Tito Vilanova: „Ich werde Barças Trainer sein”

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Die spanischen Journalisten hatten am gestrigen Freitag alle Hände voll zu tun. Zunächst teilte Víctor Valdés am Vormittag die Entscheidungsgründe für seine Absicht, seinen Vertrag nicht zu verlängern, mit. Am Nachmittag sprach Carles Puyol über seine Knieverletzung und am Abend wurde der Presse-Marathon von Tito Vilanova

abgeschlossen, der sich über seine Zukunft, Neymar, Abidal und einige weitere Spieler ausließ. „Ich kann es nicht deutlicher, nicht lauter sagen. Es gibt nichts zu klären. Ich werde Barças Trainer in der nächsten Saison sein”, das war mit Sicherheit Vilanovas bedeutendste Kunde am gestrigen Abend, die allen Gerüchten um seine Zukunft den Nährboden entzog.

Der Trainer würde allerdings verstehen, wenn der Verein sich während seines krankheitsbedingten New York-Aufenthalts nach einem Nachfolger umgesehen hätte; er würde es sogar verstehen, wenn der FC Barcelona jetzt die Entscheidung träfe, mit einem anderen Trainer weiterzumachen. Grund zur Besorgnis bestehe derzeit aber nicht. „Keiner kann sagen, was die Zukunft bringt. Die Ärzte sagen mir, ich solle nach vorne blicken und das tue ich”, so Tito Vilanova.

Wenn Vilanova den Blick in die Zukunft schweifen lässt, dann dürfte ihm als Erstes der kommende Montag vor das geistige Auge treten, der Tag der Präsentation des Stürmerstars Neymar, auf dem viele Hoffnungen für die neue Saison ruhen. Vilanova ließ es sich nicht nehmen, Neymar in den höchsten Tönen zu loben, legte aber zeitgleich einige interessante Gedankengänge offen, die den konkreten Einsatz von Neymar beim FC Barcelona betreffen.

Er ist ein Spieler, der auf unterschiedlichen Positionen spielen kann, nicht nur auf dem linken Flügel. Er kann auch hinter dem Mittelstürmer spielen. Wir denken, dass er sich leicht anpassen wird; er ist ein sehr talentierter Spieler. Er hilft der Mannschaft zu verteidigen und taktisch werden wir ihm helfen, sich an den spanischen und europäischen Fußball anzupassen. Wir sollten uns in Erinnerung rufen, dass alle großen europäischen Teams ihn wollten und wir sind uns sicher, dass er auf einem hohen Niveau spielen wird. Er kann Tore schießen, und das ist etwas, was wir brauchen.

Sobald Neymar beim FC Barcelona auf Torejagd geht, wird ein bestimmter Spieler bei den Feierlichkeiten vor dem gegnerischen Tor fehlen. Éric Abidal gab am Donnerstag seinen Abschied bekannt und sorgte damit für Bestürzung bei den Fans, die ihren Ursprung nicht nur in der sportlichen Lücke hat, die er hinterlässt, sondern insbesondere in seiner menschlichen Natur, die den Anhängern fehlen wird. Monatelang haben sie mit dem französischen Linksverteidiger gebangt und gezittert, sich über seine Genesung gefreut, als seien sie selbst von einem Leiden erlöst worden, und als er dann nach langer Zeit im Camp Nou sein Comeback gab, schien wieder alles in rechten Bahnen zu verlaufen, die letzten Zweifel verstummten unter der Gänsehaut, hervorgerufen durch die Sprechgesänge und Ovationen der Fans, die noch stundenlang nach dem Spiel nachhallten. Sie hatten Abidal in ihr Herz geschlossen, ein Herz, das am Donnerstag gebrochen wurde, jenem Tag, an dem der Linksverteidiger seinen Weggang verkündete – unfreiwillig, denn wenn es nach Abidal ginge, würde er auch in der kommenden Saison nur Primärfarben tragen.

„Es war eine einvernehmliche Entscheidung des Vereins, nicht zu verlängern. […] Ich fühle mich schrecklich deswegen. Wir wissen, dass wir keinen anderen linksfüßigen Innenverteidiger mit diesen Eigenschaften finden können, wir wissen aber auch, dass sein Fall außergewöhnlich ist. Ich hoffe, dass er zu einem großen Verein geht und die Chance erhält zu zeigen, dass er weiterhin auf einem hohen Niveau spielen kann”, erzählte Vilanova, ohne auf die genauen Beweggründe für die Entscheidung der Vereinsführung einzugehen.

Durch den Weggang von Abidal und die Verletzungsanfälligkeit von Puyol erscheint die Verteidigung der Katalanen zum jetzigen Zeitpunkt etwas ausgedünnt, ein Umstand, der auch Vilanova nicht entgangen ist. Entgegen der Gerüchte, nach denen sich der Trainer mit einem Anlernen von Adriano auf der Position des Innenverteidigers zufriedengibt, sieht Vilanova durchaus Bedarf für eine personelle Verstärkung in der Innenverteidigung. „Wir müssen uns auf dieser Position verstärken, das habe ich immer gesagt. Wir hoffen, dass Puyol sich gut erholen wird und uns in der nächsten Saison weiterhelfen kann.”

Womöglich muss die personelle Verstärkung sogar umfassender ausfallen, als bisher vermutet. Valdés, Villa und auch Thiago könnten diesen Sommer den Verein verlassen, was für den Trainer jedoch nicht zwingend ist. Vilanova über Valdés’ Entscheidung, seinen bis 2014 laufenden Vertrag zu erfüllen: „Soweit es mich betrifft, habe ich keine Probleme damit, wenn er ein weiteres Jahr bleibt. Sein Verhalten war immer beispielhaft.”

Überraschenderweise ist Vilanova auch einem Verbleib von David Villa nicht unbedingt abgeneigt. Der Abgang des mit Arsenal London und Tottenham Hotspurs in Verbindung gebrachten Spielers galt bisher als gewiss, doch Vilanova scheint mit dem Spieler zufrieden zu sein. „Wir haben nicht mit ihm gesprochen. Mein Urteil über ihn und seine Arbeit ist sehr positiv”, meint Vilanova.

Über eine positive Entscheidung von Thiago Alcántara hinsichtlich einer weiteren Zusammenarbeit würde sich der Chefcoach freuen. „Ich kann nur sagen, dass er ein sehr geschätzter Spieler ist. Er ist Barças Zukunft und wir würden uns freuen, wenn er bleiben würde. Die Entscheidung liegt aber bei ihm.”

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