„Verlängerung? Natürlich!“: Koeman über Barça-Zukunft, Griezmann, Luuk de Jong und Co.

StartNews"Verlängerung? Natürlich!": Koeman über Barça-Zukunft, Griezmann, Luuk de Jong und Co.
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Ronald Koeman erhofft sich, noch bis zu fünf Jahre lang Trainer des FC Barcelona zu sein. Einer auch vom Klub aus ins Auge gefassten Vertragsverlängerung steht er entsprechend offen gegenüber. Von Neuzugang Luuk de Jong schwärmt der 58-Jährige, Antoine Griezmanns Abgang sei finanziell nötig gewesen.

Ronald Koeman schmückt die Titelblätter der Sport und der Mundo Deportivo. Der Trainer des FC Barcelona stand beiden katalanischen Sportzeitungen zu Interviews Rede und Antwort, sprach dabei unter anderem über seine Zukunft bei der Blaugrana, den Transfermarkt mit den Abgängen von Antoine Griezmann und Emerson Royal sowie der Last-Minute-Verpflichtung von Luuk de Jong.

Von Ansu Fati, Philippe Coutinho, Ousmane Dembélé und Frenkie de Jong erhofft sich der Niederländer in Zukunft eine Menge, dem Champions-League-Hammer gegen den FC Bayern München blickt er bereits mit Freude entgegen.

Ronald Koeman…

…über eine mögliche Vertragsverlängerung: „Ja, das würde mir gefallen. Aber ich will nicht viel darüber reden. Der Präsident hat es am Montag sehr gut gemacht und keine Zweifel am Trainer gelassen, so, wie es sein muss. Alles hängt von den Ergebnissen ab, das ist für jeden Trainer so. Ich bin immer offen, mir Dinge anzuhören und für noch mehr Jahre hier zu bleiben. Ich bin mental stark, brauche aber die Unterstützung seitens des Klubs. Von daher war es vom Präsidenten sehr wichtig, dass er die Dinge klargestellt hat, damit jeder weiß, wie die Situation aussieht.“

„Vor zwei Wochen hatten wir ein Meeting mit meinem Berater, in dem der Klub mir sagte, dass ich mich in meinem letzten Vertragsjahr befinde, sie sehr glücklich seien, sie Perspektive in dem Team sehen und sie möchten, dass ich ein weiteres Jahr bleibe. Ich bin natürlich offen für eine Verlängerung, klar. Ich hoffe, ich kann noch drei, vier oder fünf Jahre Trainer von Barça sein.“

…über seine Beziehung zu Präsident Joan Laporta: „Es gab zwei schwere Momente: am Ende der vergangenen Saison und vergangene Woche. Wir haben ein gutes Verhältnis, unterhalten uns über Dinge und am Ende wollen wir alle, dass Barça erfolgreich ist.

Ronald Koeman: „Ich hatte seit Anfang August Kontakt zu Luuk de Jong.“

…über Luuk de Jong: „Mich hat es immer überrascht, dass Barça selbst in seinen besten Zeiten nicht so einen Spieler wie Luuk im Team hatte. Ich denke, er ist anders als andere Stürmer, die wir haben. Er ist vorne sehr gut, kann ein Spiel verändern, ist erfahren. Ich hatte ihn zwei Jahre lang in der Nationalmannschaft und er bewies mit ziemlich viel Spielen, dass er das Zeug dazu hat, bei uns zu sein.“

„Ich hatte seit Anfang August Kontakt zu Luuk, weil ich dem Klub am ersten Tag bereits gesagt hatte, dass es mir gefallen würde, einen Spieler wie ihn in der Mannschaft zu haben. Wir werden ihn einsetzen und brauchen diese Art von Spieler. In den letzten Tagen des Transfermarkts hat sich dann die Sache mit Griezmann ergeben. Luuks Verpflichtung war in kurzer Zeit möglich, da ich selbst es mit ihm eine Zeit lang vorbereitet hatte.“

…den Verkauf von Emerson Royal: „Von dem Interesse von Tottenham wussten wir einige Tage zuvor bereits – und dann kam das Angebot auf den Tisch. Es handelt sich auch hier um eine Unterstützung für den Klub, damit er Geld einnimmt. Wenn wir nur Emerson und Dest für diese Position haben, ist ein Verkauf nicht möglich. Aber mit Dest, Mingueza und Sergi Roberto haben wir drei Spieler, die dort spielen können.“

…den Abgang von Antoine Griezmann: „Du musst dem Verein zuhören und ihm in schwierigen Zeiten finanziell helfen. Griezmann hatte bei Barça einen sehr hochdotierten Vertrag und für den Klub war es sehr, sehr, sehr wichtig, ihn zurück zu Atlético gehen zu lassen und diesen Vertrag über drei weitere Jahre nicht mehr zu zahlen.“

…das öffentliche Klagen von Miralem Pjanic: „Ich denke, es ist seinerseits etwas Frust, was ich auch verstehe. Aber bei unserer Spielweise hat er das Duell mit anderen Mittelfeldspielern verloren. Ich wünsche ihm alles Gute. Es war schwer, wir haben es versucht und festgestellt, dass andere besser sind als er.“

…über Samuel Umtiti: „Nach seiner Verletzung tat er sich schwer, körperlich wieder auf sein Niveau zu kommen. Aber seit kurzem sehe ich einen in dieser Hinsicht viel besseren Umtiti. Er muss wissen, dass im Team einige Innenverteidiger sind, die Konkurrenz ist groß. Ich habe wirklich nichts gegen Umtiti. Wenn ein Spieler, wie auch immer er heißen mag, mir im Training mit seiner Einstellung und Qualität zeigt, dass er es verdient, zum Einsatz zu kommen, dann wird er spielen.“

…über Lionel Messis Abgang: „Es war vom ersten Moment an für jeden ein Schlag, auch für mich, denn du verlierst den Besten der Welt, du verlierst 30 Tore oder noch mehr pro Saison, seine Vorlagen, die Angst beim Gegner… Es hat ein paar Tage gedauert, sich davon zu erholen, aber es bleibt nichts anderes übrig, als weiterzumachen und Dinge zu kreieren, die mehr auf die Mannschaft abzielen.“

…über den aussortierten Luis Suárez: „Bereut habe ich es nicht. Barça hat mich geholt, um einige Dinge in der Mannschaft zu verändern und wir meinten, es wäre gut, wenn Luis Suárez geht. Wir dachten, er würde zu Juventus gehen, nicht zu Atlético. Aber eine gewissenhafte Entscheidung zum Wohle des Klubs kannst du nie bereuen.“

…über Riqui Puig und Vorwürfe, er habe etwas gegen ihn: „Nein, auf keinen Fall! Wir haben mit ihm oft gesprochen und analysiert, was er besser machen muss, um Chancen zu bekommen.“

…über das 4-3-3: „Ich bin ein Befürworter des 4-3-3. Aber es gibt Spiele und Momente während einer Saison, in denen man Veränderungen am System vornehmen kann. Letzte Saison lieferte die Mannschaft die besten Daten im 3-5-2 – herausgespielte Chancen, höchster Ballbesitz, am wenigsten zugelassene Chancen… Ich will nicht sagen, dass alle mit einem 3-5-2 spielen müssen, es hängt nämlich auch von den Spielern ab, die man hat.“

…über Ansu Fati: „Ich habe große Hoffnungen in ihn. Ich kenne ihn sehr gut und weiß, was er uns geben kann. Man darf bei ihm aber nichts überstürzen. Er war sehr lange außen vor, es herrscht kein Druck.“

…über Philippe Coutinho: „Natürlich kann man ihn wiederherstellen. Ich bin noch heute 100 Prozent davon zu überzeugt, dass er ein Spieler ist, der das Niveau hat, um bei Barça erfolgreich zu sein. Er gefällt mir sehr. Er muss sich körperlich und mental gut erholen, um stärker denn je zurückzukehren.“

…über Ousmane Dembélé: „Bei ihm hoffe ich zuerst einmal darauf, dass er seinen Vertrag verlängert, denn er befindet sich in seinem letzten Jahr und für den Klub ist es wichtig, dass er verlängert. Dembélé ist ein sehr, sehr guter Spieler, wenn er physisch gut in Form ist. Er ist schnell, stark im Eins-gegen-Eins. Wenn er sich erholt, wird er ein vitaler Spieler für das Team sein.“

…über Frenkie de Jong: „Aufgrund seiner Qualität muss er einen Schritt nach vorne machen und für uns essenziell sein. Ich habe ihn darum gebeten, dass er mehr in den gegnerischen Strafraum stößt, er muss mehr Tore machen, wie generell alle anderen auch.“

…über Memphis Depay: „Er wird zweifellos eine Epoche bei Barça prägen. Er hat etwas Essenzielles, um bei Barça erfolgreich sein zu können: Persönlichkeit und Charakter. Ihn motiviert diese Herausforderung sehr.“

…über die Besetzung des Kaders: „Es gibt immer Bereiche, die du verbessern willst, aber ich sage eines: Wenn wir die komplette Mannschaft zur Verfügung haben, können wir etwas sehr Bedeutendes erreichen. Wir haben eine großartige Mannschaft.“

…über das verlegte Liga-Duell mit dem FC Sevilla, womit das nächste Spiel der Champions-League-Kracher gegen den FC Bayern ist: „Mit dem Wissen, dass wir am Dienstag gegen Bayern spielen, wir gegen Sevilla abends auswärts angetreten wären, noch später zurück gekommen wären und einige Spieler am Samstag nicht dabei hätten sein können, ist es besser so.“

…über Bayern als Gegner für den Start in der Königsklasse: „Mich besorgt das nicht, denn es ist eine Partie, in der wir zeigen können, dass wir ein gutes Team sind, mit diesen Mannschaften mithalten können. In dem Spiel gibt es viel zu gewinnen.“

Filip Knopp
Redakteur und Sportjournalist
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