Sergi Roberto: Barça “das beste Team der Liga” – Chelsea international als Vorbild

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Sergi Roberto hält den FC Barcelona auch ohne Lionel Messi für gerüstet. National sieht er keine bessere Mannschaft als die Blaugrana, international möchte man sich am FC Chelsea orientieren, der “ohne einen Superstar, aber als großartiges Team” triumphiert habe. 

In einem Interview mit der katalanischen Zeitung La Vanguardia sprach der 29-Jährige außerdem über seinen physischen Zustand, seine bevorzugte Position sowie die Behauptung, einige Schwergewichte im Team hätten sich strikt gegen eine Reduzierung ihres Gehalts ausgesprochen und den Messi-Abgang vor dem Hintergrund der von La Liga vorgeschriebenen Gehaltsobergrenze damit ebenfalls zu verantworten.

Sergi Roberto über…

…seine körperliche Verfassung, nachdem er vergangene Saison durch Verletzungen immer wieder zurückgeworfen wurde: “Mir geht es viel besser. Ich habe den ganzen Sommer lang sehr hart gearbeitet, um in die bestmögliche Form zu kommen. Letzte Saison lief bis November alles gut, dann habe ich mich verletzt und wurde zudem auch noch positiv auf das Coronavirus getestet. Mich daher Zuhause von der Verletzung zu erholen, war nicht ideal, ich schleppte sie mit und erlitt dann einen Rückfall. Ich wollte der Mannschaft helfen, sah aber, dass ich es nicht konnte. Die letzte Saison muss man vergessen. Als ich die Verletzung an der Ferse hatte, war es so, dass ich mit Schmerzen spielte. Das hindert dich daran, gute Leistungen zu bringen. Ich habe darüber nachgedacht und es wäre besser gewesen, wenn ich pausiert hätte. Wenn du alles geben willst, musst du bei 100 Prozent sein.”

…seine Hauptposition in dieser Saison:

“Die Frage stelle ich mir jedes Jahr, aber da wir über zwei Rechtsverteidiger verfügen und so, wie die Trainingseinheiten und Spiele bisher laufen, sehe ich mich mehr im Mittelfeld. Ich habe Lust, dort zu spielen, aber der Trainer entscheidet es natürlich.”

…Lionel Messis Nachricht an das Team, das er den FC Barcelona verlässt: “Er hat es uns mitgeteilt und uns damit alle überrascht. Als wir aus Deutschland zurückkamen, hielten wir es für selbstverständlich, dass er nun kommen würde, um mit uns zu trainieren. So wollten er und der Klub es ja auch. Beim Abschied waren wir dann alle in einem Schockzustand, und wir sind es immer noch.”

…das Spiel bei Barça ohne Messi: “Alles ändert sich. Du hattest den Besten der Welt und alle offensiven Spielzüge gingen über ihn. Er hat 40 Tore gemacht, war überall. Wir arbeiten bereits an den Automatismen ohne ihn. Wir müssen geeinter denn je sein, eine kompaktere Mannschaft mit und ohne den Ball, zusammen vorne Druck machen. Wenn wir die 40 Tore von Messi nicht kompensieren können, dann versuchen wir eben, 30 zu schießen und zehn Tore weniger zu kassieren. Man muss es ausbalancieren. Wir haben einen sehr guten Kader. Wenn ich mir alle Mannschaften der Liga anschaue, dann bin ich überzeugt, dass unsere die beste ist.”

…Messis Empfang bei Paris Saint-Germain: “Es ist unmöglich, das nicht zu sehen. Es taucht überall auf und lässt sich sehr seltsam fühlen. Wir haben ihn von kleinauf immer bei Barça gesehen. Wir werden ihn sehr vermissen, ihn niemals vergessen. Es wird für uns immer komisch sein, ihn in einem anderen Trikot zu sehen, denn wenn man an Leo denkt, denkt man an Barça. Wir können im Team immer noch nicht glauben. Uns fehlt der wichtigste Spieler der Vereinsgeschichte, das wird uns eine Menge kosten. Uns und allen.”

…die Behauptung, viele Leistungsträger hätten eine Gehaltskürzung zum Wohle des Klubs abgelehnt und so auch dazu beigetragen, dass Messi gehen musste: “Es ist völlig falsch. Letztes Jahr haben wir die Gehaltskürzung akzeptiert und der gesamte Kader war vom ersten Moment an offen, um dem Verein zu helfen, zusammenzuarbeiten, damit er finanziell stabil ist. Auch als Laporta gekommen ist, haben wir ihm gesagt, dass wir dazu bereit sind. Mein Vertrag läuft diese Saison aus und ich werde zu geringeren Bezügen verlängern. Wir helfen und verstehen die Schläge nicht, die uns gegenüber verteilt werden. Sie haben keinen Sinn.”

…entsprechende Pfiffe gegen Spieler bei der Trofeo Joan Gamper gegen Juventus wegen der angeblichen Geldgier“Wenn dich deine Fans auspfeifen, ist das nicht angenehm. Erst recht nicht, wenn das auf der Basis von Informationen geschieht, die nicht wahr sind. Wir Spieler waren diejenigen, die am meisten wollten, dass Leo bleibt. Wir hätten unser Bestes gegeben, aber das Problem ging über die Spieler hinaus.”

…Ambitionen in der Champions League: “Das Niveau ohne Leo sinkt, aber man muss sich davon erholen. Chelsea gewann die Champions League ohne einen Superstar, aber als großartiges Team. Das muss unser Ziel sein.”

…Meister Atlético Madrid als vermeintlicher Titelfavorit in La Liga: “Sollen sie es sein, damit haben sie mehr Druck. Aber ich sehe die Liga sehr ausgeglichen. Hoffentlich gewinnen wir sie.”

…die Verarbeitung des Todes seiner Mutter Ende 2019: “Es ist sehr wichtig, darüber zu sprechen. Der Kopf ist manchmal viel wichtiger als die Beine. Viele Sportler haben sich geöffnet, es ist wichtig, über psychische Gesundheit zu sprechen. Ich selbst hatte keine psychologische Hilfe, aber manche Kollegen schon. Es muss normalisiert werden. Du musst dir sagen: ‘Ich muss aufhören, ich halte mich nicht für fit.’ Wie bei körperlichen Beschwerden. Ich hatte sehr schwere Zeiten, als meine Mutter starb, umgab ich mich mit den engsten Menschen.”

 

Filip Knopp
Redakteur und Sportjournalist
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