Türchen Nr. 12 – La Liga in der Nachschau

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In unserem 12. Türchen blicken wir für euch einmal zurück auf die bisherige Hinrunde. 15 Spieltage haben wir bis jetzt hinter uns und ein Blick auf die Tabelle lässt vermuten, dass nicht alles so lief, wie man es vor Saisonbeginn erwartet hätte. Inwieweit dieser Blick die bisherigen Leistungen widerspiegelt und was man zukünftig von den Mannschaften erwarten kann, könnt ihr hier nachlesen.

Das Spitzentrio zieht davon

FC Barcelona, Atlético Madrid und Real Madrid sind wie schon in der vergangenen Spielzeit das Maß aller Dinge – mit einem kleinen Unterschied: Atlético steht Punktgleich mit Barça an der Spitze, Real drei Punkte dahinter, und schoss schwächere Gegner regelmäßig mit Kantersiegen ab und besiegte den Stadtrivalen im direkten Duell sogar. Wo patzte das Trio denn überhaupt? Barcelona, mittlerweile seit 480 Tagen auf Platz Eins der Liga, gab gegen Osasuna und nun auch mit der ersten Saisonniederlage gegen Bilbao Punkte her. Atlético verlor gegen Espanyol und teilte sich die Punkte mit Villarreal; Real Madrid hat ebenfalls ein Unentschieden gegen Villarreal auf dem Konto und verlor zudem, wie sicher noch jeder weiß, gegen die beiden Führenden. Wo führt der Weg in dieser Saison hin? Nun, schlechter als Platz drei wird keine der Mannschaften werden. Dafür ist der Abstand nach unten zu groß und die bisherigen Auftritte zu gut, als dass man solch ein Absacken erwarten kann. Bleibt noch offen, ob Atlético mit um die Meisterschale kämpfen kann oder bald zurückfallen wird. Von vornherein rechnete man natürlich mit einem Duell der beiden großen, Barça und Real, doch sollte man den „kleineren“ der beiden Hauptstadtclubs keineswegs abschreiben. Ein baldiges Abreißen zur Spitze ist nicht vorauszusehen und so ist es durchaus möglich, dass alle drei bis zum Schluss reelle Chancen auf den Meistertitel haben können.

Ein Aufsteiger, der begeistert

Wie ihr euch sicher denken könnt, ist hier die Rede vom FC Villarreal. Wer sich einmal ein Spiel dieser Mannschaft angeschaut hat, weiß, dass bei diesem Team nicht nur die Ergebnisse stimmen, sondern die Spielweise auch sehr ansehnlich ist. Mit schnellem und präzisem Kurzpassspiel stellt das „Gelbe U-Boot“ viele Gegner vor große Probleme. Doch wie viele ander auch verlor Villarreal im San Mamés gegen Athletic Bilbao. Die Basken stehen in der Tabelle einen Punkt weiter vorn auf dem 4. Rang und das nicht zuletzt dank ihrer Heimstärke und der Gabe, bereits verloren geglaubte Spiele zu drehen. Sollte es vielleicht endlich wieder mit einem Champions-League-Platz klappen? Letztendlich ist es beiden Teams zuzutrauen, sich den begehrten Platz zu sichern – wenn nicht noch jemand von hinten kommt.

Wer kommt noch ins internationale Geschäft?

Wenn man davon ausgeht, dass die ersten fünf Mannschaften schon gesetzt sind, bleibt nur noch eine Platzierung übrig, bei der man sich für die Europa League qualifizieren kann. Eventuell reicht auch der 7. Platz aus, was aber von den Ergebnissen im Pokal abhängt, da primär dort ein Ticket vergeben wird. In dieser Zone der Tabelle haben wir Real Sociedad und den FC Getafe zusammen mit 23 Punkten. Bei Letzteren scheint diese Position etwas überraschend. Gegen Atlético Madrid hagelte es beispielsweise ein 0:7 und auch sonst zeigen die Jungs eher schwankende Leistungen. Punktmäßig sieht es zwar momentan gut aus, doch ist davon auszugehen, dass der Club noch Positionen einbüßen wird. Anders sieht es mit San Sebastián aus: In der letzten Saison sprang schon ein Champions-League-Platz heraus. Zwar scheiterte man dort deutlich, doch in der Liga geht es nach einem dürftigen Start bergauf – für die Basken könnte also alles drin sein.
Doch auch beim FC Sevilla läuft die Saison jetzt immer besser. Nach fünf Spieltagen lagen die Andalusier noch enttäuschend auf dem allerletzten Platz – nun geht es auch bei ihnen vorwärts. Für das internationale Geschäft sieht es aber in dieser Saison nicht allzu gut aus, da nur zwei Punkte dahinter der FC Valencia wartet. Von einem echten Top-Verein entfernen sich die Valencianer derzeit immer mehr, doch der jetzige 9. Platz untertrifft noch einmal alle Erwartungen. Man kann eigentlich nur noch davon ausgehen, dass es besser wird, denn ein internationaler Platz für den FC Valencia ist theoretisch Pflicht.

Der Rest der Liga – zwischen Abstiegsangst und Niemandsland

Angefangen von Espanyol Barcelona auf Platz 10 bis Real Betis auf Platz 20 kann man, so böse es klingen mag, alle Mannschaften in einen Topf werfen. Niemand hat ernsthafte Ambitionen nach oben, jeder kann mit einer schlechten Serie auf die Abstiegsränge fallen oder mit einer guten Serie viele Plätze gut machen. Zumindest in dieser Region der Liga ist die Leistungsdichte extrem groß. Gehen wir die Mannschaften einfach mal durch: Espanyol Barcelona startete recht gut und sollte auch am Ende noch in der Mitte der Tabelle zu finden sein. Für den FC Elche als Aufsteiger ist der bis dato 11. Rang erst einmal ein Achtungserfolg, der allerdings nicht überzubewerten ist. Ebenso wie bei den punktgleichen FC Granada und UD Levante kann es auch schnell bergab gehen.

Celta de Vigo zeigt ganz akzeptable Leistungen und sollte sich in der Liga halten können. Besonders eindrucksvoll war ein 5:0-Auswärtssieg gegen Málaga. Diese stehen sogar noch einen Punkt dahinter – nach der letztjährigen Champions-League-Saison eigentlich desaströs! Dahinter folgen nur noch fünf Mannschaften: Rayo Vallecano, auch das „Barça des kleinen Mannes“ genannt, wirkt auf dem Feld zwar gut, doch ergebnismäßig springt nicht viel dabei raus. Bemerkenswert ist, dass das Team die zweithöchsten Ballbesitzanteile in der Liga hat. Für den Klassenerhalt wird es dennoch schwierig. Auch CA Osasuna und Real Valladolid haben wenig vorzuweisen und könnten sich bald verabschieden. UD Almería ist mit dem wohl schwächsten Kader Abstiegskandidat Nummer Eins, schlug sich aber bisher nicht allzu schlecht. Trotzdem ist ein Klassenerhalt höchst unwahrscheinlich. Ganz hinten haben wir noch Real Betis Sevilla. Zwei Siege haben sie auf dem Konto – und das gerade gegen Villarreal und Valencia! Wenn man es neutral betrachtet, könnten die Andalusier besser dastehen. Ob sie das am Saisonende tun werden, werden wir sehen.

Die vier besten Spiele der Hinrunde

Hier haben wir für euch noch eine kleine Auswahl der besten und spannendsten Partien getroffen, die man leider auch ganz schnell wieder vergisst. Fangen wir dabei am 2. Spieltag an. Dort haben wir eine Partie, die das mittelmäßige Auftreten des FC Valencia ganz gut beschreibt:

Im Spiel gegen Valencia hat Espanyol Barcelona für eine kleine Überraschung gesorgt. Vor heimischem Publikum ließen sie den Gegner dank eines herausragenden Pressings kaum aus der eigenen Hälfte kommen. Nichtsdestotrotz brachte Helder Postiga Valencia nach zehn Minuten in Führung. Danach gab es wieder das gleiche Bild: Valencia in der eigenen Hälfte im Ballbesitz, und wenn Espanyol an den Ball kam, wurde es gefährlich – besonders durch La-Masia-Absolvent Sergio García. Nach einer Ecke gab es dann den hochverdienten Ausgleich durch David López, bevor in Hälfte zwei Christian Stuani wie sein Vorgänger mit dem Kopf traf. Hierbei ging ein Freistoß voraus. Bis zum Schluss stand Espanyol dann extrem kompakt und ließ den Valencianern absolut keinen Raum. Thievy entscheid mit dem 3:1 das Spiel letztendlich verdientermaßen zugunsten der Katalanen.

Nun sind wir am 4. Spieltag angekommen – lest selbst, was dort Schönes passiert ist:

Ein absolut spannendes Spiel gab es zwischen dem FC Villareal und Real Madrid. Beide Mannschaften standen bis dahin mit drei Siegen da. Für mindestens eine Mannschaft musste das Siegen jetzt also ein Ende nehmen. In den Anfangsminuten hatte die Abwehr von Madrid sichtbare Probleme, was nach 20 Minuten durch Cani folgerichtig bestraft wurde. Doch noch vor der Pause glich Gareth Bale mit seinem Debüttor aus. Beide Mannschaften hatten in dem Spiel etliche Chancen, wobei der Vorteil leicht beim FC Villareal lag. Trotzdem war es Cristiano Ronaldo, der nach einem Konter in der 64. Minute die Führung für sein Team erzielte. Doch nur fünf Minuten später konnte Giovani dos Santos das Unentschieden wiederherstellen – 2:2. In der Schlussphase hätte auf beiden Seiten noch das Siegtor drin sein können, doch es blieb bei dem letztendlich für Real nicht ganz verdienten Unentschieden.

Und noch ein zweites Mal haben wir Real für euch. Dieses Mal am 7. Spieltag im madrilenischen Derby:

Real Madrid gegen Atlético Madrid ist ein Duell, auf das schon viele lange gewartet haben. Jetzt war es endlich soweit. Schon nach elf Minuten war dann der Ball im Tor von Real: Di María verlor den Ball an Koke, der ihn an Diego Costa weiterleitete. Dieser vollendete zur frühen Führung und zog damit erneut mit Messi in der Torschützenliste gleich. Im weiteren Verlauf gelang Real nach vorne fast gar nichts. Ronaldo erwischte einen völlig schwachen Tag und auch die Einwechslungen von Bale und Modrić nach der Pause konnten nicht viel bewirken. Atlético verteidigte sehr sicher und spielte sich nach vorn noch einige großartige Möglichkeiten heraus. Tiago scheiterte per Kopf, Arda Turan verschoss völlig frei im Strafraum, Costa verstolpert den Ball leicht, als er frei auf den Torwart zulief und Koke traf sogar noch die Querlatte, um nur einige der Chancen zu nennen. In den letzten Minuten wurde dann Real noch gefährlich und hätte fast noch bestraft, dass Atlético die Chancen nicht genutzt hat. Besonders der eingewechselte Morata hätte noch treffen können, doch letztendlich blieb es bei dem hochverdienten 1:0 für die Gäste.

Zu guter Letzt noch eine Partei vom 10. Spieltag. Besonders hier war zu sehen, wie mühselig sich Málaga bis dato anstellt:

Der FC Málaga bekam es mit Celta de Vigo zu tun. Für den letztjährigen Champions-League-Teilnehmer läuft es bisher alles andere als gut und gegen die Gäste von der Westküste konnte nur ein Sieg das Ziel sein. Doch es sollte anders beginnen: Schon nach fünf Minuten brachte Álex López Vigo mit einem sehenswerten Treffer in Führung und Augusto Fernández konnte sogar erhöhen. Bei Málaga lief so gut wie gar nichts zusammen. Auch von der oft gelobten Defensive war nicht viel zu sehen. Celta dagegen ließ wenig zu und ließ sich im Angriff immer wieder etwas Neues einfallen – so entstand Chance um Chance. Das sollte sich auch in der zweiten Hälfte nicht ändern. López traf erneut und auch Nolito und Charles durften sich noch in der Torschützenliste eintragen. Eine 0:5-Heimniederlage ist wohl die größte Demütigung seit langem, für Celta aber gleichzeitig ein Achtungserfolg.

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