2022 unterschrieben wird, wäre Borussia Dortmund doch daran interessiert, ihn in diesem Sommer zu verkaufen und mehr Geld herauszuholen?

“Das müssen Sie die Borussia fragen.”

Ist Haaland mehr an der Premier League oder der La Liga interessiert?

“Haaland ist an zwei Dingen interessiert: Tore zu schießen, denn er ist wie ein Cristiano oder ein Zlatan, er hat diese positive Besessenheit. Und Titel zu gewinnen. Und er wird mit Sicherheit wählen, wo diese beiden Dinge zusammen wahrscheinlicher sind. Es ist sehr schwierig, zu lügen. Wenn ein Verein wie Barcelona oder Madrid daherkommt, große Vereine mit großer Geschichte, ist es schwer, Nein zu sagen. PSG schließt sich dieser Gruppe großer Klubs an, City versucht, dorthin zu gelangen, Juve war schon immer dabei. Es spielt auch eine Rolle, in welcher Liga sie [die Klubs] spielen. PSG spielt in der schlechtesten Liga der Großen. Die Bayern sind schon in einer attraktiven Liga, aber wir wissen, dass sie diese immer gewinnen. In Spanien sind es drei [Teams] mit einer Chance…”

 

Kann sich Real Madrid Haaland leisten?

“Ich weiß es nicht, denn ich habe ihre Finanzen nicht studiert. Aber ich denke schon. Ich denke, dass ihn sich jeder leisten kann. Aber die Frage ist: Kann es sich Madrid leisten, Haaland nicht zu kaufen? Und Barça?”

Nun, für Barcelona ist es schwieriger.

“Es ist kompliziert, aber nicht unmöglich. Das ist die Aufgabe eines Vereinsmanagers. Für Vereine gilt das Gleiche wie für Spieler. Ein Zug fährt vorbei – was was macht man, nimmt man ihn oder man ihn nicht. Und das ist die große Frage.”

Real Madrid scheint in diesem Sommer eher auf der Suche nach Mbappé zu sein.

“Das Problem für die großen Clubs ist folgendes: Mbappé hat noch ein Jahr Restvertrag. PSG kann zwei Dinge tun. Entweder das, was Borussia Dortmund vor Jahren mit Lewandowski gemacht hat, ihn nicht verkaufen und ihn ablösefrei gehen lassen, was eine sehr mutige Haltung ist – oder sie können ihn jetzt verkaufen. Es kommt auf den Verein an, den Spieler…”

Aber Haalands Zukunft, sofern diese bei Real Madrid liegen soll, hängt ein bisschen von Mbappé ab.

“Die Zukunft eines Fußballers hängt nie von einem anderen Fußballer ab. Es hängt von ihm selbst ab. Man muss wissen, dass in den großen Klubs Messi und Neymar nebeneinander existieren können, oder Ronaldinho mit anderen Größen.”

Denkt Haaland, dass er bereit für große Klubs ist?

“Ich denke, die ganze Welt versteht das, nicht nur er. Er hat es bewiesen. Du bist erst bereit für die großen Klubs, wenn diese an dir dran sind. Man muss den Markt sprechen lassen…”

Und was sagt der Markt jetzt?

“Dass er bereit ist.”

Wie viele Teams haben ihn angerufen?

“Alle Großen wollen ihn…”

Alle Vereine der Superliga?

“Die 14 großen Clubs wollen ihn, ja. Jetzt ist es wichtig zu wissen, was die beste Option ist.”

Wird er dorthin gehen, wo sie ihm das meiste Geld zahlen?

“Nein, nein… Meine Aufgabe ist es, den finanziellen Ertrag des Spielers zu maximieren, aber es muss ein wichtiges Projekt sein. So einen Fußballer kann man nicht kaufen, ohne eine Idee oder ein Projekt für die Zukunft zu haben.”

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Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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