Slapstick-Eigentor und Acht-Tore-Krimi: Spanien ringt Kroatien in verrückter Partie nieder

StartNewsSlapstick-Eigentor und Acht-Tore-Krimi: Spanien ringt Kroatien in verrückter Partie nieder
- Anzeige -
- Anzeige -
- Advertisement -

Was für ein Spiel! Es begann kurios und ging turbulent und hochklassig weiter. Nach einem aberwitzigen 5:3 nach Verlängerung zieht Spanien gegen Kroatien ins Achtelfinale der Europameisterschaft ein. Torwartfehler, Traumtore, ein Comeback, Verlängerung: Dieses Spiel hatte wirklich alles.

Der Spanier nennt so ein Spiel ein ‘Partidazo’, ein Riesenspiel, ein Superspiel. Es war ein wahres Fußballfest, das besonders neutrale Fans erfreut haben dürfte: Am Ende eines wahnwitzigen Krimis hatte Spanien den längeren Atem und setzte sich nach Verlängerung mit 5:3 gegen tapfer kämpfende Kroaten durch, wodurch La Roja das Ticket für das Achtelfinale gebucht hat.

Pedris Eigentor – Simons Blackout 

Dabei begann das Spiel wie erwartet: Spanien hatte den Ball und gute Chancen, konnte diese aber nicht verwerten. Koke und Morata vergaben für die anfänglich klar bessere spanische Selección. Doch dann passierte das schier unglaubliche, ein Slapstick-Eigentor, das in keiner EM-Rückschau fehlen wird. Pedri spielte aus dem Mittelfeld einen Ball zurück zu Keeper Unai Simon, dem sprang der Ball bei der Annahme über den Schlappen und kullerte ins Tor (20.). Die UEFA wertete es als Eigentor von Pedri, dabei war Simon sogar noch am Ball.

 

Kroatien kommt nach Zwei-Tore-Rückstand zurück

La Roja brauchte ein wenig, um sich von diesem Nackenschlag zu erholen, der Ausgleich gelang dann durch Sarabias Rebound kurz vor der Pause (38.). Nach dem Seitenwechsel sah es dann eigentlich danach aus, als hätte Spanien alles im Griff. Erst brachte Rechtsverteidiger Azpilicueta La Roja per Kopf in Front (57.), dann machte Ferran Torres vermeintlich alles klar (3:1, 78.). Doch Kroatien gab nicht auf, in der Schlussphase begann das Team von Luis Enrique plötzlich zu schwimmen. Orsic erzielte aus kurzer Distanz das Anschlusstor, das mit bloßem Auge gar nicht zu erkennen war (85.), die Torlinientechnik auf der Uhr von Schiedsrichter Cakir zeigte den Treffer an – und dieser beflügelte Hrvatska so sehr, dass Pasalic in der Nachspielzeit per Kopf sogar das nicht mehr für möglich gehaltene 3:3 glückte (90.+2). Verlängerung!

Simon macht Lapsus wieder gut – Morata weltklasse

Kroatien hatte das Momentum auf seiner Seite und in der Verlängerung dann auch die Monsterchance aufs 4:3 auf dem Fuße, doch Hoffenheims Kramaric scheiterte aus kurzer Distanz am hervorragend reagierenden Simon, der damit seinen katastrophalen Lapsus wiedergutmachte. Dieser Fehlschuss sollte sich rächen: Der vielgescholtene Morata pflückte auf der Gegenseite die Kugel per Brust runter und drosch sie hoch ins Netz – ein Traumtor für jeden Mittelstürmer (100.), nur drei Minuten später machte Oyarzabal dann endgültig alles klar (5:3, 103.). Den Rest der Verlängerung verwaltete Spanien das Geschehen abgeklärt, die tapferen und müden Kroaten waren nun endgültig geschlagen. 

Busquets: “Das war ein sensationelles Spiel”

So zog Spanien im mit Abstand besten Spiel der Europameisterschaft ins Achtelfinale ein, wo nun entweder Frankreich oder die Schweiz wartet. Wieder richtig stark agierte bei Spanien übrigens Pedri, während Busquets in dieser Partie nicht immer auf der Höhe war. Der dritte Starter in Luis Enriques Elf war Eric Garcia. Jordi Alba stand überraschend nicht in der Startelf, wurde nach Gayas Verletzung aber eingewechselt. “Das war ein sensationelles Spiel”, kommentierte Busquets, in der Verlängerung ausgewechselt, das gerade Geschehene nach Abpfiff: “Wir hatten immer Vertrauen in uns. Wir verbessern uns bei diesem Turnier von Spiel zu Spiel. Wir haben durchweg Charakter gezeigt.”

Jetzt auf die EM tippen bei Interwetten.de!

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
- Anzeige -
- Anzeige -

AKTUELLE USER-KOMMENTARE