Rousaud: „Jemand hat seine Hand in der Schatulle“

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Emili Rousaud, zurückgetretenes Vorstandsmitglied des FC Barcelona, erhebt schwere Vorwürfe gegen Josep Maria Bartomeu: Von Veruntreuung und Korruption rund um den Social-Media-Skandal der Firma I3 Ventures ist die Rede. Der Verein streitet die Vorwürfe ab.

Emili Rousaud erhebt nur Stunden nach seinem Rücktritt schwere Vorwürfe. Das mittlerweile zurückgetretene Vorstandsmitglied gab erneut ein Radiointerview, wie schon vor wenigen Tagen attackierte der Ex-Vizepräsident Josep Maria Bartomeu – der Rousaud erfolgreich geschasst hat.

Gegenüber RAC1 sagte Rousaud: „Ich glaube, jemand hat seine Hände in der Schatulle.“

Rousaud spielte damit auf den Social-Media-Skandal um die Firma I3 Ventures an. Das Unternehmen hatte eine Million Euro erhalten, um – so heißt es offiziell von Bartomeu – Aktivitäten auf Social Media zu untersuchen und zu beobachten.

Herausgekommen war aber, dass I3 Ventures Hetz- und Verleumdungskampagnen gegen ‚Gegner‘ Barcelonas führte, offenbar mit dem Ziel, den Ruf dieser zu beschädigen und so die öffentliche Meinung zu steuern und Follower zu beeinflussen. Diese Dienste ließ sich der FC Barcelona erstaunlicherweise eine Million Euro kosten – eine exorbitante Summe und alles andere als ein marktgerechter Preis. Das ergaben sogar Ermittlungen der externen Rechnungsprüfer, erklärte Roussaud. Mehr noch: die Überweisungen an I3 Ventures seien in mehrere Beträge von jeweils unter 200.000 Euro aufgeteilt worden, damit sie nicht von der Prüfungskommission des Klubs erfasst werden.

Daher erhob Rousaud nun schwere Vorwürfe: „Sie zahlen eine Million Euro für einen Job, der einen Marktpreis von 100.000 Euro hat. Ich glaube, jemand hat seine Hände in der Schatulle. Ich weiß nicht wer das tut, aber man kann einen Verdacht haben…“ 

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Rousaud erklärte zudem, dass es gut sein könne, dass weitere Mitglieder aus dem Aufsichtsrat zurücktreten würden. Am späten Donnerstagabend waren er und die Vorstandsmitglieder Enrique Tombas, Silvio Elias, Josep Pont, Maria Teixidor und Jordi Calsamigla geschlossen von ihren Ämtern zurückgetreten – aus Protest gegen den Führungsstil Bartomeus. Dieser hatte zuvor vier Mitglieder zum Rücktritt gedrängt, darunter Rousaud.

 

Barça wehrt sich gegen Rousauds Anschuldigungen

Gegen Rousauds heftige Anschuldigung der Veruntreuung wehrte sich der FC Barcelona in einem offiziellen Statement. Der Verein schreibt in einer Mittelung: „In Anbetracht der schwerwiegenden und unbegründeten Anschuldigungen, die Emili Rousaud, ehemaliger institutioneller Vizepräsident des Klubs, heute Morgen in verschiedenen Interviews mit den Medien erhoben hat, bestreitet der FC Barcelona kategorisch jede Aktivität, die als Korruption bezeichnet werden kann, und behält sich daher das Recht vor, entsprechende rechtliche Schritte einzuleiten.“

Ferner heißt es in dem Statement, dass Barcelona die Wirtschaftsprüfungsfirma PriceWaterCoopers (PWC) beauftragt habe, die Situation rund um den Vertrag mit I3 Ventures zu untersuchen, diese Untersuchung „sei noch in Arbeit, demzufolge können noch keine Schlussfolgerungen gezogen werden, wobei der Klub seit Beginn des Prozesses alle von PWC angeforderten relevanten Informationen zur Verfügung gestellt hat“.

Derweil soll nach dem Rücktritt der sechs Vorstandsmitglieder die „Neuorganisation des Vorstands in den nächsten Tagen abgeschlossen werden“, heißt es in der Mitteilung zudem, „um der Herausforderung der Endphase des Mandats [Bartomeus] bestmöglich zu begegnen, mit dem Ziel, die notwendigen Maßnahmen zur Vorbereitung der Zukunft des Klubs umzusetzen“.

Von Neuwahlen, wie von Rousaud und Co. in dem Rücktrittsschreiben vorgeschlagen, will Präsident Bartomeu weiterhin also nichts wissen. 

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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