Schulden, Stadion, Super League, Transfers: Laporta fordert „Geduld und Optimismus“

StartNewsSchulden, Stadion, Super League, Transfers: Laporta fordert "Geduld und Optimismus"
- Anzeige -
- Anzeige -

Joan Laporta sprach auf seiner ersten Pressekonferenz seit seinem Amtsantritt als Präsident des FC Barcelona über Trainer Ronald Koeman, den Stand über die Vertragsverhandlungen mit Lionel Messi, die finanzielle Situation des Vereins, das Stadionprojekt „Espai Barça“ und die Super League.

Auf seiner ersten Pressekonferenz seit seinem Wahlsieg Anfang März sprach Barça-Präsident Joan Laporta über die sportliche und finanzielle Situation des Vereins sowie seine Zukunftspläne für den FC Barcelona.

Joan Laporta…

…über den Anlass der Pressekonferenz:

„Wir wollen uns erklären. Wir haben eine gewisse Ungeduld im Umfeld des FC Barcelona festgestellt und dieses möchte, dass wir uns erklären. Wir sind inmitten der Saison gekommen und bringen ein Projekt zu Ende, das nicht funktioniert hat. Wir starten jetzt ein neues Projekt, das vielen Barça-Fans gefallen und die ökonomische Situation verändern wird. Ich wollte mich den Medien präsentieren und alle Fragen beantworten.“

…über Trainer Ronald Koeman und dessen Zukunft beim FC Barcelona: „Wir haben ihm von Anfang an gesagt, dass wir am Ende der Saison seine Arbeit bewerten werden. Wir haben den Trainer immer mit Respekt behandelt und seine Arbeit bewundert. Er hat immer noch einen Vertrag für die nächste Saison.“

…über den weiteren Plan, wie mit Koeman umgegangen wird: „Wir werden uns nächste Woche mit dem Trainer zusammensetzten, alle Aspekte besprechen und zusammen entscheiden, wie es weitergehen soll. Wir beziehen in diese Entscheidung alles ein, was in der letzten Saison passiert ist. Wir haben den Trainer nicht geholt – von daher ist es wichtig, mit ihm zu sprechen und herauszufinden, ob wir die gleiche Vorstellung für die Zukunft Barças haben. Er passt in das Profil, dass wir für unser neues Projekt brauchen. Die Beziehung zu ihm ist gut und gesund.“

…angesprochen auf Xavi: „Wir respektieren Koeman und er hat einen laufenden Vertrag. Schreibt ihn bitte nicht ab. Xavi wird ein großartiger Trainer werden. Natürlich gibt es Gerüchte, dass ich ihn hier haben möchte, da er ein guter Freund von mir ist.“

…auf die Frage, ob Pep Guardiola sein Traumtrainer wäre: „Ich bin nicht hier, um über Träume zu reden – hier geht es um die Realität. Wenn wir über ihn sprechen, dann nur, dass ich ihm für das Champions-League-Finale die Daumen drücke.“

…über die Zukunft von Lionel Messi beim FC Barcelona: „Wir wissen, dass es ein heiß diskutiertes Thema ist. Die Gespräche über einen neuen Vertrag laufen gut, es ist aber noch nicht beschlossen. Wir hoffen, dass Leo einen neuen Vertrag akzeptiert. Unsere Beziehung zu ihm ist sehr gut – Leo liebt den Verein und wir alle hoffen, dass er hier bleibt. Er möchte geliebt werden und seitdem ich wieder da bin, erhält er diese Zuneigung und Bewunderung wieder. Er ist von unserem Projekt begeistert. Ich bin leicht optimistisch, dass er bleibt.“

…Neuzugänge: „Wir kämpfen darum, die finanzielle Situation zu verbessern und wir sicher, dass wir es schaffen. Auf dem Markt kämpfen alle Vereine darum, ihre Spieler zu tauschen. Es ist ein harter Job für unsere Führung, unseren Geschäftsführer. Ich bin optimistisch, wir werden für die nächste Saison ein konkurrenzfähiges Team haben.“

…über den erhöhten Fokus auf das Basketball-Team: „Wir wollen uns noch mehr auf diesen Bereich fokussieren. Aus trainertechnischen und sportlichen Gründen glauben wir, dass wir den Trainer wechseln müssen. Wir haben großen Respekt vor ihm, es ist eine rein sportliche Entscheidung. Wir glauben, dass wir einen neuen Coach brauchen, um der Mannschaft eine neue Energie und Impulse zu geben.“

…über die Teilnahme an der Super League: „Als wir im März übernommen hatten, war das Projekt schon sehr weit fortgeschritten. Für den Verein war es sehr wichtig, daran teilzunehmen, da Barça immer mit auf dem aktuellen Stand sein und die Entwicklung des Weltfußballs mitbestimmen sollte. Wir kamen zu dem Entschluss, dass wir an diesem Projekt teilnehmen sollten, doch wir wissen, dass uns der Verein nicht gehört – von daher sollen die Mitglieder über eine Teilnahme entscheiden. Ich habe UEFA-Präsident Čeferin bereits gesagt, dass wir uns für die Teilnahme nicht entschuldigen werden und keinerlei Strafe zahlen. Falls es dazu kommen sollte, werden wir das vor dem Sportgericht klären und sicherlich gewinnen.

…über die finanzielle Situation des Vereins: „Wir haben 1,2 Milliarden Euro Schulden und sprechen von 300 Millionen Euro an Verlusten. Momentan gehen wir durch eine schwere Zeit und haben viele Probleme. Nicht nur Barça, auch viele andere Vereine haben finanzielle Probleme, vor allem die kleinen Vereine. Präziser kann ich nicht sein, da die Finanzprüfung erst im Juli abgeschlossen ist. Am 20. Juni werden wir eine Versammlung und dann mehr Informationen haben. Wir müssen viele Dinge klären. Manche Probleme machen uns Sorgen, andere waren eine positive Überraschung und wieder andere sind sehr kompliziert. Wir sind unzufrieden mit dem geringen Tempo, mit dem die Probleme aktuell gelöst werden. Wir müssen die Gehälter der Spieler anpassen. Wir erhalten zwar nahezu täglich Angebote von Investoren, aber ich bin mir sicher, dass innerhalb von zwei Saisons der Verein aus eigner Kraft finanziell gesund sein wird.“

…auf die Frage, ob er eine Nachricht an die Mitglieder richten möchte: „Sie sollten geduldig und optimistisch bleiben. Die nächste Saison wird erfolgreicher verlaufen.“

…auf die Frage, ob es ohne eine Bezugsperson wie Johan Cruyff schwerer für ihn werden wird: „Wir sind alle von ihm inspiriert. Das System ist nach seinem Vorbild gestaltet und die Mannschaft soll genau so spielen, wie er es sich vorgestellt hatte. Wir sind alle Cruyffisten: Wir sind mutig und spielen schönen und erfolgreichen Fußball.“

…über die Situation mit dem Trikotsponsor Rakuten: „Wir würden gerne mit dem Unternehmen weitermachen und befinden uns in Gesprächen mit Herr Mikitani. Aber wir haben auch andere Angebote für das Sponsoring auf dem Barça-Trikot.“

…über das Stadion-Projekt „Espai Barça“: „Die Finanzprüfung wird das finale Budget für den Stadionausbau bestimmen. Wir werden dem Stadtrat einen verbesserten Plan vorstellen und hoffen, dass wir dann die Lizenz bekommen, um am Camp Nou arbeiten zu können. Das neue Stadion wird ein architektonisches Meisterwerk, das viele Fußballfans über mehrere Generationen begeistern wird. Es steht aber fest, dass wir für eine möglichst kurze Zeit nach Montjuïc in das Olympische Stadion umziehen müssen, bis das neue Dach fertiggestellt wird.“

 

…über seine Beziehung mit La-Liga-Präsident Tebas: „Ich war überrascht, denn als ich privat mit ihm sprach, wir haben uns gegenseitig respektiert und zeigten Bewunderung füreinander. In der Öffentlichkeit gibt er sich immer als harter Hund und kommt aggressiv rüber. Aber in Dialogen ist er ganz anders. Natürlich haben wir aber andere Ansichten und müssen diese Differenzen gemeinsam klären.“

…auf die Frage, ob ihm der Fußball, den das Team spielt, gefällt: „Ich bin kein Experte, was Taktik und verschiedene Systeme angeht, aber ich liebe Fußball und mir haben nicht alle Dinge gefallen, die wir in der letzten Saison gezeigt haben. Das Rückspiel in der Champions League zum Bespiel (1:1 im Achtelfinale gegen PSG, Hinspiel 1:4; d. Red.) hat mir gefallen. Wir haben dominiert und eine gute Leistung gezeigt. Die Einstellung hat mir gefallen und die Mannschaft hat gespielt, wie es beim FC Barcelona verlangt wird. Wir haben zwar den Pokal gewonnen, aber das Saisonfinale war ein Desaster.“

                            

 

- Anzeige -

AKTUELLE USER-KOMMENTARE